Sandkrug - Das Auto ist nicht nur ein Fortbewegungsmittel. Es bewegt die Menschen auch wegen der mit ihm verbundenen Folgen. Beispiel Sandkrug: In Hattens einwohnerstärkstem Ort ist das Problem der Verkehrsbelastung allzeit im Bereich um den Bahnhof zu spüren. Ein Grund, warum die Nachnutzung des historischen Gasthofs „Sandkrug“ sich schon so lange hinzieht, sind die Probleme, die im Rat durch die Erschließung dieses Grundstücks befürchtet werden.
Kann noch an der Bahnhofstraße geparkt werden? Ist ausreichend Platz für Fußgänger und Radfahrer, gerade an Tagen der Müllabfuhr? Wie groß werden die Probleme sein, vom Grundstück runter oder rauf zu kommen und sich in den fließenden Verkehr einzuordnen? Wie stark verschlimmern sich dadurch die Staus bei geschlossenen Bahnschranken? Das sind nur ein paar der aktuellen Fragen.
Alle im Rat vertretenen Parteien haben im Laufe der Jahre Anträge gestellt und Ideen zum Thema Verkehr in der Gemeinde eingebracht. Nachzulesen in der aktuellen Beschlussvorlage der Verwaltung zum Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt, der nächste Woche tagt. Die FDP legt dazu jetzt einen Antrag vor, der noch weiter geht. Es gelte, ein Ortsentwicklungs- und Verkehrskonzept zu erarbeiten, das Bahnhofstraße, Gartenweg, Poststraße, Bahnübergang sowie die Grundstücke „Historische Gaststätte“, „Fairkauf“, Gaetjen und Gartenweg im Ganzen betrachte.
Das Thema Verkehr beschäftigt auch den Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt. Auf seiner nächsten Online-Sitzung am Mittwoch, 3. März, steht der Punkt „Fortschreibung bzw. Vertiefung des bestehenden Verkehrskonzeptes für den Großraum Sandkrug und Umzu“ auf der Tagesordnung.
Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr. Interessierte können sich mit den Daten einloggen, die die Gemeinde veröffentlicht hat.
Grundstückseigentümer und deren Belange, so Ratsherr Stephan Möller müssten genauso berücksichtigt werden wie die Entwicklungsbedürfnisse der Gewerbetreibenden zwischen Bahnübergang und Gartenweg: Bäckerei Bruno, Kiosk Brüers, Gärtnerei Punke, Friseur Luther etc. Die Dringlichkeit werde durch die zunehmende verkehrliche Belastung in der Ortsdurchfahrt und die Schrankenschließungen noch verschärft. „Wir brauchen eine Abkehr von Einzelfallbetrachtungen. Fehler, die heute bei der Ortsentwicklung gemacht werden, werden das Ortsbild und den damit verbundenen Charakter Sandkrugs für viele Jahrzehnte prägen und nicht mehr so leicht korrigiert werden können“, warnt die FDP.
Verkehrsplaner Lothar Zacharias (Hannover) wird am 3. März dem Ausschuss konkrete Lösungsansätze vorschlagen, so die Erwartung: Für den Bahnhofsbereich, aber u.a. auch für die Knotenpunkte Auvers-le-Hamon-Platz, Schultredde/Bümmersteder Straße und Wöschenweg. Mit Ideen, die alle Probleme auf einmal lösen, ist nicht zu rechnen. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung geht davon aus, dass sich weitere Fragen anschließen werden.
