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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Volkstrauertag In Ganderkesee: „Weiter am Haus Europa arbeiten“

18.11.2019

Ganderkesee /Elmeloh „Wer hätte das gedacht!“ – Dieser Satz fiel häufig, als Bürgermeisterin Alice Gerken am Sonntagvormittag bei der zentralen Gedenkfeier zum Volkstrauertag im Namen der Gemeinde und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Vertreter von Vereinen, Verbänden und aus der Politik willkommen hieß. Dass die Ganderkeseer heute in der polnischen Partnerstadt Pułtusk herzlich empfangen würden, wie zuletzt bei ihrem Besuch vor zwei Monaten, sei mit Blick auf die Geschichte keineswegs selbstverständlich, sagte Gerken.

„Kaum ein Land musste unter der der deutschen Besatzung so leiden wie Polen“, machte sie deutlich. Auch wenn die heutige Generation keine Schuld am Geschehenen trage, gebe es eine kollektive Verantwortung, dafür Sorge zu tragen, „dass Deutsche nie wieder als Bedrohung empfunden“ würden.

Auf Versöhnung und Völkerverständigung lenkte dann auch Erster Gemeinderat Matthias Meyer den Fokus. Er hielt diesmal die offizielle Ansprache im Rathaus und spannte den Bogen von den gerade gefeierten Jahrestagen – 30 Jahre Mauerfall und 70 Jahre Grundgesetz – bis zur europäischen Idee. Meyer wollte den Volkstrauertag auch als Erinnerung daran verstanden wissen, „dass Meinungsfreiheit nicht immer und überall in Deutschland galt“. Dieses hohe Gut gelte es zu bewahren.

Meyer schilderte außerdem seine ganz persönlichen Erfahrungen mit der langjährigen Städtepartnerschaft zwischen Ganderkesee und dem französischen Château-du-Loir, die sein inzwischen verstorbener Vater mitbegründet und mitgeprägt hatte. Er beschrieb die Bande, die dadurch zu Frankreich entstanden sind. Er fühle sich dadurch als Europäer. „Europa bedeutet nicht die Aufgabe der Nation, sondern des Nationalismus.“ Meyers Appell: Die Trauer um die Opfer der Weltkriege müsse dazu mahnen, „weiter am Haus Europa zu arbeiten“.

Auch viele Vereine und Dorfgemeinschaften aus dem Gemeindegebiet gedachten am Sonntag der Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft. Der Heimat- und Ortsverein Elmeloh-Almsloh etwa hatte zur Gedenkfeier in Elmeloh geladen. Dort verlasen nach einer Ansprache von Pastorin Julia Klein Ortsvereinsvorsitzender Reinhard Siemer und seine Frau Gaby Auszüge aus Feldpostbriefen von August Borscholte, der im März 1944 mit 19 Jahren ums Leben kam und dessen niedergeschriebene Gedanken im Nachlass eines Vereinsmitglieds aufgetaucht waren. Musikalisch begleitet wurde die Feier vom Posaunenchor Bookholzberg.

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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