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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Mahnend gegen das Vergessen

28.01.2019

Falkenburg Am 27. Januar 1945, vor 74 Jahren, befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Seit 1996 wird jedes Jahr am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Der SPD-Unterbezirk Oldenburg-Land legte am Sonntag im Flett des früheren Lutherstifts, jetzt Dorfpark Falkenburg, einen Kranz nieder. Der Landtagsabgeordnete und Unterbezirksvorsitzende Axel Brammer mahnte bei der Gedenkstunde gleich mehrfach.

Mehr Engagement

Bereits zum vierten Mal organisierten die Sozialdemokraten die kleine Gedenkfeier auf dem Gelände des Dorfparks. „Und wir werden sie weiter organisieren, damit überhaupt etwas stattfindet“, betonte Brammer. Das kommende Jahr, in dem sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 75. Mal jährt, wäre die passende Gelegenheit, „die Gedenkstunde endlich auf breitere Füße zu stellen“. Ein Engagement deutlich über die Kreise der SPD hinaus, das würde er sich wünschen.

Zunahme von Rassismus

Die „Gnade der späten Geburt“ entbinde nicht von der Verantwortung, so der Landtagsabgeordnete. „Rassismus und Fremdenhass gehören wieder zum Alltag in unserer Gesellschaft“, sagte Brammer vor den rund 40 Gästen im Flett, zu denen auch die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler und die SPD-Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag gehörten. Auch die Zahl derer, die wegschauen, würde wieder zunehmen. Ein Umstand, den Brammer nicht hinnehmen will: „Nehmen Sie alle Möglichkeiten wahr, dass dieser Staat ein demokratischer bleibt!“

Weniger Zeitzeugen

Die Sorge vor zunehmendem Fremdenhass trieb auch die anderen Redner der Gedenkstunde an.

Pedro Becerra, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Delmenhorst, dankte aber zunächst all denjenigen, die die Erinnerung am Leben erhalten: „Für uns Juden ist es nicht leicht, in die Breite zu gehen. So viele gibt es von uns in Deutschland nicht mehr.“ Die Taten Deutschlands in der Zeit des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, würde immer wichtiger werden: „Wir werden bald keine Überlebenden mehr haben, die aus dieser Zeit berichten können“, so Becerra. Wenn wieder rechte Parteien in deutschen Parlamenten sitzen, sei der Moment gekommen, in denen „aufgeklärte Menschen, Demokraten“ aufstehen und sich gegen diese Strömungen stellen müssten.

Gegen Rechts

Dr. Norbert Boese, Vorsitzender des Freundeskreises der Jüdischen Gemeinde Delmenhorst, erinnerte an das Warschauer Ghetto, daran, dass von drei Millionen polnischen Juden nur 30 000 überlebt haben. Auch er betonte, dass man sich entschieden gegen rechtsextreme Strömungen in der heutigen Gesellschaft stellen müsse.

Erinnerung an Berlinicke

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Fred Molde, der auch die Melodie des Films „Schindlers Liste“ spielte. Zu Beginn der Gedenkstunde erinnerte Axel Brammer zudem an den Künstler Hartmut Berlinicke. Der Wildeshauser hatte die Flett-Wand gestaltet, in der auch ein Stein aus dem Krematorium 3 des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau eingearbeitet ist. Berlinicke war im März 2018 im Alter von 75 Jahren verstorben.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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