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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Erster Weltkrieg: Als Pferdeliebhaber in den Krieg

17.03.2014

Edewecht /Hude Prachtvolle Rüstungen, glitzernde Helme und ein imposanter Auftritt hoch zu Ross kennzeichneten die Dragoner im Ersten Weltkrieg. Das Oldenburgische Dragoner-Regiment Nummer 19 folgte dem Kriegsgeschehen und unterstützte die Soldaten der Preußischen Armee sowohl an der West- als auch an der Ostfront. Mit dabei war Otto Gerdes-Röben aus Edewecht.

„Mit Pferden konnte er schon immer gut umgehen“, sagt Martin Gerdes-Röben, der seit nunmehr 43 Jahren in Hude wohnt, über seinen Vater Otto. 1888 geboren, wuchs der junge Ammerländer zusammen mit seinen Eltern und drei Brüdern auf dem familieneigenen Bauernhof auf. Die Liebe zu den Pferden entdeckte Otto Gerdes-Röben früh und entschied sich, Schmied zu werden. „Damals waren die Schmiede nicht nur für die Hufe der Pferde zuständig, sondern auch bei Verletzungen und Krankheiten der erste Ansprechpartner im Dorf“, weiß Gerdes-Röben junior zu berichten.

So war es also nicht verwunderlich, dass der damals 20-Jährige seine Dienstzeit bei den Dragonern in Oldenburg begann. Als der Erste Weltkrieg 1914 ausbrach, war der Edewechter 26 Jahre alt. Auch seine Brüder wurden eingezogen, der älteste der vier Brüder fiel bereits am ersten Tag der Kampfhandlungen.

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Otto Gerdes-Röben folgte mit seiner Einheit den Kampfhandlungen an der Front. Wo er sich gerade aufhielt, teilte er der Familie auf dem heimischen Bauernhof per Feldpostkarte mit. Brügge in Belgien, Arras (Atrecht), eine Gemeinde im Norden Frankreichs, oder entlang des Flusses Yser, der entlang des Grenzgebiets zwischen dem französischen und belgischen Flandern fließt – alle Postkarten zeigten Motive der eroberten Orte. „Vater hat viel aus dem Krieg erzählt, von dem friedlichen Kontakt mit den Soldaten aus anderen Nationen. Aber nie von den Kampfhandlungen“, erinnert sich Martin Gerdes-Röben.

Er erzählte, wie die Soldaten, eigentlich Feinde, gemeinsam Weihnachten feierten. An eine Geschichte denkt der Huder besonders gerne zurück: Die Dragoner waren in einem Weingut in Südfrankreich untergekommen. Die einheimischen Truppen hatten die Brunnen vor Ort unbrauchbar gemacht. Doch die preußischen Soldaten bewiesen Einfallsreichtum: Kurzerhand wurden die Weinfässer aus dem Keller gerollt, abgekocht, um den Alkohol auszutreiben, und an die Soldaten als weitere Trinkrationen verteilt.

1918 kehrte Otto Gerdes-Röben in seine Heimat zurück. Er baute ein Bauernhaus in Hüllstede zur Schmiede aus. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, war der Edewechter 51 Jahre und damit zu alt für einen Kampfeinsatz. 1988 starb er im Alter von 100 Jahren und sieben Monaten.

Lars Puchler Redakteur / Lokalsport Ammerland
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