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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Griechenkrise und Grafttherme

15.03.2012

WILDESHAUSEN Die Gilde hat Mut: Als Ehrengast beim 34. Schaffermahl „der Neuzeit“ hatte sie den Delmenhorster Oberbürgermeister Patrick de La Lanne eingeladen. „Wo doch fast jeder weiß, dass Delmenhorst im Landkreis Oldenburg so beliebt ist wie Griechenland in der Euro-Zone“, kokettierte der 50-jährige Jurist mit dem eher mäßigen Ruf seiner Heimatstadt. Und auch mit Seitenhieben gegen das „Schauspiel“ im Delmenhorster Stadtrat mit seinen zehn Parteien war de La Lanne am Mittwochabend im mit 130 Gästen voll besetzten Wildeshauser Ratssaal der lautstarke Applaus sicher.

Arne Tschöpe auf Fass

Zu Beginn der traditionsreichen Veranstaltung im blau-rot dekorierten Saal hatte der General der Gilde, Bürgermeister Dr. Kian Shahidi, die Gäste begrüßt – unter ihnen die Bundestagsabgeordneten Angelika Brunkhorst (FDP), die Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley (CDU)) und Kreszentia Flauger (Linke) sowie zahlreiche Vertreter aus Rat, Verwaltung und öffentlichem Leben. Ein besonderer Gruß galt Schaffer Thomas Seyffart (in Begleitung von Ehefrau Kirsten) und König Björn Köhler. Shahidi erläuterte die Biografie des Ehrengastes und ließ die Traditionen der Gilde und die Geschichte des Schaffermahls nicht unerwähnt. Aber auch ein General kommt auf den glatten Gilde-Parkett leicht ins Rutschen: Die Fähnriche der Gilde und ihre Frauen unter der Leitung des ältesten Fähnrichs, in diesem Jahr Thomas Finkenzeller, richten die Schaffermahlzeit aus. Doch Shahidi ordnete das Amt versehentlich Leutnant Frank Görke zu. Der Tradition entsprechend nahm der Schaffer des Vorjahres, Arne Tschöpe, auf einem Fass am Ende der Tafel Platz; die Fähnriche und ihre Frauen servierten Heringsvarianten mit herzhaften Bratkartoffeln. Das traditionelle Tabakskollegium fand erneut vor der Tür statt. Da griff Major Harald Hengemühle im Ratssaal zur „Elektro-Zigarre“.

Fest auf Akropolis

Zum „Doppelschlag“ holte Oberst Ernst Frost aus: Er meinte, die Gilde sei schlagkräftig genug, um das Schuldenproblem Griechenlands zu lösen und könne dann eine Woche Gildefest auf der Akropolis feiern. Alternativ solle die Bruderschaft den Bierverkauf ankurbeln, um Spenden für ein gemeinnütziges Hallenbad in Wildeshausen zu sammeln. „Das können wir direkt ans Zeughaus bauen. Da sparen wir eine Wand“, erklärte der Oberst. Bei der Abstimmung würde er als Wahlleiter fungieren und sich gern Gyros oder Hopfenwasser spendieren lassen, so Frost. Sein Ruf „Ya mas“ und „Prost“ ging im App­laus unter.

De La Lanne meinte, die Schützengilde sei ein Vorbild für das Zusammenleben in der Metropolregion Oldenburg-Bremen: „Wo gibt es einen solchen Zusammenhalt?“ Im übrigen hätten Wildeshauser und Delmenhorster noch nie gegeneinander gekämpft. Der Oberbürgermeister machte Witze auf Kosten von Landrat Frank Eger (die hatte ihm Comedian Markus Weise in die Rede geschrieben) und nahm die eigene Stadtpolitik auf die Schippe: „Bei Schwimmbädern kenne ich mich aus. Die Grafttherme in Delmenhorst hat 23 Millionen gekostet. Und die Einweihungsfeier nochmal 100 000 Euro!“ Zum Schluss lud de La Lanne zur Eröffnung des Delmenhorster Kramermarktes ein.

Es sei für ihn „eine große Ehre“ gewesen, zum Schaffermahl zu kommen, betonte der 50-Jährige. Und nach 25 Jahren Pause habe er beim Tabakskollegium zum ersten Mal wieder geraucht.

 @ Mehr Bilder unter http://www.NWZonline.de/fotos-landkreis

NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.NWZonline.de/nwztv

Stefan Idel
Redaktionsleitung
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2701

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