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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Erst nach der Schafferzeit gibt’s viel zu schaffen

03.06.2014

Wildeshausen Bürgermeister wäre er ja gern geworden. „Ich hab’s versucht. Aber ich trage jetzt auch nicht Trauer, dass es nicht geklappt hat“, sagt Andreas Tangemann. Für ihn steht jetzt erstmal wieder Pfingsten im Mittelpunkt. Ein Gildefest ohne Wahlkampf. Eigentlich wie jedes Jahr – und doch diesmal etwas anders. Tangemann feiert ein besonderes Jubiläum. Vor 25 Jahren wurde er zum Schaffer gekürt.

1989 war ein warmes Pfingstfest. Daran kann sich Maria Tangemann noch gut erinnern. Und an die Mode damals. Die Männer trugen Schnauzbart, die Kleider hatten Schulterpolster. Viele Fotos von damals haben die Tangemanns nicht mehr. Ein Missgeschick, welches in der analogen Zeit bisweilen vorkam, ereilte auch den jungen Schaffer. „Der Film, den wir im Rathaussaal gemacht hatten, ging leider verloren.“

Nicht verloren gingen viele wunderbare Erinnerungen. „Schaffer ist das beste Amt bei der Gilde überhaupt“, sagt Tangemann. Man ist bei allen Veranstaltungen dabei, man kann genießen und hat keine anstrengenden Aufgaben. Was sich mit dem Ende der Schaffer-Zeit schlagartig ändert. „Als ich Fähnrich wurde, hatten meine Frau und ich plötzlich richtig zu tun“, erinnert sich Tangemann.

Bei Maria Tangemann hatte es hingegen ganz andere Sorgen gegeben, als die Fähnriche ihren Mann als Schaffer ausgeguckt hatten. „Ich habe an die Kosten gedacht. Damals standen immer Unsummen im Raum“, berichtet sie. Von 25 000 Mark habe man gesprochen. Letztlich waren es um die 1500 pro Fähnrichsjahr. „Wir Fähnriche haben alle in einen Topf eingezahlt und dann die Kosten gleichmäßig aufgeteilt“, erzählt Andreas Tangemann.

Für ihn war das Amt Ehrensache. „Ich stamme aus einer alten Wildeshauser Familie. Auch mein Vater war schon 1963 Schaffer gewesen“, so Tangemann. Was ihn an dem Amt als Offizier reizt? „Ich mag es, wenn ich gestalten kann und in der Organisation eingebunden bin.“ Bereits als Fähnrich war Tangemann in einigen Ausschüssen. Beim Aufbau der Vogelstange, was früher ein ziemlicher Akt war, beteiligte er sich. Im Musik-Ausschuss sorgte er als Vorsitzender über viele Jahre hinweg für die Richtige Stimmung beim Fest.

Später war er fünf Jahre lang Hauptmann der Wache – für ihn einer der ganz interessanten Posten bei der Gilde. „Die Wache ist irgendwie ein Verein im Verein“, sagt Tangemann. Und die Gerichtsverhandlungen von Gilde-Richter Boning sind für ihn schon legendär. „Er hat einen wirklich tollen Humor und kennt Wildeshausen und die Menschen.“

Seit 2011 bekleidet Major Tangemann eines der ganz wichtigen Ämter. Als Adjutant des Oberst gehört er zu den Spitzen der Gilde.

Und die Familientradition könnte sich fortsetzen. Der älteste Sohn ist bereits Mitglied, der jüngere wird es wohl werden. Und vielleicht gibt es in einigen Jahren ja den nächsten Schaffer Tangemann.

Jasper Rittner
Redaktionsleitung
Redaktion Westerstede/Oldenburg
Tel:
04488 9988 2601

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