Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Ortskernbelebung in Ganderkesee Wie der Festplatz wieder attraktiv werden soll

Der Festplatz an der Raiffeisenstraße in Ganderkesee ist in die Jahre gekommen. Die 2009/10 hergerichtete Fläche soll saniert und sowohl für Veranstaltungen wie auch für Wohnmobilisten attraktiver werden.

Der Festplatz an der Raiffeisenstraße in Ganderkesee ist in die Jahre gekommen. Die 2009/10 hergerichtete Fläche soll saniert und sowohl für Veranstaltungen wie auch für Wohnmobilisten attraktiver werden.

Thorsten Konkel

Ganderkesee - Die Arbeiten zur Wiederbelebung des Festplatzes an der Raiffeisenstraße stehen vor dem Start: Mitte August, teilt das Rathaus mit, wird mit dem Ende Dezember vergangenen Jahres vom Rat beschlossenen Projekt „Aufwertung des Festplatzes“ im Rahmen des Förderprogramms „Perspektive Innenstadt“ begonnen.

Wie ist die Ausgangslage ?

Das ist auch nötig: Zurzeit hat die Fläche, die von Bahnschienen, Supermärkten und Tankstelle umrahmt wird, nur noch den Charme eines abgenutzten Großparkplatzes. Dabei war das Parken bei der Anlage des Platzes nicht Hauptzweck: 2009/10 wurde die Fläche zum Festplatz umgebaut – mit der Möglichkeit, dort auch Bahn-Pendlern und sonstigen Parkenden eine Abstellmöglichkeit für ihre Fahrzeuge zu bieten.

Zur Erschließung hatte die Gemeinde eine Naturstein-Pflasterung in Form einer liegenden „8“ angelegt. Dabei wurden unterschiedliche Chargen verwendet: auf der (rechten) Seite zum Habbrügger Weg hin zugekaufte, glattere Steine, auf der (linken) Seite zur Tankstelle hin eigenes Material.

Blick in Richtung Tankstelle auf die Großsteinpflasterung des Festplatzes. Foto: Thorsten Konkel

Blick in Richtung Tankstelle auf die Großsteinpflasterung des Festplatzes. Foto: Thorsten Konkel

Schon bald monierten Bürger, die huckeligen Steine seien nicht mit Rollator, Rollstuhl, Gehhilfen oder Kinderwagen zu nutzen. Später wurde die Stolperfalle mittels Verfüllung mit Bitumen-Fugenmasse entschärft. Doch im Lauf der Jahre litt der Platz unter der Last schwerer Fahrzeuge. Zuletzt gab es dort immer weniger Veranstaltungen, selbst den Herbstmarkt verlegten die Kaufleute an die Rathausstraße. So blieb nur noch der Fasching über – der Platz diente als Abstellfläche fürs Festzelt und Buden.

Diskussion um geeigneten Ort für Feiern

Die Sanierungspläne für den Festplatz hatten in Ganderkesee neben einer zeitlichen auch zu einer räumlichen Premiere geführt.

Den ersten Sommerfasching aller Zeiten hatte die Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine wegen der Festplatzsanierung im Stadion am Habbrügger Weg veranstaltet. Der Zeitpunkt im Sommer, vom 1. bis 3. Juli, war der Corona-Pandemie geschuldet.

Das Stadion kam bei Tausenden Partygängern so gut an, dass die CDU-Fraktion mit einen Antrag zur dauerhaften Nutzung der Einrichtung als Veranstaltungsort vorgeprescht war. Darüber ist noch nicht entschieden.

Auch die Flugplatzbetreiber haben reagiert und auf die Möglichkeiten ihrer Anlage an der Otto-Lilienthal-Straße hingewiesen. Mit dem Hangar West 1 und weiteren Flächen wäre Platz für Feiern mit bis zu 5000 Personen. Und dies, ohne den Flugverkehr einzuschränken.

Was ist das Ziel ?

