Bookholzberg - Was macht eigentlich ein Feinwerkmechaniker und wie wird man Angestellter im Finanzamt? Beim Expertentag für die neunten Klassen der Schule an der Ellerbäke sind jetzt Vertreter aus neun Unternehmen ins Schulzentrum in Bookholzberg gekommen. Sie stellten Ausbildungsmöglichkeiten und Bewerbungsverfahren vor, zum Teil konnten die Kinder auch selbst Hand anlegen.
60 Schüler der neunten Klassen sowie 15 aus den zehnten Klassen nahmen am Expertentag teil, wie Fachbereichsleiter Arbeit/Wirtschaft Thomas Busch berichtete. Sie hätten sich zuvor über die eingeladenen Unternehmen informiert und jeweils zwei davon für Expertengespräche an diesem Tag ausgewählt. Anschließend sollte es ein Azubi-Speeddating geben. „Das hat einen Trainingscharakter, aber es haben auch schon Schüler dadurch Praktika bekommen oder Einladungen zu echten Vorstellungsgesprächen.“
Auch Vertreter des Finanzamts Delmenhorst stellten Ausbildungsmöglichkeiten vor. BILD: Thilo Schröder
Werkeln auf Prüfungsniveau
Zu Gast waren Unternehmen aus so unterschiedlichen Bereichen wie der Fahrzeugtechnik, der Versicherungsbranche oder dem öffentlichen Dienst. Wie sie ihre Gesprächsrunden gestalteten, war den Firmen überlassen. Ein Ausbilder vom Finanzamt Delmenhorst etwa ließ die Schüler raten, welche Lebensmittel mit 19 und welche als Teil der Grundversorgung mit dem ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent besteuert sind; eine Auszubildende im zweiten Lehrjahr erzählte unter anderem von der Steuerakademie Niedersachsen in Bad Eilsen, wo angehende Angestellte der Finanzämter ihre theoretischen Blöcke in einer internatsähnlichen Umgebung absolvieren.
Praxisnah gestalteten dagegen Feinwerkmechaniker Maximilian Brüß und Azubi Kilian Schalauske von der VM CNC-Zerspanungstechnik GmbH in Hude ihre Einheiten. Sie bauten mit den Schülern einen Schieber aus Metallbauteilen – ein Werkstück, das Brüß zufolge auf dem Anforderungsniveau einer Zwischenprüfung liegt. So lasse sich erkennen, ob bei den Kindern ein technisches Verständnis vorliege. „Die Schüler waren sehr pfiffig, einer hat sich richtig Mühe gegeben, der ist richtig aufgeblüht.“ Den Schülern legte Brüß nahe: „Macht ein Praktikum, egal ob bei uns oder woanders: lieber ein Tag im Betrieb als in der Schule.“
Die meisten der teilnehmenden Schüler machen zwar erst 2024 ihren Abschluss. Um direkt im Anschluss eine Ausbildung aufzunehmen, müssen sie sich aber bereits bis zum Ende des laufenden Schuljahres bewerben. Viele kommen beim Expertentag erstmals in Kontakt mit der Berufswelt. Und manche, so Thomas Busch, fänden hier sogar ihren Wunschberuf: „Es ist schon vorgekommen, dass Schüler hier zum ersten Mal von einem Unternehmen gehört haben und heute eine Ausbildung dort machen.“
