• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Diese Wiese wird jetzt zum Baugebiet

22.06.2019

Ganderkesee /Schönemoor Alle Argumente waren in diversen Ausschusssitzungen hinlänglich ausgetauscht worden und die Mehrheitsverhältnisse klar absehbar – dennoch entwickelte sich am Donnerstagabend im Ganderkeseer Gemeinderat über den Bebauungsplan „Westlich Zum Altengraben“ in Schönemoor noch einmal eine Diskussion, wie sie in dieser Länge und Intensität in Ratssitzungen selten vorkommt.

Am Ergebnis änderte das nichts mehr: Mit 19 Stimmen aus den Reihen der SPD (bei einer Enthaltung von Marina Münstermann) und CDU sowie von Bürgermeisterin Alice Gerken wurde der B-Plan beschlossen. Grüne, FDP, Freie Wähler, UWG und Linke konnten mit ihren insgesamt 15 Stimmen nicht mehr verhindern, dass auf der gut 1,3 Hektar großen Fläche in Schönemoor jetzt 16 Baugrundstücke entstehen.

Ein Antrag von Grünen-Fraktionschef Dr. Volker Schulz-Berendt auf geheime Abstimmung – wohl in der Hoffnung auf Abweichler in den beiden Mehrheitsfraktionen – fand nur fünf Befürworter. Mehrfach war zuvor gefordert worden, dass sich bei diesem Thema jedes Ratsmitglied offen bekennen sollte. Auch der von den Grünen geltend gemachte Beratungsbedarf, um noch Wünsche der Anlieger zu berücksichtigen, fand wenig Unterstützung in den anderen Fraktionen.

Lesen Sie auch:

Transparenz tut Not

Brakmann: Es reicht

„Wir haben uns seit einem Jahr mit dem Thema beschäftigt, das ist sehr wohl ausreichend“, betonte SPD-Fraktionschef Werner Brakmann. „Dass am Ende Interessen gegeneinanderstehen, ist eine ganz normale Kiste.“ Brakmann wie auch sein CDU-Amtskollege Ralf Wessel verwahrten sich gegen den Vorwurf der Anlieger, sie hätten deren Argumente nicht zur Kenntnis nehmen wollen.

Daniel: Nicht zumutbar

Ein wesentlicher Kritikpunkt der Anlieger und auch der kleinen Fraktionen im Rat ist die unmittelbare Nähe des künftigen Baugebietes zu einem westlich davon gelegenen landwirtschaftlichen Betrieb. Obwohl ein Gutachter der Landwirtschaftskammer die Emissionen für tolerabel hält, befürchten sie Konflikte zwischen Wohnbebauung und Landwirtschaft. Während Brakmann und Wessel darauf hinwiesen, dass es solche Nachbarschaften auch andernorts gäbe, ohne dass dies zu Problemen führe, sagte Marion Daniel (FDP), diese Konstellation sei „weder für den Hofbesitzer, noch für die künftigen Grundstücksbesitzer zumutbar.“ In Wohngebieten seien Nutztiere aus guten Gründen nicht erlaubt, so Daniel, „hier wird mit zweierlei Maß gemessen.“

Steffgen: Wiese erhalten

Volker Schulz-Berendt von den Grünen und Susanne Steffgen (Die Linke) wiesen auf den derzeitigen Zustand der Fläche hin, die lange landwirtschaftlich genutzt wurde, nun aber eine blühende Blumenwiese ist. „Wir geben viel Geld aus, um woanders solche Wiesen anzulegen“, meinte Steffgen. Der Grünen-Fraktionschef forderte, den Wunsch der Anlieger zu berücksichtigen, zumindest einen kleinen Teil des Gebietes als Blühfläche zu erhalten.

Für SPD und CDU hingegen steht die Schaffung von Wohnraum im Vordergrund: „Wenn eine Blühwiese gegen Wohnungsbau abgewogen wird, entscheiden wir uns derzeit für Wohnungsbau“, stellte Werner Brakmann für die SPD klar. Das Wohnraumversorgungskonzept des Landkreises habe für Ganderkesee einen Nachholbedarf von mehr als 430 Wohnungen festgestellt „und wir sind noch lange nicht am Ziel angekommen“, so Brakmann. FDP-Sprecherin Marion Daniel regte in diesem Zusammenhang an, dass der Gemeinderat eine Übersicht bekommen sollte, wie viele Wohneinheiten schon realisiert wurden.

Meyer: Bauen, wo’s geht

Den in der Einwohnerfragestunde von Anliegersprecher Hartmut Rippena geäußerten Vorwurf, die Gemeinde weise gesetzeswidrig zuviel Bauland im Außenbereich aus, statt Möglichkeiten innerorts zu nutzen, wies Peter Meyer, Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung im Rathaus, entschieden zurück: Die Innenentwicklung solle nach dem Baurecht zwar Vorrang genießen, „aber der Gesetzgeber verlangt ja nicht, dass wir keine Bebauung in den Ortsteilen vornehmen dürfen.“ Außerdem müsse die Gemeinde mit dem Bauland vorlieb nehmen, das zum Verkauf angeboten werde.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
Rufen Sie mich an:
04222 8077 2741
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.