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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Gilde-Major fährt nur mit der 1403

02.06.2007

Gern die Lehren aus den Ereignissen des vergangenen Jahres beim Harpstedter Schützenfest haben die Bürgerschützen gezogen. Damals war durch einen vermeintlichen Scherz die gerade erst teuer restaurierte Fahne der Bürgerschützen „entführt“ und durch eine Verfolgungsjagd der „Übeltäter“ beschmutzt worden. So spendete Fähnrich Hartmut Bahrs, seit letztem Jahr Mitglied des Offizierscorps, zum Schutz des kostbaren Tuches einen soliden Fahnenmast. Nun ist die Fahne nicht mehr am Dach befestigt und kann über selbiges „entwendet“ werden, sondern weht für alle gut sichtbar an einer Stange, die nur schwer zu erklimmen ist, direkt vor der Schützenhalle.

Ins Gymnasium Wildeshausen sind nach 20 Jahren die „Abipachen“ wieder eingefallen. Besagten Namen hatte sich der Abiturientenjahrgang 1987 seinerzeit beim Abistreich mit Indianerspielen gegeben. Nun, zwei Jahrzehnte später, trafen sich rund 35 ehemalige „Krieger“ und „Squaws“ zu einem Wiedersehen. Zunächst ließen sie sich vom ehemaligen Lehrer Wolfgang Däubler durch die Schule führen, im Anschluss ging’s zum Alten Amtshaus, wo bei Schmackhaftem alte Geschichten und neue Abenteuer ausgetauscht wurden. Dabei machten auch virtuelle Grüße jener „Stammesbrüder“ die Runde, die das Leben in die Ferne – etwa in die USA oder nach Mosambik – verschlagen hat. Am Abend stieß ein weiterer Stammesangehöriger dazu: Dr. Kian Shahidi, inzwischen bekanntlich Bürgermeister, schaute zwischen seinen Terminen als Gildegeneral bei den einstigen Mitschülern vorbei. Aber nicht mit

Federschmuck, sondern im grünen Gilde-Poloshirt.

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Lang ist die Liste der Kapriolen vom Gildefest in Wildeshausen. Um sie alle aufzuzählen, reicht der Platz nicht aus. Einige sollten aber nicht unerwähnt bleiben: So galt vor allem ein Aufkleber als absoluter Geheimtipp. Darauf war zu lesen: „Viel mehr als ein Wildeshauser kann der Mensch nicht werden.“ Verteilt hat den Sticker unter anderem Erich Hoffmann vom Spielmannszug. Er forderte von Oberst Ernst Frost gar parenterale Versorgung (Ernährung unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts), um die Truppe schnell zu versorgen.

Die Liebe zur Gilde dokumentiert Friedrich Ahlers aus Düngstrup täglich auf der Straße. Für seinen neuen Schlepper hat sich der Major ein Nummernschild mit den Ziffern 1403 – dem Gründungsjahr der Schützengilde – bestellt. Derweil wurde Ex-König Karl Schulze Temming-Hanhoff die Pfingstfahne von der Schapböge gestohlen. Er ist bereit, sie gegen einen Obulus zurückzutauschen.

Einen echten Chef des Protokolls wirft so schnell nichts um: Willi Möser, im Hauptberuf Erster Stadtrat, hatte sich beim nächtlichen Gefecht den kleinen Finger der rechten Hand gequetscht. Den Handschlag konnte er vor dem Appell des Oberst am Mittwochmorgen auf dem Marktplatz nur mit der linken Hand ausüben. „So sieht das aus, wenn Beamte kämpfen“, lästerte Landrat Frank Eger. Beim Vorbeimarsch konnte Möser schon wieder mit der Hand grüßen.

Für General Dr. Kian Shahidi blieb der erste Ausmarsch im neuen Amt am Pfingstdienstag ebenfalls nicht ohne Spuren: Die Stimme drohte zu versagen – und das ausgerechnet vor dem Schlagabtausch mit Landrat Eger auf der Westerstraße. Major Friedrich Ahlers half mit Eukalyptus-Bonbons aus. Derweil übten Detlev Hohn, Artur Gabriel, Jochen Meyer und Ernst-Dieter Frost den Gleichschritt auf einem Brett, das eigentlich für Kinderspiele gedacht war.

Ein Blick ins Archiv kann manchmal nicht schaden: Im vergangenen Jahr wurde der damalige Ganderkeseer Bürgermeisterkandidat Rainer Lange vor dem Gildegericht von Richter Otto Böttcher wegen Amtsanmaßung verurteilt. „Sie streben ein Amt an, dem Sie gar nicht gewachsen sind“, donnerte Böttcher damals. Die Gilde hatte offenbar schon eine Vorahnung, wie die Kommunalwahl ausgeht: Lange blieb Kämmerer in Ganderkesee; Bürgermeisterin wurde Alice Gerken-Klaas.

Stolz auf den neuen Gildekönig Jens-Christian Senger zeigte sich dessen Vater, Karl-Heinz Senger. Dieser war vor genau 50 Jahren Kinderschaffer geworden. Das Amt des Kinderschaffers gibt es zwar nicht mehr, aber mit König- und Schafferamt hat sich die Familie Senger mit zwei Titeln in die Annalen der Gilde eingeschrieben. Beim Appell am Mittwoch auf der Herrlichkeit mit dabei: Elisabeth Stieg, geborene Ahlers. Sie war vor 50 Jahren Ehrendame von Kinderschaffer Karl-Heinz Senger.

Tausende Hände musste Schaffer Bernd Niester nach seiner Wahl schütteln. Als der Friseurmeister gemeinsam mit seiner Frau Judith Hübsch am Mittwochfrüh aufs Podest am Marktplatz schritt, rief die Menge „Du hast die Haare schön“ – und textete damit ein neues Gildelied für die nächste Nacht. In der ersten Reihe standen Niesters Angestellte Katrin Bochnid, Tatjana Alwes, Kathrin Jenig, Yvonne Bineck-Küster und Simone Kröger. „Superschön. Das hat er sich schon lange gewünscht“, freute sich Bineck-Küster für ihren Chef. Gemeinsam mit den anderen Kolleginnen und Freunden wurde ausgiebig im Zelt gefeiert. Das Geschäft wurde bereits am Donnerstag wieder geöffnet. „Wir können uns auf unser Team verlassen“, sagte Judith Hübsch, die sich auch mit Königin Ann-Christin Senger gut

versteht.

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