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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg

Neue Heimat gezimmert

01.07.2017

Gern sagt Volker Bleydorn von sich: „Ich bin ein Zugereister“. Mit einem Augenzwinkern erklärt der 53-Jährige dann, dass er der Liebe wegen nach Grüppenbühren gekommen ist. Dass er sich auch als „Zugereister“ voll in die Dorfgemeinschaft integriert hat, beweist schon die Tatsache, dass er nunmehr seit elf Jahren Vorsitzender vom Schützenverein Grüppenbühren ist.

Die ersten Jahre seines Lebens ist Volker Bleydorn in Bergedorf aufgewachsen. Er war gerade eingeschult worden, als seine Eltern den landwirtschaftlichen Betrieb aufgaben, weil die Pacht abgelaufen war. Helmut und Elfriede Bleydorn zogen mit ihren vier Kindern nach Neerstedt. Sein Vater hatte sich beruflich anders orientiert und seine Mutter war Raumpflegerin in der Neerstedter Schule. „Hier habe ich meiner Mutter oft geholfen und habe dabei das Putzen gelernt. Heute komme ich leider nicht mehr so oft dazu“, bemerkt Volker lächelnd.

Auch in Neerstedt nahm Volker schon früh am Vereinsleben teil. Er war aktiv im Schützenverein und konnte hier sowohl Kinder- als auch Jugendkönig werden. Im Nachbarort Brettorf spielte er Trompete in der Feuerwehrkapelle. Seine große Leidenschaft aber gehörte dem Handballsport. In Neerstedt spielte er zunächst in der Jugendmannschaft und später mit der 1. Herrenmannschaft in der Verbandsliga. In den Ferien war er gerne auf dem Bauernhof seines Onkels und zu der Zeit hatte er nur einen Wunsch: „Ich will später Landwirt werden und zehn Kinder haben!“

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Es sollte anders kommen. Als seine Eltern ihr Wohnhaus vergrößerten, gefiel ihm die Arbeit der Zimmerleute. So machte Volker nach dem Schulabschluss sein Berufsgrundbildungsjahr und eine Ausbildung als Zimmermann beim Jungunternehmer Heiko Nehls. „Zusammen mit meinem Mitlehrling waren wir die ersten Mitarbeiter von Heiko Nehls und ich muss sagen, hier haben wir viel gelernt“.

Nach seiner Ausbildung ging es zur Bundeswehr. Viele beneideten ihn um seinen dortigen Job, denn er war der Fahrer eines Kommandeurs. Dieser war sportbegeistert und gab Volker schon mal frei, wenn wichtige Handballspiele anstanden. Gerne nahm dieser dafür auch mal Wartezeiten in Kauf, wenn der Kommandeur länger als geplant auf einer Feier verweilte.

Nach dem Wehrdienst begann Volker 1984 bei einem Zimmereibetrieb in Brettorf. An diese Zeit denkt er mit gemischten Gefühlen zurück. „Bei dem Bau einer Halle bin ich zusammen mit zwei Kollegen zehn Meter in die Tiefe gestürzt. Während ich mit Prellungen und einer Gehirnerschütterung davon gekommen bin, überlebte einer meiner Kollegen diesen Sturz nicht“, erzählt Volker. Trotzdem: „Ich bin mit Leib und Seele Zimmermann“, stellt er fest und so dauerte es nicht lange, bis er wieder in dem Beruf arbeiten konnte – 19 Jahre bei Günter Meyer in Habbrügge und jetzt seit acht Jahren bei der Zimmerei Grotelüschen in Neerstedt.

Als junger Handballer spielte Volker mit seiner Neerstedter Mannschaft auch bei einem Turnier in Grüppenbühren. Hier lernte er seine Gitta näher kennen. Im Haus seiner Schwiegereltern bauten sich beide ihr „Nest“ und sind mittlerweile seit 31 Jahren verheiratet. Während Sohn Thomas (29 Jahre) beruflich in eine andere Richtung schwenkte, ist Tobias (26) ebenfalls Zimmermann und arbeitet wie sein Vater bei der Zimmerei Grotelüschen.

Zur Hölzernen Hochzeit absolvierten Gitta und Volker einen Tanzkurs. Beide waren davon so begeistert, dass sie weitermachten und sogar mit Discofox an Tanzturnieren teilnahmen. „Heute tanzen wir immer noch gern, aber die Zeit an der Theke wird jetzt doch etwas mehr“, gibt Volker zu.

Mit dem Einzug bei seiner Gitta in Grüppenbühren wechselte Volker 1983 von Neerstedt zum TSV Grüppenbühren und dort in die 1. Mannschaft. Bis 2006 war er aktiv als Spieler, Betreuer und Trainer. Neben dem Sportverein, trat er auch gleich den Grüppenbührener Schützen bei. Zunächst betreute er die Schülermannschaften, bis man ihn 2006 zum Vorsitzenden wählte. „Man wächst mit seinen Aufgaben“, war seine Devise.

Gefordert wurde er von Anfang an, denn die Vereinsgaststätte geriet in Turbulenzen und da die Nachfolger keinen Wert auf den Schützenverein legten, wurde 2009 ein neues Schützenhaus an der Kühlinger Straße gebaut. Stolz erzählt Volker, dass dieser Bau nur möglich wurde durch über 10 000 Stunden Eigenleistung der Mitglieder. „Es war so schön, als wenn ich mein eigenes Haus gebaut hätte“, schwärmt Volker rückblickend.

Ein Leben ohne Schützenverein, ohne Grüppenbühren kann sich Volker nicht mehr vorstellen. Dennoch gibt es Tage, wo das Ehepaar Bleydorn einmal der Heimat den Rücken kehrt. Dann sind beide auf einem Kreuzfahrtschiff, um andere Länder und Städte kennenzulernen.

Volker Bleydorn,Vorsitzender des Schützenvereins Grüppenbühren

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