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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Meldewesen: Als das graue Heftchen ausgedient hatte

31.03.2017

Ganderkesee Kästen voller Karteikarten, die sich im „Paternoster“ hin- und herschieben ließen, in der Ecke die schwere Pass-Schreibmaschine und vorne der Tresen, hinter dem der Bürger zu stehen hatte: Das Einwohnermeldeamt im alten Rathaus, erste Tür rechts, hat Birgit Martens noch gut vor Augen. Auch die Arbeitsabläufe: Passfotos wurden von Hand in den Ausweis geklebt und gestanzt. „Manche waren aus dem Familienfoto herausgeschnitten oder hatten Bäume im Hintergrund“, schildert Martens (62), damals wie heute fürs Meldewesen zuständig. Ausweisverlängerungen erfolgten per Stempel und Adressenänderungen wurden auch mal handschriftlich vermerkt, wenn’s schnell gehen musste. Sicherheitsexperten würden heute die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Bei Tippfehler ungültig

Doch nach dem 1. April 1987 mussten sie das nicht mehr: Vor 30 Jahren wurde in Deutschland ein neuer Personalausweis eingeführt und ersetzte das alte graue Heftchen. Die wichtigste Veränderung: Die persönlichen Daten waren maschinenlesbar und erleichterten unter anderem Polizei- und Zollbehörden den Abgleich mit Fahndungslisten. Vereinfacht und beschleunigt wurde auch die Arbeit der Verwaltung. Vorbei die Zeiten, in denen der ganze Ausweis umständlich in die Spezialschreibmaschine eingespannt werden musste. „Und wehe, man hatte sich vertippt“, erinnert sich Birgit Martens. Dann war das Dokument ungültig und die Arbeit begann von vorn.

Mit dem Ausweis von Heute auch online im Geschäft

Am 1. April 1987 wurde bundesweit der maschinenlesbare Personalausweis eingeführt. Die wichtigste Neuerung des laminierten Dokumentes bestand in einer zweizeiligen maschinenlesbaren Zone.

Ab 2001 enthielt der Ausweis ein Hologramm, das die Fälschungssicherheit verbesserte. Seit dem 1. November 2010 hat der Personalausweis Scheckkartengröße und enthält rechts oben einen (nicht sichtbaren) Chip, in dem Personalien und biometrische Daten (Lichtbild sowie optional zwei Fingerabdrücke) gespeichert werden.

Der neue Ausweis ist mehr als nur maschinenlesbar: Mit der Online-Funktion, die je nach Wunsch freigeschaltet oder gesperrt wird, können die Inhaber persönliche Daten für geschäftliche oder behördliche Zwecke übermitteln.

Mit Beginn des digitalen Zeitalters im Meldwesen füllten die Mitarbeiter der Verwaltung das Antragsformular am Bildschirm aus, mehr und mehr konnten sie dabei auf gespeicherte Daten zurückgreifen. Der Bürger brauchte nur noch mit einem speziellen schwarzen Faserstift zu unterschreiben und das Foto beizulegen. Die gesammelten Anträge wurden täglich zunächst noch per Post, später direkt online, an die Bundesdruckerei geschickt und nach einiger Zeit kamen die laminierten Ausweiskärtchen zurück. Das dauerte anfangs bis zu sechs Wochen. Heute geht es deutlich schneller, meistens nach 14 Tagen kann der Bürger seinen neuen Ausweis in Empfang nehmen.

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Zehn Jahre Laufzeit

Das Dokument zu verlängern, ist allerdings nicht mehr möglich. Heute muss immer ein neuer Ausweis beantragt werden – dafür beträgt die Laufzeit jetzt zehn Jahre (für Inhaber ab 24 Jahre, für Jüngere sind es nur sechs Jahre). Teurer ist der Personalausweis auch geworden. 28,80 Euro (bis 24 Jahre 22,80 Euro) kostet das Dokument – fast sechsmal so viel wie die 10 Mark von 1987.

Sein Geld ist der Ausweis aber auch wert, findet Christian Hallanzy, Leiter des Bürgerbüros im Rathaus. Denn mit der 2010 eingeführten Onlinefunktion, die je nach Wunsch gesperrt oder freigeschaltet wird, ist das Dokument vielseitig einsetzbar: beim Shoppen im Internet, für den Abschluss von Versicherungen oder Auskünfte vom Finanzamt – ganz bequem von zuhause, sofern man ein kompatibles Kartenlesegerät hat. Auch immer mehr Verwaltungsvorgänge sollen mit dem Ausweis online ermöglicht werden: Das Abmelden von Fahrzeugen geht schon jetzt, demnächst soll auch die Kfz-Zulassung vom heimischen Computer aus funktionieren. „Damit spart der Bürger viel Wartezeit“, glaubt Hallanzy, weiß aber auch: „und die Verwaltung Personal!“

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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