• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Zugverkehr nach tödlichem Unfall gestört
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 1 Minute.

Zwischen Hude Und Delmenhorst
Zugverkehr nach tödlichem Unfall gestört

NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Elmeloher als Senior-Experte gefragt

28.11.2018

Elmeloh Weltweite Flüchtlingsbewegungen stellen Staaten und Gesellschaften vor große Herausforderungen – und in der Diskussion darüber wird immer wieder als vorrangiges Ziel genannt, man müsse „die Fluchtursachen bekämpfen“.

Genau das macht Dr. Reinhold Schütte. Als einer von rund 12 000 Einsatzkräften des Senior-Experten-Service (SES) leistet der Elmeloher einen kleinen Beitrag dazu, dass Menschen in der Dritten Welt sich eigene Existenzen aufbauen, von denen sie und ihre Familien leben können. Dass sie am Konsum teilhaben. Dass ihre Staaten und deren Infrastrukturen sich von unten entwickeln können und Anschluss finden an die globalisierte Welt. Dass Armut und Arbeitslosigkeit für die Menschen keine Gründe mehr sein müssen, um ihre Heimat zu verlassen und in der Fremde, wo sie nicht unbedingt mit offenen Armen erwartet werden, auf neue Chancen zu hoffen.

12 000 Ruheständler im Einsatz

Seit 35 Jahren gibt es den Senior-Experten-Service (SES) mit Sitz in Bonn, der von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit getragen wird. Aktuell sind rund 12 000 Ruheständler für den Dienst weltweit im Einsatz.

Hilfe zur Selbsthilfe ist das Prinzip der Projekte. SES-Repräsentanten in mehr als 90 Ländern dienen als Verbindungsglieder zwischen SES, den Experten und örtlichen Projekten – auch um korrupte Hierarchien zu umgehen.

www.ses-bonn.de

„Leute wollen nicht weg“

„Die Leute wollen ja nicht weg“, weiß Schütte aus eigener Anschauung. „Die Bindung zur Familie, zu ihrem Land, ihrer Heimat, ist sehr stark.“ Nur müssen sie in dieser Heimat auch menschenwürdig und auskömmlich leben können. Das zu ermöglichen, ist der Auftrag der SES–Experten: Fach- und Führungskräfte im Ruhestand, die mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung in aller Welt örtliche Projekte voranbringen.

So wie Reinhold Schütte, 75 Jahre alt, gelernter Agraringenieur und bis zu seiner Pensionierung vor zehn Jahren beim Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in Oldenburg als Abteilungsleiter für Ökologischen Landbau, Marktangelegenheiten und Futtermittelüberwachung zuständig. Außerdem als früherer Ratsherr und jetziger Kreistagsabgeordneter der Grünen mit politischen Prozessen bestens vertraut. Vor gut zwölf Jahren hat er sich in die SES-Datei eintragen lassen, seitdem ist er ein bis zweimal im Jahr als Seniorexperte im Einsatz, vornehmlich in Asien und Afrika.

Drei Wochen in Tansania

Gerade ist Schütte zurück von einem dreiwöchigen Aufenthalt im südlichen Tansania. In der Region Njombe, nahe dem Malawisee, hat er im Oktober eine landwirtschaftliche Genossenschaft beraten und für den Aufbau einer Fischzucht den Businessplan erarbeitet – in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Beteiligten, das war ihm wichtig: „Es sollte nicht mein Dokument sein, sondern das der Genossenschaft.“ Die Einheimischen zu eigenen Erfolgen führen und so zu motivieren, ist ein wesentlicher Anspruch der SES-Arbeit.

30 Fischteiche hatte die Genossenschaft schon angelegt, 300 sollen es werden. Wie sicher ist die Finanzierung? Welche Marktentwicklungen sind zu berücksichtigen? Wie kann die Transportkette funktionieren? Fragen wie diese, die entscheidend sind für Erfolg oder Misserfolg, waren zu klären. „Es ging um den kompletten Weg von der Produktion bis zur Vermarktung“, erklärt Schütte und lobt die „hervorragende Zusammenarbeit“ mit der Genossenschaft.

Viele Erfahrungen

Erfreuliche Erfahrungen und angenehme Erinnerungen verbindet Reinhold Schütte auch mit früheren Einsätzen für den SES, etwa im südlichen Kaukasus („mein Revier“ nennt er die Region), in Kasachstan, wo er ein Curriculum für einen landwirtschaftlichen Studiengang an der Uni entwickelte und sogar selbst unterrichtete („eine ganz neue Erfahrung für mich“), in China, wo er auch selber noch etwas lernen konnte, und eben in Afrika – allein dreimal war er in Uganda.

Für Transport, Unterbringung und Verpflegung vor Ort sorgt der SES. Schütte geht indes als Senior-Experte nicht überall hin. Zu lange möchte er nicht getrennt sein von Frau und Familie, Haus und Garten in Elmeloh, darum lehnte er einen Halbjahres-Auftrag in Botsuana ab. Und wo es gefährlich werden könnte, etwa im von islamistischem Terror geplagten Grenzgebiet von Kamerun und Nigeria, sagt er auch lieber ab.

Nach dem Einsatz in Tansania will Reinhold Schütte „jetzt mal ein Jahr Pause machen“. Aber er verfolgt aus der Heimat, was aus den Projekten wird, die er begleitet hat. Auch der Aufbau der Fischzucht im Bezirk Njombe „verläuft bestimmt anders als geplant“, meint er. Unerwartete Konkurrenz, Schwankungen in der Nachfrage – irgendetwas passiert leicht, was in keinem Businessplan vorgesehen war.

Afrikas großes Problem

Trotzdem ist Reinhold Schütte zuversichtlich mit Blick auf die Zukunft solcher örtlichen Projekte: Verständnis für und Bereitschaft zu Eigeninitiative sei in der Bevölkerung vielfach vorhanden, auch die Bildung verbessere sich stetig. „Aber Afrika hat ein demografisches Problem“, weiß der Senior-Experte: Der größte Teil der Bevölkerung ist jung und sucht Arbeit. Gewerbe und Industrie gebe es zu wenig, um den Bedarf zu befriedigen. Immer noch die meisten Menschen arbeiten in der Landwirtschaft und brauchen Chancen. Wenn sie die nicht finden, entsteht eine Fluchtursache.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
Rufen Sie mich an:
04222 8077 2741
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.