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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Klimaschutz: „Der Wandel kann nur von unten kommen“

11.04.2019

Harpstedt Ein Blick in die Runde im vollbesetzten Saal des „Charisma“ in Harpstedt reichte Prof. Dr. Henning Austmann für einen ersten Eindruck aus. „Das Absurde ist: Diejenigen, die hier heute teilnehmen, sind für das Thema schon sensibilisiert. Teilen sie es deshalb im Freundes- und Bekanntenkreis. Die Zeit läuft“, riet der Redner am Dienstagabend beim Einstieg in sein Referat. Das Thema: „Global denken, lokal handeln: Wie wir zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen durch Echt-Nachhaltigkeit ‚von unten‘ beitragen können“.

Eingeladen hatte das Klimaschutzteam des Landkreises Oldenburg gemeinsam mit der Harpstedter Energieagentur. Dass es nicht gut um unsere Mutter Erde, oder besser: um uns Menschen steht, hatte schon der Impulsvortrag von Dr. Hannes Grobe vom Alfred-Wegener-Institut Anfang Februar in Harpstedt aufgezeigt. Auch diesmal gab es keinen leichten Tobak für Zartbesaitete.

Austmann schloss nahtlos an die wissenschaftlichen Ergebnisse von Grobe an, angesichts des jüngsten Berichts der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), der eine Reihe von alarmierenden Negativrekorden aufführt. Sie alle bestätigten, wie schnell die globale Erwärmung voranschreitet – und wie schnell gehandelt werden müsse, wollten die Menschen noch eine Umkehr.

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Austmann versuchte das Thema an den Wurzeln anzupacken. „Unser Lebens- und Wirtschaftsstil ist nicht zukunftsfähig.“ Zunehmend gerate die Gesellschaft in Zugzwang, Lösungen der Klima-Probleme zu erarbeiten. „Nichts Neues, mögen viele sagen, aber die Auswirkungen werden immer präsenter.“

Nur eine Generation

Austmann: „Wir sind die erste Generation, die weiß, was zu tun ist und die zugleich die letzte ist, die etwas gegen den Klimawandel tun kann.“

Der Referent hatte seinen Vortrag gegliedert in einen „schmerzhaften Teil“ sowie Ansätze für lokales Handeln. Er versuchte Wege aufzuzeigen, die die Menschheit beschreiten könne, bevor in Sachen Klima nichts mehr gehe.

Welchen „ökologischen Fußabdruck“ jeder einzelne der Zuhörer hinterlässt, zeigte ein kurzer Test von Brot für die Welt. In einer Liste konnte jeder seine Gewohnheiten im Alltag – Ernährung, Wohnen und Heizen, Autofahren, Konsum – sowie die eigene Grundeinstellung eintragen. Im Schnitt kam dabei heraus, dass, wenn alle Menschen so leben würden, die Menschheit drei Erden „verbrauchen“ würde. Damit sei das Ende des Lebens, wie wir es kennen, absehbar.

Fliegen billiger als Zugfahren, mehrmals Urlaub im Jahr, viel zu großer Wohnraum, ausartender Konsum in der Spaßkultur, Ellenbogenkultur, eine Politik mit der einzigen Maxime Wachstum, tagtägliche Versiegelung von großen Flächen – das waren Eckpunkte.

Austmann: „Natürlich wollen wir nicht wieder in der Höhle leben. Aber wir müssen unsere Lebensgewohnheiten umstellen, denn die Technik alleine wird es diesmal nicht mehr schaffen, die Menschheit das Leben so verschwenderisch führen zu lassen. Denn nichts, wie es heute ist, ist normal.“

Mehr Lebensqualität

Im zweiten Vortragsteil kam der Referent zu den praktischen Lösungsmöglichkeiten durch bürgerliches Engagement, besonders im ländlichen Raum. Austmann schilderte den Wandel „von unten“ – und wie das nicht zu Verzicht, sondern zu mehr Lebensqualität führen könne.

Beispiele gab er aus seinem Heimatdorf Flegessen sowie den beiden Orten Hasperde und Klein Süntel. Dort gibt es die „Ideenwerkstatt Dorfzukunft“ als losen Zusammenschluss engagierter Bürger, um die Dörfer zukunftsfähiger zu machen und gleichzeitig der breiten Gesellschaft den Weg zur Gestaltung der eigenen Zukunft unter dem Aspekt Nachhaltigkeit aufzuzeigen.

Hier ging Austmann auf den „normalen“ Lebenswandel ein, wie ihn noch die Großeltern kannten.

Abschließend führte der Hochschul-Professor und dreifache Familienvater ein Zitat von Polarforscher Robert Swan an: „Die größte Gefahr für unseren Planeten ist der Glaube, dass jemand anderes ihn rettet.“ Austmann: „Oder sollte man für Planet besser Menschen einsetzen?“

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