Großer Bahnhof für zwei kleine Stars: Mit einer Feier im Café des Krankenhauses Johanneum verabschiedeten viele Wildeshauser am Donnerstagabend die beiden jemenitischen Kinder Awatef (3) und Shamsan (12), die in der Klinik auf Initiative des Rotary-Clubs behandelt wurden. Rotary-Präsident Dr. Reinhard Gehring verzichtete bei der Begrüßung der vielen Beteiligten an der Hilfsaktion auf ein Mikrofon. „Meine Stimme war sogar beim Konzert der Gruppe Fair Play im hintersten Winkel des Saales zu hören.“
Die Krankenschwestern Souraya Debbeler und Britta Erichsen, die die Kinder bei sich daheim betreut haben, berichteten voller Freude von der Entwicklung ihrer Gäste. Aus der schüchternen, verschlossenen Awatef sei in den drei Monaten der medizinischen Behandlung ein fröhliches, neugieriges Mädchen geworden, sagte Britta Erichsen. Im Café Johanneum war es nicht zu übersehen: Die knapp Vierjährige interessierte sich kaum für die vielen Reden, sondern scherzte mit den Gästen oder holte sich beim Küchenpersonal bunte Schoko-Dragees ab.
Landrat Frank Eger war gleich in zweifacher Funktion zu dem „Danke-schön-Abend“ gekommen: Als Clubmeister der Rotarier und als Vorsitzender des Bezirksverbandes Oldenburg. Diese Institution hatte bei einer Versteigerung zu Gunsten der Hilfsaktion im Oktober zahlreiche Bilder erworben. Die Werke sind unter anderem im Kreisaltenheim in Wildeshausen zu bewundern.
Mittlerweile gibt es wohl kaum noch eine Veranstaltung im Kreis, auf der Landrat Frank Eger nicht auftaucht. Am Neujahrsempfang in Großenkneten nahm er natürlich auch teil. Hier musste er sich allerdings auch ein paar Spitzen von Bürgermeister Volker Bernasko gefallen lassen. Da war von einem „meist verständnisvollen Landrat“ die Rede. Und Bernasko bemängelte, dass die Kreisumlage, „also das, was Landrat Eger einsackt“, eigentlich viel zu hoch sei. Unerwartete Schützenhilfe für Eger gab es vom Bürgermeister aus dem polnischen Suprasl. Wiktor Grygiencz jedenfalls sagte zum Schluss seiner Neujahrsgrüße: „Herr
Bernasko, sie haben mit ihrem Landrat noch viel Glück gehabt, meiner ist noch viel schlimmer.“
Auch SPD-Bundestagsabgeordneter Holger Ortel reiste zum Neujahrsempfang in Kneten. Obwohl er an diesem Tag seinen 55. Geburtstag feierte. Bürgermeister Bernasko war das natürlich nicht entgangen und überreichte einen kleinen Kasten mit heimischen Produkten. Bei den „schmalen Diäten“ als Bundestagsabgeordneter wisse Ortel dieses Präsent bestimmt sehr zu schätzen.
