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Aktualisiert vor 4 Minuten.

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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Gesundheit: Dem eigenen Kontrollverlust offen begegnen

22.10.2015
Frage: Herr Zimmermann, was ist Stottern eigentlich?

Zimmermann: Stottern beginnt meist im Alter zwischen zwei und fünf Jahren. Kinder, die stottern, verlieren für Momente die Kontrolle über ihr Sprechen. Man spricht hier von einer Sprechstörung. Diese äußert sich in Form von unfreiwilligen Wiederholungen, Verlängerung von Lauten und Blockierungen, bei denen die Sprechbewegung völlig einfriert.

Frage: Gibt es daneben noch andere Begleiterscheinungen?

Zimmermann: Ja, und die können auffälliger sein als das ursprüngliche Stottern. So werden manche Kinder beim Sprechen lauter oder bewegen Kopf und Arme beim Reden oder ziehen Grimassen. Andere versuchen dem Stottern vorzubeugen, indem sie flüstern, im Singsang sprechen oder gefürchtete Wörter umformulieren beziehungsweise ganz ersetzen. Manche schieben auch ein „Ähm“ ein.

Frage: Ist Stottern eine angeborene Sprachstörung?

Zimmermann: Man geht davon aus, dass es eine – in vielen Fällen genetische – Veranlagung fürs Stottern gibt. Früher oder später wird dann bei entsprechender Veranlagung das Stottern ausgelöst. Bei manchen Kindern können auch eine besonders schnelle oder gestörte Sprachentwicklung oder besondere Lebensereignisse eine Rolle spielen. Häufig lässt sich jedoch im Nachhinein kein Auslöser feststellen. Die Vermutung, dass Eltern die Schuld für das Stottern tragen, ist auf jeden Fall völlig überholt.

Frage: Wer ist betroffen?

Zimmermann: Europäischen Studien zufolge stottern etwa fünf Prozent aller Kinder. Doch erfreulicherweise überwinden circa 75 Prozent von ihnen das Stottern ohne Therapie, so dass nur etwa ein Prozent der erwachsenen Bevölkerung stottert.

Frage: Ist Stottern heilbar?

Zimmermann: Nein, Therapiekonzepte, die Heilungsversprechen abgeben, sind unseriös. Häufig werden durch eine Sprechtechnik Stotter­ereignisse unterdrückt und dieses flüssige Sprechen fälschlicherweise als „geheiltes Stottern“ bezeichnet. Wenn die Technik nicht mehr eingesetzt wird, sind die Stotterereignisse wieder hörbar.

Frage: Muss in jeden Fall therapiert werden?

Zimmermann: Eine Therapie ist dann erforderlich, wenn Eltern unsicher sind im Umgang mit dem Stottern ihres Kindes. Eine Stottertherapie kann frühestens mit zweijährigen Kindern begonnen werden. Dann reicht teilweise eine Beratung aus. Bei jungen Kindern versucht man, die Rückbildung des Stotterns zu begünstigen. Stotternde nach der Pubertät müssen sich auf ein Leben mit dem Stottern einstellen. Hier ist das Ziel ein möglichst souveräner Umgang mit dem Stottern und die Verbesserung der Sprechflüssigkeit. Gleichzeitig lernen Kinder und ihre Umgebung, möglichst gelassen mit dem Stottern umzugehen. Ziel ist auch, dass die Betroffenen und ihre Angehörigen Vorurteile abbauen.

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