Die Regionalgruppe
Ganderkesee in der Deutschen Parkinson Vereinigung trifft sich am zweiten Freitag im Monat um 14 Uhr im ev.-luth. Gemeindehaus, Ring 14. Geleitet wird die Gruppe, die 2002 gegründet wurde, von Annemarie Schröder. Ihr zur Seite stehen Dr. Wolfgang Götz und Renate Beumer. Der Gruppe, die sich den Namen „PARK IN der SONne“ gegeben hat, gehören rund 50 Mitglieder aus Ganderkesee und Umgebung an.Informationen unter:
Die 46-Jährige engagiert sich in der Selbsthilfegruppe Parkinson-Kranker. Bei ihrer zweiten Teilnahme wurde sie in den Vorstand gewählt.
Von markus minten
GANDERKESEE - „Man muss die Krankheit akzeptieren“, sagt Renate Beumer. „Man muss sie ja nicht lieben.“ – „Obwohl . . .“, schiebt die 46-jährige nach kurzer Pause hinterher und verweist auf das Buch „Mein Freund Parkinson“ von Wigand Lange. „Schließlich ist man Tag und Nacht mit der Krankheit zusammen.“Im Februar 2004 wurde bei der Delmenhorsterin die Diagnose gestellt: Morbus Parkinson, eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung, die ausgelöst wird durch das Absterben von Zellen, die den Botenstoff Dopamin herstellen.
Danach habe sie oft zu hören bekommen „Ach, das ist aber schlimm“ und „Das tut mir aber Leid“, erinnert sich Renate Beumer. Dabei habe sie das so nicht gesehen. „Die Diagnose Krebs oder Aids wäre für mich viel schlimmer gewesen“, blickt die Zahnarzthelferin zurück. „Das ist meist mit Schmerzen verbunden und die habe ich noch nicht.“ Auch Angst habe sie vor der Diagnose nicht gehabt. „Ich bin ein Mensch, der wissen möchte, was mit mir passiert.“
„Allerdings“, räumt die 46-Jährige ein, „habe ich’s auch geahnt.“ Zu deutlich waren die Symptome: Muskelzittern (Tremor), der linke Arm, der beim Gehen nicht mitschlägt und das Stolpern über Kanten, die gar nicht da sind.
Und auch deshalb ging Renate Beumer, die seit kurzem Annemarie Schröder bei der Leitung der Regionalgruppe Ganderkesee in der Deutschen Parkinson Vereinigung unterstützt, in die Offensive: „Parkinson ist eine Krankheit, die sich nicht verheimlichen lässt.“ Offen berichtet sie anderen Menschen von ihrer Erkrankung, getreu ihrem Motto: „Je offener man mit der Krankheit umgeht, desto natürlicher wird sie von der Umwelt aufgenommen.“ Und in dieser Auffassung wird sie auch von Annemarie Schröder unterstützt: „Alle Kranken brauchen Aufmerksamkeit. Und die bekommt man, wenn man offen ist.“
Die Offenheit war es auch, die Renate Breuer den Kontakt zur Selbsthilfegruppe nach anfänglicher Skepsis („Eigentlich sind die alle ja ein bisschen alt.“) leicht fallen ließ. Und sie war es, die dazu führte, dass die Zahnarzthelferin gleich beim zweiten Besuch zur Stellvertreterin gewählt wurde.
Offenheit und Optimismus („Ich freue mich über jeden Tag, den es mir gut geht. Man sollte nicht so viele schwarze Gedanken haben“) machen es der 46-Jährigen leichter, mit der Krankheit gut zu leben. Damit das so lange wie möglich so bleibt, sei es wichtig „so viel Selbstvertrauen aufzubauen, dass ich mich auch dann, wenn der Tremor mal stärker wird, mit meinem Mann mitten ins Restaurant setzen kann, und nicht aus Scham an den Katzentisch“.
Diese NWZ -Serie stellt die Selbsthilfegruppen aus Ganderkesee und Umgebung vor.
Folge 5: Deutsche
Parkinson Vereinigung
