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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Wirtschaft: Bissel an Berlin: Hände weg von der Abwrackprämie

08.05.2020

Bissel Am Mittwochmorgen ist Christine Kowski-Dreischmeier der Geduldsfaden gerissen. Die Inhaberin des Autohauses Mazda Kowski am Moorweg in Bissel schrieb sich den Frust über den aktuelle Situation des Autohandels von der Seele und adressierte das Schreiben direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel – parallel per Mail und Post.

Seit 2003 ist Kowski-Dreischmeier als Geschäftsführerin in der Firma, seit 2010 als Inhaberin. Die 44-Jährige kennt das Auf und Ab in der Branche. Jetzt schlägt die Corona-Krise zu. Für Kowski-Dreischmeier ist die Debatte um Prämien als Kaufanreiz der falsche Weg, die Verschiebung der Entscheidung auf Anfang Juni fatal. Ihr Brief an die Kanzlerin im Wortlaut:

Liebe Frau Merkel, ich schätze Sie sehr und bin ein großer Fan von Ihnen! Auch finde ich, dass Sie in der jüngsten Krise namens „Corona“ Großes leisten.

Bezüglich der Kaufprämie/ Abwrackprämie/Umweltprämie, bitte ich Sie von ganzem Herzen: TUN SIE ES NICHT! Ich bin mit ganzer Seele Autohändlerin, habe ALLES (Herzblut und sämtliches Kapital nebst Altersvorsorge) in das Geschäft zweiter Generation gesteckt. Jede Krise musste ich selbst meistern, denn das ist das unternehmerische Risiko. Die größte Krise war übrigens die Abwrackprämie 2009. Ich habe Jahre gebraucht, um mich davon zu erholen. Eine weitere würde mich ruinieren.

In Teilen wiederholt es sich schon jetzt, denn die Kunden treten von ihren Kaufverträgen zurück! Bitte entscheiden Sie sich gegen dieses Instrument und entscheiden Sie zügig! Diese Hängepartie ist Gift für jeden Autohändler.

VW, Mercedes und Co. haben eine solche Maßnahme nicht verdient. Diese Konzerne sollten erst einmal ihre Hausaufgaben machen und nicht sich selbst als erstes fette Boni ausschütten.

Geben Sie das Geld denen, die es wirklich getroffen hat (Gastronomie und Co.) beziehungsweise denen, die in dieser Zeit an den Rand der Kräfte gegangen sind, indem sie „den Laden am Laufen gehalten haben“ und sorgen Sie dafür, dass die Ämter wieder „normal“ arbeiten. Denn das war für uns der eigentliche Grund, dass wir keinen Absatz hatten: die Schließung der Zulassungsstellen.

Und jetzt, wo es wieder losgehen kann, wird dieses „zarte Pflänzchen“ zertrampelt. Das Letzte, was wir gebrauchen können, ist eine solche Verzögerungstaktik. Wer sich ein Auto leisten kann und will, der braucht diesen Zuschuss nicht! Wer als Hersteller zeitgemäße Fahrzeuge auf die Straße bringt und ehrlich mit sich, seinen Mitarbeitern, den Kunden UND dem Steuerzahler umgeht, der braucht eine solche Prämie auch nicht.

Ich habe eine Verantwortung übernommen, als ich das Geschäft meiner Eltern übernommen habe: Für meine Eltern (Altersversorgung), für das weitere Bestehen des Geschäfts, für meine Kunden und für zehn Mitarbeiter, die ihre Familien versorgen. Wenn das Argument für die Prämie die Sicherung der vielen Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie ist, dann bedenken Sie bitte, wie viele Menschen im Autohandel arbeiten. Diese wären durch diese Entscheidung existenziell gefährdet.

In meinen Augen ist es unsozial, wenn die Hersteller jetzt auf das „Corona-Pferd“ aufspringen und somit die stehengebliebene Ware auf die Straße bringen. Auch Hersteller müssen verantwortungsvoll denken und handeln! Hersteller müssen zu den eigenen Fehlern stehen und diese beheben! Es ist nicht die Politik und letztendlich der Steuerzahler, der diese Verantwortung übernehmen muss!

Ich bitte Sie also herzlich: TUN SIE ES NICHT! Und entscheiden Sie schnell!

Herzliche Grüße aus dem Norden! Christine Kowski-Dreischmeier

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