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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

„Herr der Zahlen“ hat sich bezahlt gemacht

31.08.2019

Ganderkesee Normalerweise, so sagte Alice Gerken, verwende sie in ihren Reden keine Zahlen und Fußball-Metaphern – um beides kam Ganderkesees Bürgermeisterin jedoch am Donnerstagabend im Airfield-Restaurant nicht herum: Denn in den Ruhestand verabschiedet wurde dort der langjährige Erste Gemeinderat Rainer Lange (61), nicht nur verwaltungsintern bekannt als „Herr der Zahlen“ und glühender Werder-Fan.

Also ließ sich der Vergleich zum Fußball nicht lange vermeiden: Das Rathaus ohne Rainer Lange sei wie Werder Bremen ohne Claudio Pizarro, meinte Gerken: „Beide sind Methusalems in ihrem Fach, beide können was mit dem Kopf, beide sind alle 14 Tage im Weserstadion – und beide können kein Plattdeutsch.“

Milliarden ausgegeben

Zudem seien beide „teuer im Unterhalt“. Bei Lange, der von 1992 bis 2019 für den Haushalt verantwortlich war, hatte die Bürgermeisterin es genau ausgerechnet: Rund 2,5 Milliarden D-Mark habe er in seiner Amtszeit ausgegeben, im Schnitt 26 850 Euro pro Arbeitsstunde. Die Personalkosten seien in den 28 Jahren von 7,3 auf 17,2 Millionen Euro gestiegen.

Der Erste Gemeinderat habe aber auch viel eingebracht: Die Schulden seien unter seiner Ägide stark zurückgegangen, die Gewerbesteuereinnahmen enorm gestiegen. Der Rathaus-Neubau zu sehr günstigen Konditionen sei vor allem sein Verdienst gewesen. Rainer Lange habe sich „mehr als bezahlt gemacht“ und „die Gemeinde vorangebracht“, sagte die Bürgermeisterin und attestierte ihrem scheidenden Vertreter am Ende ihrer sehr persönlichen Rede „spitzenmäßiges Teamwork“.

Dass der scheidende Hauptverwaltungsbeamte sein Rüstzeug in der Gemeinde Dötlingen erhielt, hob deren Bürgermeister Ralf Spille hervor. Als jüngster Kämmerer Niedersachsens habe Rainer Lange 1983 – nach ersten Arbeitsjahren beim Bremer Bildungssenator – den Dienst im Neerstedter Rathaus angetreten, nachdem er mit nur einer Stimme Mehrheit zum stellvertretenden Gemeindedirektor gewählt worden war. „Es lag an mir“, behauptete Spille, der damals junger Ratsherr war und mit Lange von Kindesbeinen an gut befreundet ist. Er ließ auch dessen sportliche Karriere als Fußballer sowie Faustballspieler und -trainer beim TV Brettorf nicht unerwähnt und verwies auf Langes Rolle als Gründungsmitglied des heute größten Werder-Fanclubs „WFC 27801“.

Ganderkesees Alt-Bürgermeister und früherer Gemeindedirektor Gerold Sprung gab zu, dass er als HSV-Anhänger „Hänseleien“ seines Stellvertreters aushalten musste, nachdem Lange 1992 zur Gemeinde Ganderkesee gewechselt war. Abgesehen davon sei es aber eine „wertvolle und sehr schöne“ berufliche Partnerschaft gewesen. Die gute Zusammenarbeit des Ersten Gemeinderats mit der Politik würdigten die Fraktionsvorsitzenden Werner Brakmann (SPD), Ralf Wessel (CDU) und Marion Daniel (FDP).

Zwei schwere Jahre

Rainer Lange gab das Lob zurück: Es liege vor allem an der freundschaftlichen Kollegialität im Rathaus und am politischen Klima in der Gemeinde, „dass ich meinen Job verdammt gerne gemacht habe“. Bis auf die zwei Jahre vor der Kommunalwahl 2006, bei der Lange als Bürgermeister-Kandidat der SPD gegen Alice Gerken antrat – und verlor. In dieser Zeit sei der Umgang mit Ratspolitikern und Kollegen in der Verwaltung schwierig gewesen – „und ich glaube, ich war mir auch selbst fremd“. Dass es danach wieder zu einem „guten Miteinander“ im Rathaus kam, sei ein großes Verdienst der ganzen Führungsetage.

Darüber freute sich besonders auch die Familie, die seit 1992 in Ganderkesee wohnt. Mit Ehefrau Elke sowie den Söhnen Matti und Onno kann Rainer Lange nun viel mehr Zeit verbringen. Obwohl: Ein paar Stunden pro Woche wird er ab 2. September in der Sauna- und Bäder-GmbH mitarbeiten – auch dort wird ein „Herr der Zahlen“ gebraucht.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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