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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Nächsten Fördertopf angezapft

10.08.2018

Ahlhorn /Großenkneten Das nennt man einen nahtlosen Übergang. Ein Förderprogramm läuft aus, das nächste schließt sich direkt an. Das ist der Gemeinde Großenkneten jetzt im Bereich der Integrationsarbeit gelungen. Ab 1. September wird das Netzwerk „Vielfalt und ihre Perspektiven für die Region“ in der Gemeinde Großenkneten mit fast 76 000 Euro durch das Land Niedersachsen gefördert. Die andere Hälfte trägt die Gemeinde.

Abwanderung von deutschen Bürgern

Das Image Ahlhorns hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Zu diesem Schluss kommt das „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK). Es benennt dafür Faktoren wie Zustand und Überbelegung von Wohnungen, Müllablagerungen, Lautstärke, Gewalt, sprachliche und gesundheitliche Defizite. Das zeigt sich im Wanderungssaldo 2011 bis 2015. Da weist die Gemeinde ein Minus von 256 bei den deutschen Staatsbürgern auf. Nur Wildeshausen hat ebenfalls ein Minus, wenn auch weitaus geringer. Alle anderen Gemeinden im Landkreis liegen im Plus.

Ziel des neuen Projektes ist es, die Ahlhorner, die soziale Infrastruktur, die Verwaltung und Schlüsselpersonen stärker zu vernetzen und das nachbarschaftliche Miteinander zu fördern sowie die Integrationskraft des Ortes zu stabilisieren. Dazu sollen folgende Bausteine dienen: Büchereiaktionen, Veranstaltungsreihen, Vereins- und Ehrenamtsprechstunden sowie internationales, mehrgeneratives Kochen.

Die Laufzeit des Projektes ist befristet bis Ende 2020 und schließt sich an das Projekt „Leben im Viertel“ des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge an. Bei der Stelleninhaberin ändert sich dabei nichts. Ann-Christin Gericks, seit 26. Juni 2017 Inte­grationsbeauftragte, ist künftig mit 35 Stunden die Woche für Netzwerkaufbau und -pflege sowie Koordination zuständig.

Ahlhorn im Fokus

Die Aufnahme in das Programm ist den Schwierigkeiten in Ahlhorn geschuldet, die da als Besonderheit gelten. Es wird rein aus Geldern des Landes gespeist. Daher waren Oberregierungsrat Olaf Klaukien und Horst Wagenaar vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems in Oldenburg auch extra am Donnerstag in das Rathaus gekommen, um den Bescheid über die Förderung aus dem Programm für Demografie-Projekte in der Metropolregion Nordwest und in Weser-Ems an Bürgermeister Thorsten Schmidtke zu übergeben. „Mit 75 000 Euro ist es eines der größeren Projekte“ so Klaukien. Der Oberregierungsrat sagte: „Mit dem Projekt wird ein hervorragendes Beispiel für die Bewältigung der Herausforderungen des demografischen Wandels unterstützt.“ Dabei garantiere die Einbindung der Vereine und Verbände eine breite Verankerung des Projektes in der örtlichen Gemeinschaft, meinte er.

„Das Projekt ist ein großer Gewinn für unsere Gemeinde, es ermöglicht Begegnungen und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, damit Ahlhorn für möglichst viele Menschen eine schöne Heimat wird und bleibt“, formulierte Schmidtke. Nach dem Abzug der Bundeswehr sei der Ort aus dem Gleichgewicht gekommen. Aktuelle Zahlen des Landkreises sehen bei 70 Prozent der Ahlhorner Einwohner einen Migrationshintergrund. „Es ist eine ganze Menge schief gelaufen“, so der Bürgermeister. „Jetzt haben wir uns auf den Weg gemacht, wieder vieles gerade zu rücken“, sagte er zum Förderprogramm und zu der anvisierten Aufnahme in das Programm „Soziale Stadt“.

Im Rahmen von „Vielfalt und ihre Perspektiven für die Region“ will die Gemeinde ein regionales Netzwerk aufbauen, dessen Partner, insbesondere Vereine und Verbände, sich mit den Perspektiven in der Region beschäftigen. Es soll die Stärkung des sozialen Zusammenhalts fördern. Dabei soll Integrationsarbeit zentraler Bestandteil dieses zu schaffenden Netzwerkes sein.

Gegen Stigmatisierung

Das auslaufende Projekt habe dafür in den vergangenen drei Jahren die Grundsteine für die Sozialarbeit in Ahlhorn, gelegt, heißt es. „Erkenntnisse wurden gesammelt. Kontakte hergestellt, es haben vielfältige Aktionen, Kurse und Veranstaltungen stattgefunden“, sagt die Verwaltung. Eine der Einsichten sei, dass der Fokus nicht ausschließlich auf Migranten gelegt werden dürfe.

Ziel des neuen Projektes sei es, „der Stigmatisierung Ahlhorns und der damit verbundenen beginnenden Abwanderung entgegenzuwirken“, so die Kommune. Dieses Ziel soll auch durch die Förderung von nachbarschaftlichen Strukturen und der Identifizierung mit dem Wohnort, dessen Angeboten sowie Ehrenamtlichen und Fachkräften erreicht werden. Schmidtke: „Die Ressourcen und Potenziale sollen gestärkt werden, denn Ahlhorn ist mit seiner Kombination aus gut ausgebauter Infra­struktur und den ländlichen Strukturen ein besonderer Ort.“

Ulrich Suttka
Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2702

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