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Betriebe besuchen Oberschule Ganderkesee Wo das Flechten von Hefezöpfen Berufe schmackhaft machen soll

Bei Ausbilderin Hauken Frers (links) von der Bäckerei Weymann konnten die Schülerinnen und Schüler unter anderem Hefezöpfe flechten und Mehlsorten bestimmen.

Bei Ausbilderin Hauken Frers (links) von der Bäckerei Weymann konnten die Schülerinnen und Schüler unter anderem Hefezöpfe flechten und Mehlsorten bestimmen.

Thilo Schröder

Ganderkesee - Elf Unternehmen aus der Region haben sich jetzt den Achtklässlern der Oberschule Ganderkesee vorgestellt. Die Palette reichte von Bäckerei bis Bundeswehr, von Friseursalon bis Landschaftsbauer. Im Vordergrund standen, soweit möglich, praktische Einblicke in Ausbildungsberufe. Die laut Schulleiter Ingo Voss 68 Schülerinnen und Schüler konnten die Betriebe im Anschluss wegen möglicher Praktikumsplätze ansprechen mit Blick auf den kommenden Sommer.

Praxisnah Interesse wecken

Koordiniert hat den Aktionstag die Arbeitsagentur Delmenhorst. Berufsberaterin Britta Sobolewski sieht darin eine Ergänzung ihrer Sprechstunden und anderen Angebote zur Berufsorientierung an der Oberschule, wie sie sagte. Getragen und organisiert hat die Veranstaltung die gemeinnützige Stiftung Grone-Schule. Noah Kersting vom Oldenburger Standort zufolge wird das hier angebotene Modul zur Berufsorientierung „in der Regel gut angenommen“.

Zu Gast waren etwa Katharina Reimer und Daniela Wolff von der Fachklinik für Orthopädie in Stenum. Reimer, Gesundheits- und Krankenpflegerin, übte mit den Schülern die Blutabnahme an einem Kunstarm, der über einen Tropf mit rot gefärbtem Wasser gespeist wurde. Wolff: „Manche sagen, sie können kein Blut sehen und probieren es dann hier und merken: Es geht doch.“ Solche Schulbesuche seien wichtig angesichts des Fachkräftemangels im Pflegebereich: „Der Bedarf ist sehr groß.“ Die Ausbildung dauere drei Jahre, ein Schulpraktikum könnten Jugendliche ab 15 Jahren absolvieren. Wer später ein Freiwilliges Soziales Jahr im Pflegebereich mache, so Wolffs Erfahrung, arbeite anschließend oft weiter in der Pflege.

Über Arbeitszeiten aufklären

Bei Hauken Frers standen derweil Backwaren im Mittelpunkt. Sie ist Ausbilderin bei der Bäckerei Weymann, die auch Filialen in Ganderkesee und Wildeshausen betreibt. Den Jugendlichen zeigte sie, wie man Hefezöpfe flechtet, Mehl- und Ölsaaten bestimmt und einen Muffin richtig eintütet. Auch das Bäckereihandwerk sucht händeringend Nachwuchs: „Im Verkauf suchen wir ständig“, sagte Frers, „in der Backstube auch – da wird’s gerade besser.“ Ein Schulpraktikum sei ebenso möglich. Frers klärte die Jugendlichen auch über für viele abschreckend wirkende Arbeitszeiten in Bäckereien auf: Zwar gebe es eine Sechs-Tage-Woche, in Absprache mit Kollegen und je nachdem, ob einem Früh- oder Spätschichten eher lägen, habe man aber durchaus ausreichend Freizeit in dem Beruf.

Am Stand der Bundeswehr erklärte Karriereberater Ireneusz Gaida unterdessen den Jugendlichen, dass sie hier neben der Ausbildung zum Soldaten auch Verwaltungs- oder Technikberufe erlernen könnten. Wer sich für mindestens acht Jahre verpflichte, bekomme eine zivile Ausbildung dazu. Die Schüler seien „aufgeschlossen“, sagte Gaida; konkrete Fragen zum Thema Krieg – mit Blick auf die Ukraine – kämen eher weniger. Angesichts der seit gut elf Jahren ausgesetzten Wehrpflicht dürfte der Arbeitgeber Bundeswehr bei Jugendlichen heute nicht mehr so präsent sein. Gaida dazu: „Man muss die Schüler dort abholen, wo sie sind.“ Und wen man zur Jugendzeit nicht erreiche, dem könne die Bundeswehr auch später auf Hochzeitsmessen begegnen.

Gesundheits- und Krankenpflegerin Katharina Reimer (rechts) vom Klinikum Stenum übte mit den Schülerinnen und Schülern an einem Kunstarm die Blutabnahme. BILD: Thilo Schröder

Gesundheits- und Krankenpflegerin Katharina Reimer (rechts) vom Klinikum Stenum übte mit den Schülerinnen und Schülern an einem Kunstarm die Blutabnahme. BILD: Thilo Schröder

Thilo Schröder
Thilo Schröder Thementeam Polizei/Justiz
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