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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Liebenswerte Gemeinde mit Sprachproblem

08.06.2019

Ahlhorn Die Gemeinde Großenkneten: In der Landeshauptstadt Hannover wird sie zum Begriff. Nach Ministerpräsident Stephan Weil und Umweltminister Olaf Lies (beide SPD) ist am Donnerstagabend mit Björn Thümler (CDU) ein weiteres Mitglied der Landesregierung in der Gemeinde zu Gast gewesen. Der Minister für Wissenschaft und Kultur informierte sich über die Ländliche Erwachsenenbildung (LEB) und deren Integrationsarbeit, schaute sich das Stellwerk Ahlhorn an und äußerte sich über die Versorgung mit Ärzten auf dem Lande.

Mehrfach betonte Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke: „Es ist eine hohe Ehre für uns, Sie zu Besuch zu haben.“ Das dokumentierte sowohl die komplette Anwesenheit der stellvertretenden Bürgermeister als auch der Fraktionsvorsitzenden im Rat beim Empfang im Bildungszentrum (BIZ) der LEB in Ahlhorn. Thümler wurde begleitet vom CDU-Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley. Maßgeblich eingefädelt hatte den Besuch CDU-Fraktionschef Ralf Martens, wie Schmidtke ausdrücklich betonte.

Integrationsarbeit

„Eine lebens- und liebenswerte Gemeinde! Mit einer vorbildlichen Struktur in der Sprachförderung.“ So hat sich Thümler im „Goldenen Buch“ der Gemeinde Großenkneten verewigt. Integration und Sprachförderung: Das waren nämlich die Hauptthemen im BIZ. Schon der Bürgermeister war auf die Besonderheit Ahlhorns mit seinem Anteil von mehr als 70 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund eingegangen. Auch für „die recht wohlhabende Gemeinde“, so Schmidtke, sei die Integrationsarbeit ohne Förderung von Bund und Land nicht zu schaffen. „Integration kostet Geld, aber keine Integration kostet uns noch mehr Geld“, so Schmidtke.

Wie groß der Bedarf ist, verdeutlichten Andrea Naber, Vorsitzende der Kreisarbeitsgemeinschaft der LEB Oldenburg, und Karin Pieper, Regionalleiterin der LEB Region Weser-Ems Mitte. „Wir sind mit dem BIZ noch nicht am Ende. Wir haben den Wunsch, auch das Untergeschoss zu bekommen", sah Naber den Bedarf für weitere Räumlichkeiten. „Wir können noch viel mehr als Sprachkurse“, betonte sie.

Pieper stellte an einer Tafel anhand diverser Zettel die Vielfalt der Integrations-, Sprach- und Alphabetisierungskurse vor, die derzeit laufen. Dabei ist der Erwerb der deutschen Sprache zentrales Thema. Binnen drei Jahren sei die Zahl der Unterrichtsstunden der LEB Großenkneten von 1000 auf nunmehr 5000 gestiegen. Als sehr erfreulich wertete sie die Sprachkurse für geflüchtete Frauen. Hier sei die Nachfrage groß „Das ist genau das richtige Angebot: langsames Heranführen, Vertrauen schaffen, und die Möglichkeit, die Kinder mitbringen zu können.“

Pieper betonte mehrfach, dass die finanzielle Förderung durch das Land sehr wichtig sei, ebenso die Kontinuität der Zuschüsse. Man benötige „qualifizierte engagierte Mitarbeiter und das kann nur im Hauptamt sein“, so die LEB-Leiterin.

Bei aller Integrationsarbeit vergesse die LEB auch die Interessen der anderen Einwohner nicht, ergänzte sie und hatte für Thümler den druckfrischen LEB-Katalog parat.

Der Minister betonte: „Die Erwachsenenbildung hat insgesamt Großartiges geleistet in der Integrationsarbeit.“ Was Integration ausmache, sei die Sprache. Die Kurse würden weiter stattfinden, sagte er. Das Problem seien eher die Kapazitäten. Bei den Sprachkursen reklamierte er für Niedersachsen ein besonders unbürokratisches Vorgehen bei der Genehmigung der Kurse.

FDP-Fraktionschefin Imke Haake sprach das Thema an, dass es keine Sprachförderung mehr durch Lehrer in Kindergärten gebe. So hatte allein die Ahlhorner Grundschule bis Sommer 2018 noch rund 45 Lehrerstunden für die Sprachförderung in den Kindergärten abgegeben. Gerade in einem Ort wie Ahlhorn sei die Einstellung dieser Förderung ein großes Problem. Thümler nahm den Ball auf und sah wie die Großenkneter Politiker das Problem. Er regte einen Brief des Bürgermeisters an den Kultusminister zu diesem Thema an (mit Kopie an ihn) angesichts des besonderen Handlungsbedarfs für Sprachförderung in Ahlhorn.

Stellwerk: „Grandios“

Nach dem BIZ fuhr der Minister samt der Gastgeber zum denkmalgeschützten Stellwerk an der Vechtaer Straße. Hier stellte ihm der Geschäftsführer des Trägervereins, Peter Nieslony, die Geschichte und die Rettung des denkmalgeschützten Bauwerks vor. Thümler zeigte sich vom heutigen Zustand des Gebäudes, in dem der Monumentendienst sitzt, beeindruckt. „Grandios“, so sein Eindruck vom Denkmal. Auch das Faller-Modell des Stellwerks stieß auf sein Interesse.

Als nach fast zwei Stunden der Besuch sich dem Ende zuneigte, sprach der Bürgermeister noch die wohnortnahe ärztliche Versorgung an, wiederum in Ahlhorn ein großes Problem.

Thümler reagierte darauf ebenso ausführlich wie grundsätzlich. Unter anderem verwies er auf zusätzliche Studienplätze, die das Land schaffen werde.

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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