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Volksbank Oldenburg zieht Bilanz für 2019 „Wir behalten im Kreditgeschäft eine ruhige Hand“

Oldenburg - Die Volksbank Oldenburg präsentierte sich auf ihrer Vertreterversammlung am Montagabend in der Kongresshalle erneut sehr solide und unaufgeregt – trotz der Rahmenbedingungen von EZB-Niedrigzinspolitik und Corona sowie der Investition in die umfangreiche Sanierung des Stammhauses und die Digitalisierung. Das gilt auch mit Blick auf das laufende Jahr. Alle Entscheidungen fielen einstimmig.

Dividende 4,5 Prozent

Einer der Hauptgründe für die zufriedenstellende Lage dürfte der Ausbau des Kundenkreditgeschäfts in den vergangenen Jahren sein, verbunden mit der hohen Eigenkapitalquote. „Insbesondere in Krisenzeiten zeigt sich, welche Bank ihren Kunden zur Seite steht“, so die Vorstände Matthias Osterhues und Reinhard Nannemann. „Wir stehen für Zusammenhalt und Partnerschaft, wir bleiben berechenbar und verlässlich und wir behalten im Kreditgeschäft eine ruhige Hand.“

Die Kundeneinlagen fließen im regionalen Geschäftsgebiet der Volksbank als Kredite zurück. Die Kundenforderungen der Bank stiegen 2019 um 6,9 Prozent auf 567 Mio. Euro, und bis August 2020 weiter auf 593 Mio. Euro.

Matthias Osterhues sagt: „Das Kundenkreditgeschäft ist für uns mit Abstand die wichtigste Ertragsquelle.“ Getragen wird das Wachstum hier von einer starken Kreditnachfrage bei Wohnimmobilien.

Nach mehreren Jahren mit 6 Prozent Dividende werden trotz der Großwetterlage noch überdurchschnittliche 4,5 Prozent ausgeschüttet. Der Jahresüberschuss lag bei 1,6 Mio. Euro, für dieses Jahr wird er aktuell bei 1,5 Mio. Euro erwartet.

Einlagen 616 Mio. Euro

Die Kundeneinlagen sind 2019 um 8,1 Prozent gestiegen – um 46 Mio. Euro auf 616 Mio. Euro – bis August 2020 weiter auf 642 Mio. Euro. „Bei den Geldanlagen steht weiterhin die Sicherheit im Vordergrund“, sagte Osterhues.

Das gelte dank der „soliden Eigenkapitalsituation“ und der „vollumfänglichen Absicherung“ durch den zusätzlichen Institutsschutz, den die Genossenschaftliche Finanzgruppe gewähre, die ein überragendes Rating erhalte. Auch die Corona-Folgen seien mit Blick auf die Kapitalquote aus heutiger Sicht aufgrund dieser Stabilität wohl „gut verkraftbar“.

Wertvolumen 1,63 Mrd.

Trotzdem müssten die Vermögenswerte gestreut werden. Die alleinige Geldanlage in Bankeinlagen führe – zusammen mit der Inflation – letztlich zu negativer Realrendite. Auch der Interbanken-Zinssatz Euribor ist seit 2016 negativ. Neben kurzfristige Bankeinlagen und festverzinsliche Wertpapiere gehörten Anlagen in Sachwerte wie Immobilien und Aktien – je nach Anlageziel und Risikoneigung.

Das Kundenwertvolumen stieg bis Ende 2019 auf 1,63 Milliarden Euro – ein Plus von 8,5 Prozent. Bis August 2020 stieg es um weitere 4,1 Prozent auf 1,7 Milliarden. Die Bilanzsumme lag Ende 2019 bei 776 Mio. Euro, Ende August 2020 bei 883 Mio. Euro. Die Eigenmittel wurden um 4 Mio. Euro auf 98 Mio. Euro ausgebaut. Das angekündigte lukrative Offenmarktgeschäft belief sich auf 40 Mio. Euro.

Kritik an EU-Politik

Stellung bezog Osterhues zur EU-Politik. Er wandte sich strikt gegen die Übernahme der Haftung für fremde Risiken: „Die Solidität der Einlagensicherungssysteme darf nicht geschwächt werden, indem ökonomische Ansteckungsrisiken durch europäische Rechtsakte begründet werden.“ Es fehlten u.a. die Harmonisierung des Insolvenzrechts und „risikoadäquater Umgang mit Staatsanleihen“. Osterhues warnte: „Eine Bankenunion darf keine Rettungsaktion für instabile Strukturen sein.“ Eine Vergemeinschaftung der Einlagensicherung ginge klar auf Kosten der deutschen Sparer.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg
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