Sandtange - Kein scharfes „Nein“, kein Zerren an der Leine. Auf dem Turnierplatz des Hundesportvereins Hatten (HSV) geht es am Sonntagvormittag völlig entspannt zu. Dabei findet hier ein Wettkampf statt: 60 Hunde und 60 Menschen treten bei der sogenannten „Rally-Obedience“ an. Für den HSV ist diese Art des Turniers eine Premiere. Manche Teilnehmer sind eigens aus dem Kreis Lippe (Nordrhein-Westfalen) angereist, die unparteiischen Richter kommen aus Hildesheim.

Jeder der Hundeführer dirigiert seinen vierbeinigen Partner auf andere Weise durch den 20 mal 30 Meter großen Parcours. Kurze Bewegungen mit dem Zeigefinger, aber auch beide Arme lang ausgestreckt – alles ist möglich, damit die tierischen Begleiter dicht bei Fuß bleiben. Auch akustische Signale sind erlaubt, solange sie der Ermunterung und nicht der Korrektur dienen. „Sogar mit Leckerlis darf gearbeitet werden“, verrät Christina Fenske, die 2. Vorsitzende des HSV. „Die Hundehalter müssen es nur vorher ankündigen.“

Zum ersten Mal nach Deutschland gekommen ist diese Wettkampfform vor etwa zehn Jahren, erzählt Helga Reuswich. „So richtig populär wurde sie aber erst vor zwei bis drei Jahren“, sagt die 1. Vorsitzende des HSV. Gerade die Weser-Ems-Region sei in Deutschland ganz vorn mit dabei. Einer der Pluspunkte der Rally-Obedience gegenüber anderen Wettkampfformen: Sie gilt als „Funsportart“, das heißt weder eine bestandene Begleithundeprüfung noch eine Mitgliedschaft in einem Verein oder Dachverband sind erforderlich. Es gibt auch keine Einschränkungen auf bestimmte Rassen, und so treten Zwergpinscher gegen Berner Sennhunde an, sofern sie in der gleichen Leistungsklasse liegen. Fünf gibt es insgesamt: Beginner, die Klassen I, II und III sowie eine Seniorenklasse für Hunde ab acht Jahren. Wer einmal 90 von 100 Punkten schafft oder dreimal mindestens 70 qualifiziert sich für die nächsthöhere Klasse.

„Bis ganz nach oben zu kommen, ist aber sehr schwierig“, sagt Christina Fenske. Die geforderten Bewegungen von Mensch und Hund werden immer anspruchsvoller – eine regelrechte Choreographie entsteht.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten