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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Gedenktag: Damit die Familie nicht vergessen wird

27.01.2017

Ganderkesee „Es ist notwendig, dass man sich damit beschäftigt, auch heute noch“, betont Hartmut Berlinicke. Der Wildeshauser Künstler hat 1993 den Alexanderstein angefertigt. Der Stein steht heute an der Stelle, wo früher das Haus der Familie Alexander stand, die der Grausamkeit des NS-Regimes erlag. „Eine Familie, die wir nicht retten konnten“, sagt Elfriede Sotta, ehemalige Vorsitzende des Orts- und Heimatvereins Ganderkesee, traurig.

Die Familie Alexander

Familie Alexander war die einzige jüdische Familie, die zur Zeit des Nationalsozialismus in Ganderkesee lebte. Das Bauernhaus der Familie befand sich nahe der Kirche, an der Ecke Ring und Lange Straße. Fritz Alexander, der 1864 geboren wurde, und seine Frau Sara, 1865 geboren, waren als Viehhändler in Ganderkesee bekannt.

Nachdem sie der massenhaften Verhaftung der Juden während des Novemberpogroms aufgrund ihres hohen Alters entgehen konnten, wurde das Ehepaar 1940 festgenommen. Im Konzentrationslager Theresienstadt fand Sara bereits am 26. September 1942 den Tod. Familienvater Fritz überlebte seine Frau um einige Monate und starb am 27. April 1943 in Theresienstadt. Die Kinder kamen, bis auf Sohn Heino, der zwar 1939 ins Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert wurde, diese Zeit aber überlebte, alle ums Leben. Tochter Rosa starb gemeinsam mit Ehemann Bernhard Baum und Sohn Hermann nach Juni 1942 in einem der Vernichtungslager im Osten. Der Jüngste, Sohn Adolf, starb nach dem 25. Oktober 1941 im Ghetto Lodz.

Der Stein...

Die offizielle Aufstellung des Alexandersteins fand am 27. April 1993 statt – genau 50 Jahre nach Fritz Alexanders Tod. Damals organisierte die Gemeinde eine Veranstaltungsreihe mit Vorträgen, Gesangsdarbietungen jiddischer Lieder, einer Theatervorführung und natürlich der Enthüllung des Mahnmals.

Dafür, dass der Stein heute dort steht, wo früher das Alexanderhaus stand, kämpfte 1993 Elfriede Sotta: „Der Stein sollte ursprünglich in das Ehrendenkmal an der Mühlenstraße“, erinnert sie sich. Mit diesem Standort war sie aber nicht einverstanden: „Er sollte da hin, wo sie gelebt haben. Damit Kinder, wenn die von der Schule da vorbeikommen, fragen, was der da soll.“

... und sein Vergessen

Der Stein sollte gut sichtbar platziert werden, und nicht da, wo ihn kaum jemand sieht. Auch andere, die den Stein sehen, sollten angeregt werden nachzudenken, „damit die Familie nicht vergessen wird“. Die Familie Alexander „wurde sehr geschätzt, von ihren Nachbarn und allen anderen“, und dies wird auch bei Führungen versucht zu vermitteln, erklärt Helga Härtel, Gästeführerin der Gemeinde.

Nun steht er da, an der Straßenecke im Gebüsch, die Menschen gehen vorbei. Kaum einer betrachtet heutzutage noch das Mahnmal, das verwittert im Beet liegt. Pflegen sollte den Stein eigentlich der Kommunalservice. Warum er dennoch, auch zum Gedenktag, nicht hergerichtet wird, und dort auch keine Gedenkfeier stattfindet, wusste keiner der Befragten auf Anfrage der NWZ.

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