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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Tennisverein will neue Anlage bauen

14.11.2017

Ganderkesee Im Juni hatte der Ganderkeseer Tennisverein (GTV) noch erleichtert mitgeteilt, dass seine Existenzkrise, die durch hohe Pachtrückstände gegenüber Carsten Weyhausen, Eigentümer der Tennisanlage am Schlutterweg, entstanden war, überstanden sei. Man habe eine Übereinkunft getroffen, die es dem Verein ermögliche, auf der Anlage zu bleiben, hieß es damals. Doch nur zweieinhalb Wochen später dann der Schlag: Weyhausen teilte mit, dass er nach dem 31. Dezember 2018 andere Pläne mit dem Gelände hat.

Der GTV versucht nun händeringend, das Aus des Vereins zu verhindern – und bittet dabei die Gemeinde um Hilfe. Die Vereinsführung will eine neue Tennisanlage bauen. Die Kosten liegen laut Kalkulation des GTV bei rund einer Million Euro. Neben einer Halle für mehr als 600 000 Euro sollen ein Clubheim für 150 000 Euro sowie sechs Tennisplätze entstehen.

150 000 Euro soll die Gemeinde Ganderkesee beisteuern, zudem beantragt der GTV, dass sie ein voll erschlossenes Grundstück zur Verfügung stellt. Außerdem rechnet der rund 200 Mitglieder starke Verein mit Zuschüssen in Höhe von jeweils maximal 100 000 Euro vom Landessportbund und dem Landkreis Oldenburg.

Erster Gemeinderat Rainer Lange glaubt nicht, dass es möglich ist, eine entsprechende Anlage bis Ende kommenden Jahres zu bauen. „Selbst wenn die Politik zustimmt, die Bauleitplanung dauert auch mal ein Jahr, hinzu kommt Zeit für die politische Entscheidungsfindung“, sagte Lange auf Nachfrage der NWZ. Er weiß, dass das Vorhaben ohne Bereitsstellung eines Grundstückes für den GTV nicht zu stemmen ist. Die liquiden Mittel würden nicht reichen.

Die Gemeindeverwaltung legt den Mitgliedern des Ausschusses für Schulen, Jugend und Sport, der an diesem Mittwoch, 15. November, ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses tagt, keine Beschluss- sondern lediglich eine Mitteilungsvorlage vor, da sie zum Antrag des Vereins noch einige Anmerkungen hat. Unter anderem bemängelt die Verwaltung das Finanzierungskonzept des GTV.

So kalkuliert der Verein für den Neubau eines Clubheims mit Sanitäranlagen und Sozialräumen mit Baukosten in Höhe von 150 000 Euro – aus Sicht der Gemeindeverwaltung zu wenig. Darüber hinaus seien bei der Kalkulation keine Neben- sowie Ausstattungskosten berücksichtigt worden. Des Weiteren gehe der GTV beim Bau der Tennishalle von Nebenkosten in Höhe von zehn Prozent der Baukosten aus. Die Gemeinde kalkuliere aber aktuell bei Baumaßnahmen Nebenkosten in Höhe von 20 bis 25 Prozent der Bausumme ein. Auch die laufenden Unterhaltungskosten für den Betrieb der Anlage sind aus Sicht der Verwaltung zu niedrig angesetzt. Außerdem bemängelt die Gemeindeverwaltung, dass unter anderem die Anlage der Parkflächen, Zuwegungen, Einfriedungen und Grünflächen im Konzept nicht berücksichtigt worden sind. Hinzu komme, so die Verwaltung, dass die Gemeinde Vereinen auf Grundlage der Richtlinie für die außerschulische Sportförderung normalerweise einen Zuschuss in Höhe von bis zu 50 000 Euro gewährt.

GTV-Vorsitzender Ralf Kotzott hofft dennoch auf die beantragte Unterstützung der Gemeinde. Weiter will er sich vor der Ausschusssitzung, an der laut Kotzott der Vorstand des GTV teilnehmen will, nicht äußern.