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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

„Politik hat ihren Job nicht gemacht“

29.03.2019

Großenkneten „Mir fehlt hier wirklich ein Vertreter der anderen Seite“, stellte Moderator Manfred Scholz gegen Ende der Podiumsdiskussion mehrfach fest. Zu siebt hatten sich die Teilnehmer am Mittwochabend in Großenkneten den Fragen des Moderators und des Publikums gestellt – darunter Vertreter aus Politik und von Seiten der Pflegenden. Der Konterpart jedoch fehlte. „Wir haben zwar eine Einladung an die Pflegekammer geschickt, aber bis auf eine standardisierte Antwort leider nichts weiter erhalten“, bedauerte Scholz.

Mit einer Steilvorlage aus dem Plenum ging es in den Abend: „Es muss sich einiges ändern.“ Wie ein roter Faden zog sich die Erkenntnis durch die Debatte, dass die Politik in den vergangenen Jahren viel versäumt habe. „Eine Entbürokratisierung ist enorm wichtig – die derzeitige Dokumentationspflicht führt dazu, dass die eigentliche Pflege zu kurz kommt“, befand Irmgard Rawe, Pflegedienstleiterin im Johanneum Wildeshausen. Birgit Osterloh, Geschäftsleiterin der Diakonie Großenkneten, sah zwar die Möglichkeit, durch den Einsatz von Technik die Pflegekräfte von einem Teil ihrer Büroaufgaben freizustellen, doch fehlten ihr die finanziellen Mittel: „Ich kann leider nicht noch 30 Tablets kaufen, dafür reicht das Geld nicht“, beklagte sie.

Die benötigten finanziellen Mittel könnten durch eine Neuordnung der Verteilung geregelt werden. „Ich verstehe nicht, warum Versicherungsgelder aus Niedersachsen sozusagen in Bayern ausgegeben werden“, mokierte sich FDP-Bundestagsabgeordneter Christian Dürr (Ganderkesee), der nicht müde wurde, die Versäumnisse der Politik zu betonen: „Die Politik hat ihren Job nicht gemacht.“

Neben dem Finanziellen – worauf es nach Moderator Scholz unterm Strich immer wieder hinauslief – und den von vielen Anwesenden beklagten schlechten Arbeitsbedingungen gab vor allem die Pflegekammer Anlass zur Diskussion. Als möglichen „großen Schritt“ bezeichnete Martina Ovelgönne, Leiterin des Pflegeheims in Großenkneten, eine Fachkräfteanerkennung für ausgebildete Pflegehilfskräfte durch ein zusätzliches Ausbildungsjahr. Hier sah Frank Diekhoff, Geschäftsführer des Bezirksverbandes Oldenburg, den Gesetzgeber in der Pflicht. „Die Heimpersonalordnung müsste dafür geändert werden.“

Ein praktischer Anstoß stand am Ende des Abends. So stellte Michael Feiner vom gastgebenden FDP-Ortsverband Großenkneten fest: „In der Pflege fehlt eine Dachorganisation, von der die Arbeitnehmerinteressen vertreten werden.“

Daniel Schumann Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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