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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Auf Spurensuche im Huder Kloster

18.05.2017

Hude Unrecht, Gewalt, Verfolgung und Flucht sind Schattenseiten der Geschichte – und diese möchten die Klosterfreunde um Wolfgang Schaller im Klostermuseum Hude nun in einer Sonderausstellung thematisieren. Sie wird am Internationalen Museumstag, Sonntag, 21. Mai, um 11 Uhr unter dem Motto „Spurensuche. Mut zur Verantwortung“ eröffnet.

Der Internationale Museumstag findet in diesem Jahr bereits zum 40. Mal statt. Das Klostermuseum in der von-Witzleben-Allee 1a in Hude bleibt an diesem Tag bis 17 Uhr geöffnet und der Eintritt ist frei. Bei der Eröffnung wird Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew erwartet und es gibt Vorträge, die sich mit den verschiedenen Aspekten der Sonderausstellung beschäftigen.

Vortragende sind Dr. Petra Schönemann-Behrens und Ulrich Hartig vom Oldenburger Flüchtlingsmuseum sowie Hans-Günter Janning von der Pfarrgemeinde der katholischen Kirche.

Die Sonderausstellung kann in drei Bereiche unterteilt werden: Flüchtlinge, die in Hude leben, berichten von ihren Erfahrungen. So hat eine Frau sechs Jahre gebraucht, um im Klosterort anzukommen. „Mit all den Unwägbarkeiten, die eine Frau bei so einer Reise erleben muss“, erklärt Wolfgang Schaller. Solche Schicksale berühren und bewegen ihn. Flucht ist also ein wichtiges Thema – auch in der Gegenwart.

Aber schon zuvor gab es immer wieder Zeiten in der Geschichte, in denen Menschen fliehen mussten. Der zweite Bereich der Ausstellung beschäftigt sich mit der Vergangenheit und Zeitzeugen, die die Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg erlebten. Um diese Zeit anschaulich darstellen zu können, hat die katholische Gemeinde in Hude die ersten Ausstattungsgegenstände der Gottesdienste zur Verfügung gestellt – ein selbst gemachtes Kreuz zum Beispiel. Eine katholische Kirche gab es damals noch nicht.

Auch Huder Schüler sind mit dem Projekt „Meine Flucht aus Breslau“ an der Ausstellung beteiligt und haben sich mit dem Thema Vertreibung auseinandergesetzt.

Der dritte Bereich behandelt dann das Kloster selbst – denn auch die Mönche waren einst laut Schaller mitunter Flüchtlinge. Und nach dem Zweiten Weltkrieg fanden Heimatvertriebene eine erste Unterkunft auf dem Gelände des ehemaligen Zisterzienserklosters.

„Durch Kenntnis der Vergangenheit kann die Gegenwart besser verstanden und die Zukunft sinnvoller gestaltet werden“, ist sich Wolfgang Schaller sicher.

„Wir wollen die Geschichte an diesem Sonntag durch Gespräche mit Flüchtlingen und Zeitzeugen erlebbar machen“, erklärt er.

Bis zum 18. Juni sind die Beiträge der Sonderausstellung zu den regulären Öffnungszeiten noch zu sehen. Das Klostermuseum in Hude hat von Mai bis September samstags, sonntags und an Feiertagen jeweils von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Aber auch extra Führungen durch die Sonderausstellung können unter fuehrungen@klosterhude.de vereinbart werden.