Stenum - Der Neubau eines Bettenhauses beschäftigt die Stenum Ortho GmbH schon seit ihrer Gründung vor acht Jahren – der Wunsch ist sogar noch älter, denn auch die vorherige Geschäftsführung der Fachklinik plante bereits ein solches Bauvorhaben. Dann kam die zwischenzeitliche Insolvenz dazwischen, später erhielt die nachfolgende Trägergesellschaft nicht die erwarteten Fördermittel aus Hannover oder es haperte mit den Zusagen von Investoren. Zuletzt war die Ortho GmbH mit dem Architektenentwurf nicht zufrieden und schob noch einmal eine ganz neue Planung an. Die ist nun so gut wie abgeschlossen, so dass es – endlich – losgehen kann mit dem 9,5-Millionen-Euro-Projekt.
Bewährt hat sich nach Angaben von Klinik-Chef Dr. Karsten Ritter-Lang die Kooperation des Krankenhauses mit der Reha-Klinik in Bad Zwischenahn. Patienten werden sechs oder sieben Tage nach der Operation bereits nach Bad Zwischenahn verlegt, wo zusätzliche Behandlungskapazitäten geschaffen wurden.
Hintergrund ist die Corona-Pandemie: Der Aufenthalt in Stenum wird so auf das Notwendige beschränkt und ein zusätzliches Infektionsrisiko vermieden. Vor der Aufnahme in Stenum müssen Patienten einen Corona-Test absolvieren. Erst wenn das negative Ergebnis vorliegt und nach nochmaliger Kontrolle erfolgt die Aufnahme.
Zum Hygienekonzept der Fachklinik gehört, dass die Patienten nicht besucht werden dürfen. Man habe festgestellt, dass in anderen Krankenhäusern viele Besucher sich nicht an die Hygieneregeln halten, erklärten Klinik-Sprecherin Daniela Wolff und Hygiene-Fachkraft Katharina Helwig. Die Patienten zeigten Verständnis.
Brandschutz und Hygiene kompliziert
„Aber wir haben keinen Zeitdruck“, betont Verwaltungsleiterin Susanne Langfeld und der Ärztliche Direktor Dr. Karsten Ritter-Lang nickt: „Ob wir das Bettenhaus im Sommer 2022 eröffnen oder erst im Oktober 2022, ist egal – Hauptsache es wird fertig.“ Diese Langmut erscheint nachvollziehbar nach all den vorherigen Geduldsproben. Eine Fertigstellung im Jahr 2022 wird jedenfalls angestrebt. Noch ist allerdings der Bauantrag nicht abgeschickt, damit rechnet Ritter-Lang aber bis Ende Juli. Insbesondere in den Bereichen Brandschutz und Hygiene seien die Anforderungen sehr kompliziert, entsprechend präzise müssten die Unterlagen erarbeitet werden. „Aber wir arbeiten mit einem sehr erfahrenen Architekten-Team zusammen“, betont der Ärztliche Direktor.
Vor dem Neubau kommt der Abriss
Bis Ende des Jahres werde ein Leistungsverzeichnis erarbeitet, nach dem dann die Gewerke ausgeschrieben werden könnten, so Ritter-Lang weiter. Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2021 mit dem Abriss der alten „Villa“ beginnen. An deren Stelle entsteht ein zweigeschossiges Bettenhaus: In der unteren Etage wird eine Station mit 32 Betten in Ein- und Zwei-Bett-Zimmern eingerichtet, im Obergeschoss findet neben einer etwas exklusiveren 16-Betten-Station die „Intermediate Care“ Platz – das ist der neue Aufwachraum mit acht Betten in vier verglasten Einheiten. Dort können die Patienten nach der Operation medizinisch beobachtet und gegebenenfalls sofort versorgt werden.
48 Planbetten in hochmodernem Bettenhaus
Mit 48 Planbetten (plus zehn Reservebetten) ist die Kapazität der Klinik künftig nur unwesentlich geringer als bisher (51 Planbetten plus zwölf Reservebetten), aber bei einer durchschnittlichen täglichen Belegung von zuletzt 41 Betten völlig ausreichend. Und die Klinik wird dann über ein hochmodernes Bettenhaus verfügen. Die bisherigen Krankenzimmer im alten Trakt sind nicht mehr zeitgemäß. Dort wird nach dem Umbau die Verwaltung einziehen, es bleiben aber auch noch Räume frei für Vermietungen. Bislang gibt es aber keine Konzepte für die Nachnutzung.
