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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Abtransport in letzter Minute verhindert

20.07.2019

Großenkneten /Bissel Mitglieder des SPD-Ortsvereins Großenkneten haben während ihrer Fahrradtour in der Gemeinde ein Stück Heimatgeschichte kennengelernt. Die brachte ihnen Ratskollege, Gemeindearchivar, Autor und Heimatforscher Dirk Faß näher. Er führte die Gruppe vor einigen Tagen zum Kapetstein in Bissel. Der Stein liegt an der Bisseler Straße auf einem privaten Hintergrundstück und darf ohne Genehmigung besichtigt werden. Der als Kulturdenkmal ausgewiesene Findling bekam an der Straße ein neues Hinweisschild, berichtete Faß, so dass er als Sehenswürdigkeit leichter zu finden ist.

Faß machte auf die neuen Schilder innerhalb der Gemeinde aufmerksam und erläuterte den Kapetstein in Bissel. Dazu hatte Faß einen NWZ-Zeitungsartikel vom September 1963 mitgebracht. Darin heißt es: Um den Stein brach zwischen den Orten Littel und Bissel ein heftiger Streit aus. Die Litteler wollten den „Kapetstein“, wie man ihn im Volksmund nennt, in ihr Dorf holen und ihn zu einem ehrwürdigen Mahnmal für die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkrieges machen. Dazu hatten sie auch schon die Genehmigung der Behörden erhalten. Die Einwohner aus Bissel waren darüber sehr empört, als die Litteler den mächtigen Klotz aus ihrem Dorf holen wollten. Mit vereinten Kräften setzten sich die Einwohner zur Wehr und schalteten nun ihrerseits die Naturschutzbehörde, das Kreisamt und das Verwaltungspräsidium ein.

Gerade als die entschlossenen „Gegner“ mit schweren Fahrzeugen – sie hatten sich sogar einen Bundeswehrkran für den Abtransport mitgebracht – in Bissel eintrafen, um das Streitobjekt abzutransportieren, traf die Entscheidung des Verwaltungspräsidiums per Telefon ein und lautete: „Der Kapetstein“ bleibt auf seinem alten Platz liegen und steht weiterhin unter Naturschutz“.

Nach nochmaligen Auseinandersetzungen mit den Bisselern, die sich schon „kampfbereit“ um den Felsen geschart hatten und deren Kinder den Stein „besetzt“ hielten, mussten die Litteler den Rückzug antreten und ihre „militärische Verstärkung“ nach Hause schicken. Sie wollten sich anschließend nach einem anderen Denkmalsobjekt umsehen. Jedoch sind beide Dörfer durch den Streit um eine Geschichte für ihre Chronik reicher geworden, denn der Stein wird noch künftige Generationen an diesen „Krieg“ erinnern. Die Bisseler wünschen sich nun, dass ihnen das Siedlungsamt Oldenburg für diese Parzelle das Pflegerecht überträgt. Sie wollen um den Stein eine schöne Anlage errichten.

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