• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Stärkung des Ehrenamts löst Debatte aus

08.11.2018

Großenkneten Seit 2011 gibt es in Wildeshausen die Freiwilligenagentur „misch mit“. Der Landkreis Oldenburg hat sich jetzt zum Ziel gesetzt, dieses Angebot auf möglichst viele Kommunen auszuweiten. Daher fördert er aktuell ein Pilotprojekt und übernimmt die Finanzierung zu 50 Prozent. Die Gemeinde Hatten und Dötlingen sind schon mit von der Partie.

Lesen Sie auch:

Soziales Ii
,Ratsmitglieder wissen recht wenig Bescheid’

In der Gemeinde Großenkneten beantragte die CDU-Fraktion Ende August, sich vom 1. Januar 2019 bis 31. Mai 2020 der Pilotphase anzuschließen. „Stärkung des Ehrenamts“ war der Antrag überschrieben. Für ihn hat es am Montagabend im Jugend-, Ordnungs- und Sozialausschuss eine klare Mehrheit gegeben – nach einer andert­halbstündigen, teilweise kon­troversen Beratung. Die Kritik kam aus dem Kreis der Ehrenamtlichen in der Integrationsarbeit und wurde vorgetragen von Christa Thöle. Sie bezog sich auf fehlende Information im Vorfeld, die Kosten des Projektes (rund 16 000 Euro für 17 Monate, davon 50 Prozent vom Landkreis). Zudem wurde grundsätzlich die Notwendigkeit des Pilotprojekts in Zweifel gezogen.

Kritik von Bürgern

Teile des Ausschusses griffen diese Kritik – geäußert in der zwischengeschalteten Einwohnerfragestunde – auf und plädierten dafür, sich mehr Zeit mit dem Thema zu lassen. Beim Antragsteller, der CDU, sorgten die Bedenken für Unverständnis, auch die Verwaltung teilte sie nicht. Da sich die SPD – nach anfänglichem Zögern – letztlich auch hinter der Beschlussvorlage versammeln konnte, gab es zusammen mit der CDU eine Mehrheit von sechs Stimmen. Die AfD stimmte dagegen, FDP und Kommunale Alternative enthielten sich, weil sie noch weiteren Beratungsbedarf sahen.

Was es mit dem Modell der Freiwilligenagentur auf sich hat, erläuterte eingangs Vorstand Dieter Brüggmann von der Freiwilligenagentur in Wildeshausen. Danach geht es der Agentur um das Drittel der Bevölkerung, das Zeit und Interesse am Ehrenamt habe, aber nicht wisse, wie es das Thema anpacken solle. Auf Großenkneten bezogen rechnete Brüggmann eine Zahl von 4000 Bürgern vor, die gerne ehrenamtlich tätig wären, aber es noch nicht sind. Das Raunen unter den Zuhörern (im einstelligen Bereich) war an dieser Stelle nicht zu überhören.

Bundesweit existieren 670 Freiwilligenagenturen, allein in Niedersachsen 100. „Sie helfen Bürgern, ehrenamtlich tätig zu werden und helfen gemeinnützigen Einrichtungen und Vereinen, Helfer zu finden“, definierte Brüggmann die Aufgabe. Beide Seiten werden beraten und betreut. „Es kommen alle freiwillig“, betonte er. Einen Eingriff in vorhandene ehrenamtliche Strukturen gebe es nicht. „Die Agentur steht nicht im Wettbewerb mit anderen Ehrenamtsinitiativen“, betonte er.

400 Kräfte vermittelt

In Wildeshausen gebe es in dem Büro drei hauptamtliche Mitarbeiter sowie einen achtköpfigen ehrenamtlichen Vorstand. Die Agentur finanziert sich aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen, Fördermitteln von Stadt und Land sowie beim aktuellen Pilotprojekt vom Landkreis. Seit 2012 wurden rund 400 ehrenamtliche Kräfte vermittelt. 70 Kooperationspartner – vom Verein über das Altenzentrum bis hin zu Schulen und Kindergärten – haben derzeit 650 offene „Stellen“. „Wir sind jederzeit in der Lage, etwas anzubieten“, betonte Brüggmann.

Christa Thöle äußerte den Eindruck, dass den Ehrenamtlichen „etwas übergebügelt“ werden solle. Sie zeigte sich verwundert über den vermeintlichen Zeitdruck. Ralf Martens (CDU) entgegnete, dass es grundsätzlich

Lesen Sie auch:

Versuch macht klug

um die Unterstützung des Ehrenamts gehe, und dabei nicht nur um den Integrationsbereich. Da das Projekt erst einmal nur bis 31. Mai 2020 laufe, brauche man eine zeitnahe Entscheidung. „Es geht um sinnvolle Ergänzung“, sagte er. Thöle bezweifelte dagegen, dass die Anlaufstelle in der Gemeinde notwendig sei. „Wir haben schon fertige Strukturen“, sagte sie.

Feste Sprechstunde

Brüggmann entgegnete auf die Kritik: „Wir wollen keine Netzwerke zerstören, wir wollen noch mehr Ehrenamt.“ Er konnte sich in Ahlhorn einen Einstieg mit fester Sprechstunde vorstellen, zugleich die Abfrage bei den Einrichtungen und Vereinen nach dem Bedarf. Er zeigte sich „total überzeugt davon, dass diese Arbeit erfolgreich sein wird für alle, auch die, die noch nicht überzeugt sind“. Anke Koch (KA) berichtete aus ihrer beruflichen Praxis in einem Altenheim von einer sehr guten Zusammenarbeit mit der Freiwilligenagentur in Wildeshausen.

Bürgermeister Thorsten Schmidtke lobte die Integrationsarbeit in höchsten Tönen. „Aber das Ehrenamt deckt noch so viele Bereiche mehr ab“, sagte er und sah dafür die Agentur als eine „ganz, ganz tolle Ergänzung“.

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
Rufen Sie mich an:
04431 9988 2702
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.