Dabei ist die Fläche wegen ihrer direkten Lage zum Ortskern und ihrer Infrastruktur doch für Veranstaltungen bestens geeignet. Die Verwaltung will die „Rückbesinnung“ energisch angehen. Eine Wiederbelebung sollen Veranstalter und Events ins Ortszentrum zurückholen. Auch geht es um die Verschönerung des Ortsbildes und eine Steigerung der touristischen Attraktivität für Wohnmobilisten. Das kostet viel, doch Mittel fließen auch aus dem Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“, einem EU-Topf für Corona-Hilfen. In Zahlen bedeutet das folgendes: Die Förderquote des Programms liegt bei maximal 90 Prozent, so dass mit einem Zuschuss von rund 286 200 Euro zu rechnen sei – bei einem Eigenanteil der Gemeinde von etwa 31 800 Euro.

Was gibt es für das Geld ?

Auf rund 4000 Quadratmetern soll die nordöstlich gelegene Fläche (von der Raiffeisenstraße zur Tankstelle) an die Gestaltung des südwestlichen Bereichs angepasst werden. Der Schotter wird dann durch Rasenwabensteine ersetzt, bessere Parkflächen entstehen dann. Vermessung und Baugrunduntersuchungen sind erfolgt, auch sind die Bauleistungen von rund 158 000 Euro vergeben worden.

Steht bei der geplanten Aufwertung des Festplatzes an der Raiffeisenstraße im Weg, wird wegen horrender Forderungen der Deutschen Bahn aber nicht angetastet: das alte Beton-Schalthaus (rechts). Foto: Thorsten Konkel

Steht bei der geplanten Aufwertung des Festplatzes an der Raiffeisenstraße im Weg, wird wegen horrender Forderungen der Deutschen Bahn aber nicht angetastet: das alte Beton-Schalthaus (rechts). Foto: Thorsten Konkel

Wegen laufender Ausschreibung noch keine Aufträge gab es aus dem Rathaus für weitere Arbeiten: So sollen die drei Wohnmobilstellplätze endlich Frischwasser- und Stromzufuhr erhalten. Die Entsorgungsanlagen werden repariert. Und mit mobiler Bepflanzung soll der Platz räumlich gegliedert werden. Diese Schritte werden mit rund 192 000 Euro veranschlagt.

Welche Auswirkungen hat die Sanierung ?

Losgehen soll es in der 33. Kalenderwoche, wohl zum Jahresende soll die Sanierung abgeschlossen sein. Zufahrt und Parkplätze im westlichen Bereich können in der Bauphase weiter genutzt werden. Nicht angetastet bzw. abgerissen wird das alte Beton-Schalthaus. Grund: horrende Forderungen der Deutschen Bahn.

Thorsten Konkel
Thorsten Konkel Redaktion Ganderkesee
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Nach Zündung der beiden Sprenglandungen sackte der Kran zusammen und fiel wie geplant zu Boden.

RHENUS MIDGARD Kran im Nordenhamer Hafen gesprengt

Nordenham
Zieleinlauf beim Matjeslauf in Emden 2023

VOLKSLÄUFE IM NORDWESTEN IM JUNI – TEIL 1 Von 5 Kilometer bis 6 Stunden – Elf Startgelegenheiten bis zu den Sommerferien

Mathias Freese
Nordwesten
Sind in diesem Sommer früh wieder gefordert: Jan Urbas (links) und Nicholas Jensen

FISCHTOWN PINGUINS Erfolge bescheren Bremerhavener Eishockey-Team dichten Terminplan

Hauke Richters
Bremerhaven
Nimmt im Sommer erstmals an den Olympischen Spielen teil: der Oldenburger Jannis Maus

„ICH WILL MÖGLICHST VIEL AUFSAUGEN“ Oldenburger Kitesurfer Jannis Maus fiebert Olympia-Premiere entgegen

Niklas Benter
Oldenburg
Mit Bildergalerie
Da wird die Deckenlampe zum Duschkopf: Das Wasser kommt durch die Decke und läuft an den Wänden hinunter.

ALBTRAUM-WOHNUNG IN WESTERSTEDE Bei jungem Paar strömt das Wasser aus der Deckenlampe

Anke Brockmeyer
Westerstede