Ostrittrum - Der Biber ist da: In Ostrittrum fand Dr. Volker Kuhlmann auf einem seiner ausgedehnten Spaziergänge durch die Natur Hinweise auf die Anwesenheit des zweitgrößten Nagetieres dieser Erde. Am Sperrwerk zum See, früher die „Eilersche Badestelle“, fand der Naturfreund und Aktive des Naturschutzbundes (Nabu) Dötlingen-Wildeshausen, zugleich Baum-Fachmann sowie Pfleger des Arboretums der Rotarier in Wildeshausen, den untrüglichen Hinweis auf das Vorkommen dieser Tierart.
Biberburg weggespült
Die typische Burg, die Biber an fließenden Flussabschnitten anlegen, fand er am Sperrwerk. Auch den angefangenen Aufstau des Wassers durch Baum- und Strauchwerk. Doch die Niederschläge ließen den Wasserpegel in dem Gebiet am Rande des Poggenpohlsmoors steigen. Das Astwerk wurde durch die Wassermengen weggespült. Die Burg war ebenfalls nicht mehr vollständig vorhanden. Ein Schicksal, das die Wohnbehausungen des Bibers oft ereilt. Die Biberdämme und Burgen werden immer wieder einmal von Hochwassern heimgesucht und zerstört.
An einer anderen Stelle des in der Nähe fließenden Rittrumer Mühlbachs hatte der Biber ebenfalls einen Damm errichtet. Doch der wurde nicht vom Hochwasser zerstört, sondern von Menschenhand. Sportfischer schritten ein, weil der Weg zu Laichgewässern für Wildfische wie Forelle und Lachs versperrt worden war.
Nagespuren als Hinweis der Gegenwart des Bibers sind sowohl an der ehemaligen Badestelle – übrigens entstanden aus einem alten Huntearm und heute ein Naturdenkmal – wie auch am Mühlbach mehrfach zu finden. In einer Nacht kann ein Biber einen Baum im Umfang von 50 Zentimetern fällen. In Ostrittrum sind es viele kleine Baumarten, die für den Damm am Mühlbach verwendet wurden.
Auch am Teich der ehemaligen Badestelle sind die Spuren des Bibers nicht zu leugnen. Viele abgenagte Baumrinden sind zu finden. Auch benagte Stämme. Leider auch an seltenen Neuanpflanzungen. „Da hilft nur der Schutz mit einem Drahtgeflecht, ansonsten kann es sein, dass der Biber auch diese fällt, um seinen Biberdamm und die Burg zu befestigen oder auszubauen“, weiß Kuhlmann.
Natürliche Feinde hat der Biber in der Region kaum. Eventuell kann es der Wolf sein, denn Bär, Luchs und Puma sind hier nicht anzutreffen. Eher sind es aber wildernde Hunde, die einen Biber angreifen. Vielmehr ist aber der Mensch der größte Feind des großen Nagers und Pflanzenfressers.
Biber ist geschützt
Unbeliebt sind Biber in der Forstwirtschaft, weil die Bäume von den Tieren in Mitleidenschaft gezogen werden. Manchmal werden auch Höhlen in Hochwasserschutzdeichen angelegt, die im schlimmsten Fall den Deich instabil machen können. Im Sommerhalbjahr werden auch an Feldfrüchten Fraßschäden in Gewässernähe gefunden. Das führt immer wieder zu Konflikten mit dem Tier.
Doch der Biber ist geschützt. Biberburgen und -dämme dürfen nicht zerstört werden. Eine Reusenfischerei darf nur mit bibersicherem Gerät erfolgen.
