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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Zwei Wochen lang Politik aus nächster Nähe

09.02.2019

Gemeinde Hatten Eine wichtige Entscheidung müssen Janika Behne und Finn Wienholz (beide 17 und aus Sandkrug) erst noch treffen. Welche Leistungskurse die beiden Schüler des Graf-Anton-Günther-Gymnasiums in der Oberstufe belegen werden. „Politik? Könnte sein, ganz sicher bin ich noch nicht“, gibt Janika zu. Finn kann sich das gut vorstellen.

Eine andere Entscheidung haben beide Schüler schon vor längerer Zeit getroffen. Sie begleiten für 14 Tage den SPD-Landtagsabgeordneten Axel Brammer (Kirchhatten) bei seiner Arbeit. Was macht eigentlich so ein Landespolitiker? Ist so etwas interessant und mit welchen Menschen hat er zu tun? Ein bisschen schlauer sind die Jugendlichen bereits nach den ersten Tagen.

Zum Beispiel zeigte es sich, dass längst nicht alles im Alltag eines Berufspolitikers planbar ist. Leider gäbe es in den beiden Praktikumswochen ja keine Plenarwoche, so schien es. Dann kam am Dienstag doch noch eine Sondersitzung zur angeschlagenen Landesbank NordLB im Landtag aus Dringlichkeitsgründen zustande. In der zweiten Woche begleiten Janika und Finn den SPD-Politiker am Montag, Dienstag und Mittwoch erneut nach Hannover, wo der Umweltausschuss und der Petitionsausschuss tagen. Zuvor schauten alle drei in der Hatter NWZ-Redaktion vorbei.

„Ich wusste schon, dass so ein Landtagsabgeordneter viel unterwegs ist. Es wird nie langweilig“, erzählt Finn. Das Vorurteil, dass ein Großteil der Jugendlichen sich gar nicht für Politik interessiere, weil sie ja weder den Kalten Krieg noch das Entstehen der Europäischen Union miterlebt hätten, entkräftet der junge Sandkruger schnell. „Es gibt genug Dinge, die angepackt werden müssen. Der Klimawandel, das gesamte Sozialsystem, Rente, Sozialhilfe, aber auch die Außenpolitik der EU“, zählt er auf. Den Rechtsruck, der zurzeit durch Europa geht, halten die beiden Jugendlichen für die Folge einer Fehleinschätzung. Es müsse wieder das Bewusstsein geschaffen werden, dass die Krisen der heutigen Zeit von keinem Land der Welt alleine zu bewältigen seien.

Müssen mehr junge Menschen sich politisch engagieren und den klassischen Weg über die Parteien gehen? Da ist man sich nicht ganz einig. Der Bundestag sei im Durchschnitt viel zu alt, wahrscheinlich seien die Abgeordneten im Schnitt über 60 Jahre alt, schätzt Finn – und liegt daneben, wie ein Blick ins Parlamentsarchiv des Deutschen Bundestags zeigt. 49,4 Jahre ist derzeit der durchschnittliche Parlamentarier alt.

„Alter kann auch ein gewisser Vorteil sein“, meint Janika. Allerdings müsse die Politik aufpassen, dass sie nicht das Vertrauen der Bürger verliere. Hier hakt Landtagsabgeordneter Axel Brammer ein: „Im Landtag haben wir vor allem einen erschreckend niedrigen Frauenanteil“, gibt er zu. In der Tat beträgt ihr Anteil nur 27,74 Prozent. Aus eigener Erfahrung weiß Brammer, dass es Arbeiter im Vergleich zu anderen Berufsgruppen schwer haben, den Sprung ins Parlament zu schaffen. Das Durchschnittsalter des Niedersächsischen Landtags ist mit 50 Jahren übrigens nur unwesentlich höher als auf Bundesebene.

Auf die weiteren Tage mit den beiden Schülern aus seiner Heimatgemeinde freut sich Brammer: „Gerne zeige ich Jugendlichen, dass wir Politiker auch nur mit Wasser kochen und man sich für seine Interessen einsetzen muss, um etwas zu bewegen.“

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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