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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Anwohnerprotest: Weiter Konfusion um Recyclinganlage

15.02.2020

Mit dem Wind nach Westen, so könnten Stäube nach der möglichen Ansiedlung einer Bauschutt-Recyclinganlage vom Industriegebiet an der Weststraße über die Häuser der Anlieger oder die Sportanlage des TSV Ganderkesee direkt in den Ort hinein ziehen. Wie groß diese Sorge vor zusätzlichen Emissionen ist, haben die Anlieger des Industriegebiets am Donnerstagabend im Gemeindeentwicklungsausschuss schon allein durch ihre starke Präsenz gezeigt.

Worum geht es bei der Bebauungsplanänderung?

Vordergründig würde die Änderung des Bebauungsplans 160/Bürstel – wie von der Verwaltung empfohlen – nur einen halben Hektar, den Bereich eines nie realisierten Regenrückhaltebeckens, in dem seit 1994 bestehenden Industriegebiet mit 3,1 Hektar der Nutzung zuführen. Die Konsequenzen der Erweiterung seien aber nicht absehbar, argumentieren die Anlieger.

Was könnte dort letztlich entstehen?

Für die Fläche in Gemeindebesitz gibt es schon einen Interessenten: In der Bürgerfragestunde stellte sich Stephan Nyhuis vor und erklärte, seinen Baubetrieb dort erweitern und in großen Mengen Straßenbaustoffe lagern zu wollen. „Ich will da komplett die Angst rausnehmen“, wandte er sich den Gegnern zu. Die Planungen seien noch nicht so weit, der Bau einer Bauschutt-Recyclinganlage sei aber eine Fehlinformation.

Was sagt die Verwaltung zu den Absichten?

Ein Industriegebiet sei die höchste Kategorie, was dort zulässige Emissionen betreffe. Sie ließe den Bau solch einer Anlage zu, bestätigte Gemeindeentwicklungsleiter Peter Meyer. Planerisch wäre die Verwaltung dann raus. Allerdings müssten Landkreis und Gewerbeaufsicht die Anlage genehmigen. Bei einer Ausweisung als Gewerbegebiet hätte die Verwaltung noch gewissen Einfluss, jedoch: „Auch dann wäre eine solche Anlage nicht völlig zu verhindern“, so Meyer. Dem von der FDP ins Spiel gebrachten Antrag, derartige Installationen im B-Plan einfach auszuschließen, räumte er keine Chancen ein.

Wie reagieren Anlieger und Ausschussmitglieder?

Während der Auslegungsfrist hatten Bürger mehr als 100 Einwendungen gegen die Bebauungsplanänderung und aus ihrer Sicht somit gegen die befürchtete Anlage eingereicht. Anliegersprecher Manfred Neugebauer fasste den Leidensdruck zusammen: „Wir haben die Spitze erreicht, jede weitere Emission wäre zu viel.“

Drastisch stellte Arnold Hansen den Standpunkt der Freien Wähler dar: „Eine solche Anlage gehört nicht in die unmittelbare Nähe von Wohnbebauung.“ Und er legte nach: „Bei Westwind haben wir schon jetzt im Ort Geruchsbelästigung durch K-Nord.“ Starke Emissionen bei Westwind aus dem Gebiet bis hinein in den Ort bestätigte Dr. Volker Schulz-Berendt (Grüne) aus eigener Erfahrung. Er war dort einst bei der nicht mehr existenten Firma U-Nord tätig: „Wir werden alles tun, um das Projekt zu verhindern.“ Auch Thorsten Busch (UWG) schlug sich auf die Anlieger-Seite. Die schiere Zahl der Einwendungen zeuge von der großen Besorgnis. Konträr die Auffassung der SPD-Fraktion. „In Zeiten des Klimaschutzes haben wir nichts gegen Recycling“, betonte Werner Brakmann.

Was wurde letztlich überhaupt beschlossen?

In der Gemengelage aus Konfusion und Besorgnis konnte die CDU-Fraktion punkten: „Der Interessent soll sein Vorhaben zuerst konkretisieren“, forderte Ralf Wessel. Der Ausschuss folgte seinem Antrag, den Beschluss zurückzustellen, um der Verwaltung Zeit zu geben, Anlieger und Unternehmer zusammenzubringen.

Thorsten Konkel Redakteur, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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