Ganderkesee - „Am Ende waren’s die Türen“, sagt Jürgen Kikker. Um ein paar Monate hat sich die Neueröffnung der Volksbank-Geschäftsstelle in Ganderkesee verzögert, weil es Lieferschwierigkeiten bei den Sicherheitstüren gab. Am Montag, 14. März, eröffnet die neue Filiale am Ring 20.
Letzte Bauarbeiten werden erledigt, während Jürgen Kikker, Oliver Frey und Sascha Knaak, die Vorstandsmitglieder der Vereinigten Volksbank eG, durch das modernisierte Gebäude führen.
Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des neuen Volksbank-Gebäudes kann einen Großteil der Energieversorgung leisten. Unter dem neuen Kundenparkplatz befindet sich eine Zisterne, die bis zu 150 000 Liter Wasser zwischenspeichern und absickern lassen kann, um die Überflutung des Ortskerns bei Starkregen einzudämmen.
Vier Ladestationen für E-Autos sollen mit der EWE aufgestellt werden, von denen einige der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Ein Poller verhindert, dass der Parkplatz als Umgehung der Ampelkreuzung Bergedorfer Straße/Mühlenstraße/Ring genutzt wird.
Service in der Lobby
Startpunkt ist das offen gestaltete „Foyer mit Lobbycharakter“, in dem sich der Kundenservicebereich befindet: Moderne Sitzmöglichkeiten laden zu einem Schnack unter Nachbarn ein. Weiter hinten wird es diskreter: Eine geschützte Sitzecke ermöglicht ungestörte Kurzgespräche. Ihren persönlichen Ansprechpartner finden Kunden hinter einem Empfangstresen, der in seiner Höhe variiert, um auch Rollstuhlfahrern auf Augenhöhe zu begegnen. Das gesamte Haus ist barrierefrei.
Eine Luftaufnahme des Ganderkeseer Ortskerns zeigt die alte Bank vor ihrem Umbau: „Die Fassade wurde weitgehend geöffnet, um Transparenz zu zeigen“, erklärt Oliver Frey. Das Gebäude wurde kernsaniert und um einen Anbau ergänzt. Rechtzeitig wurde das Baumaterial eingekauft, die angepeilten Kosten von sieben Millionen Euro konnten eingehalten werden.
Bargeld gibt es noch
Zwei Geldautomaten zum Ein- und Auszahlen stehen im Erdgeschoss. Daneben gibt es Selbstbedienungsgeräte für Überweisungen und Kontoauszüge sowie eine Kleingeldzählmaschine. Die Nutzung von Geldautomaten sei rückläufig, erklärt Oliver Frey. Auch die Volksbank möchte ihre frei stehenden Geldautomaten im Ort sukzessive abbauen, zumal die Lage der Geschäftsstelle zentral genug sei, sagt Jürgen Kikker. Die Corona-Pandemie habe das kontaktlose Bezahlen an Supermarktkassen bestärkt.
Dennoch verfolge die Volksbank als regional verankerte Genossenschaftsbank eine andere Strategie als ihre Mitbewerber: Während der Service in reduzierter Form weitergeführt werde, verstärke die Bank das Beratungsangebot vor Ort.
In der „Natur“
Gespräche über Baufinanzierung oder Altersvorsorge sollen nach dem Bedarf der Kunden ausgerichtet werden und auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten stattfinden. Ein separater Kundeneingang führt nach 16 Uhr direkt in den Anbau, in dem sich individuell konzipierte Beratungszimmer befinden. Sofas und Sessel stehen in sieben Räumen, die gestalterisch an Natur, Zukunft, Landwirtschaft oder Handwerk orientiert sind.
Werkbank, Dachgerüst, OSB-Boden: In diesem Beratungszimmer dürften sich Hand- und Heimwerker wohlfühlen.
Futuristische Beleuchtung im neuen Konferenzraum.
Modern und doch auf die Umgebung abgestimmt: Die neue Volksbank-Filiale am Ring 20.
An einem Monitor können Berater und Kunden gemeinsam einsehen, was gerade kalkuliert wird. Das Konzept wurde mit Volksbank-Mitarbeitern erarbeitet und von einem Raumausstatter umgesetzt, der mit den Farben Weiß, Blau und Orange auch den Wiedererkennungswert der Volksbanken sicherstellt.
Regionale Umsetzung
Regionalität spiele eine große Rolle bei der Gestaltung, erklärt Frey. So hängen im „Radfahrer-Zimmer“ Kartenausschnitte der Gemeinderadwege und im Flur ein Foto aus dem Hasbruch. Ein weiteres Zimmer soll sich stetig wandeln und kann von ortsansässigen Vereinen mit Plakaten, Pokalen oder auch mit Narrenkappen individuell gestaltet werden.
Auch für den Bau der neuen Volksbank-Geschäftsstelle habe man in erster Linie Handwerksunternehmen aus der Region beauftragt, erzählt Vorstandsmitglied Jürgen Kikker. Die Bekanntschaft untereinander habe wesentlich zur schnellen Problemlösung beigetragen, was Kikker, Frey und Knaak sehr zu schätzen wissen. Gemeinsam geht es nun in den Endspurt.
