Das ist ebenso regional wie nachhaltig: Bevor Äpfel ungenutzt auf dem Boden vergammeln, sie lieber pflücken, aufsammeln und zu leckerem naturtrüben Saft verarbeiten lassen. Diese Überlegung hat beim Bürgerverein Großenkneten erstmals dazu geführt, „Ollis mobile Saftpresse“ auf den Wilhelm-Wellmann-Platz zu holen. So berichtete es Vorsitzender Rainer Kues.

Am Donnerstagvormittag war sie für die Äpfel der Mädchen und Jungen des benachbarten Kindergartens reserviert. In kleinen Gruppen kam der Nachwuchs, und Fachmann Oliver Schmale erklärte ihnen, wie aus den möglichst festen Früchten durch die einzelnen Arbeitsschritte der Saft entsteht. Dafür heißt es, sortieren (linkes Bild, mit Dieter Folkens und Rainer Kues), säubern, zerkleinern zur Maische (mittleres Bild, Oliver Schmale mit dem Zwischenprodukt), in die Packpresse einfüllen, unter Hochdruck auspressen (rechtes Bild), filtern und schließlich pasteurisieren auf 80 Grad und abfüllen in die „Bag in Box“ in der Größe von fünf Litern. So hält das Getränk zwölf Monate, selbst bei angebrochenem Behälter noch zwei Monate.

Nachmittags nutzten dann Privatpersonen den Press-Service. Dazu zählte Anne Becker aus Tungeln, die rund 200 Kilogramm Äpfel mitgebracht hatte. Im Vorjahr seien es noch 700 Kilogramm gewesen, die man auf der Obstwiese geerntet habe. Vor 30 Jahren hatte sie als Zehnjährige die Wiese mit ihrem Vater gepflanzt. Oliver Schmale rechnet übrigens, dass man für einen Liter Saft rund 1,7 bis zwei Kilogramm Äpfel braucht. Seit 2015 ist der Oldenburger inzwischen mit seinem Anhänger in der Erntesaison in der gesamten Nordwest-Region unterwegs. Sein Motto lautet: „Wir retten das regionale Obst.“

Für 2020 haben die Großenkneter die „mobile Saftpresse“ wieder geordert, und zwar dann bereits für Ende September. Ulrich Suttka