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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Der Traum von Karate bleibt

23.09.2016

Ganderkesee Kheder Alsalama ist Syrer und wohnt seit einem Jahr in Ganderkesee. Er ist verheiratet und hat vier Kinder, aber seine Familie ist noch in der Türkei. In seiner Heimat war Kheder zwölf Jahre lang Karatetrainer und hat den dritten schwarzen Gürtel. Karate ist sein Hobby und war seine Arbeit. Der 36-Jährige hat immer davon geträumt, ein berühmter Karatekämpfer zu werden. Aber davon ist er nun weit entfernt, denn seit drei Jahren hat er eine Behinderung.

Kheder wurde in Damaskus geboren und hat dort in einem gefährlichen Kriegsgebiet gelebt. Als ein Kampfjet ein Geschoss über seiner Wohnung abgeworfen hat, verlor er seinen Arm und hat seitdem ein Problem mit dem Fuß. „In dieser Nacht habe ich die Kampfjets gehört und nie gedacht, dass ich bombardiert werden würde. Aber sie kamen genau über mein Haus und haben alles kaputt gemacht. Gott sei Dank war meine Familie nicht zuhause“, sagt Kheder.

In seinem Bezirk gab es weder Krankenwagen noch Krankenhaus, nur ein paar Ärzte und Pfleger. Auf Dauer reichte das wegen der Bombardierung durch Regierungskampfjets aber nicht. Kheder wurde zwar operiert, aber leider musste sein Arm trotzdem amputiert werden.

Er ist dann in die Türkei geflohen und mit dem Boot weiter nach Griechenland. Das war sehr schwierig, aber sein Cousin hat ihm geholfen. Kheder musste ohne seine Familie fliehen, weil das Geld nicht für alle gereicht hat. Am 5. September 2015 ist er in Dortmund angekommen. Über Bramsche kam er am 20. September nach Ganderkesee und wohnt hier in einer Wohnung mit 13 Männern.

Er hat zwei Deutschkurse gemacht, jetzt macht er eine berufspraktische Qualifizierung in der VHS Wildeshausen. Er hat nach einem Praktikum gesucht, aber wegen seiner Behinderung keins gefunden. Er will schnell Deutsch lernen, weil er arbeiten möchte. Aber er hat noch keine Aufenthaltserlaubnis und wartet auf seine Familie. „Ich vermisse meine Familie so viel und wir skypen jeden Tag. Meine kleine vierjährige Tochter weint dann immer“, erzählt Kheder. „Aber mein Traum ist nicht untergegangen. Ich kann zwar nicht Karate kämpfen, aber ich könnte eine Flüchtlingsgruppe trainieren oder Schiedsrichter werden. Ich bin nach Deutschland gekommen, weil die medizinische Versorgung hier gut ist. Ich würde gerne eine Prothese bekommen und mein Wunsch ist es, hier mit meiner Familie ohne Angst in Frieden zu leben.“

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