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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Harpstedt zum Tausch angeboten

01.07.2017

Harpstedt Graf Anton Günther starb vor 350 Jahren. Aber was hatte das für einen Einfluss auf das Amt Harpstedt? Dieser Frage ist Altlandrat Hermann Bokelmann nachgegangen.

Die Samtgemeinde Harpstedt kam durch die Kreisreform 1977 vom Landkreis Grafschaft Hoya an den Landkreis Oldenburg. In den Jahrhunderten davor sah die Situation anders aus: Die Menschen im Kirchspiel Harpstedt mussten oft wechselnden Herrschern dienen.

Die Hoyaer Grafen hatten etliche Auseinandersetzungen und gerieten dadurch in Geldnot. Um ihre leeren Kassen zu füllen, verpfändeten sie 1410 Schloss und zugehörige Vogtei Harpstedt für 30 000 rheinische Gulden an das Oldenburger Grafenhaus. Das Pfand soll aber niemals eingelöst worden sein. Harpstedt war nun Teil der Grafschaft Oldenburg, wobei das Amt Harpstedt aber von 1482 bis 1547 unter der Herrschaft der Bischöfe von Münster stand.

Als Graf Anton Günther – absolutistischer Landesherr, Fürst des Mitgliedsstaates Oldenburg des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation – 1667 im Alter von 83 Jahren starb, hatte der Monarch keinen legitimen Nachfolger. Da inzwischen auch die Hoyaer Grafen ausgestorben waren, kam Harpstedt an das Fürstentum Braunschweig-Lüneburg, also zum Adelsgeschlecht der Welfen. Die wurden später Kurfürsten und Könige von Hannover. 1866 annektierte Preußen das Königreich und machte es zur preußischen Provinz Hannover.

Das Band der Medaille, die die Harpstedter Bürgerschützenkönige erhalten, ist aber immer noch in den Welfen-Farben Gelb-Weiß gehalten. Auf der ältesten Plakette an der Königskette des Harpstedter „Schiebenscheeten“ steht: „1668 Harm Wortmann“. Ob das ein Zufall ist, oder tatsächlich ein Zusammenhang besteht, ist unklar.

Interessant sei aber, dass der Politiker Otto von Bismarck nach 1866 dem Oldenburger Großherzog den Bereich des Amtes Harpstedt zum Tausch anbot – gegen das Fürstentum Birkenfeld. Das wurde dem Oldenburger Herzog beim Wiener Kongress 1815 zugesprochen, damit er den Titel Großherzog tragen durfte.

Hermann Bokelmann erinnerte sich daran, dass der frühere Oberkreisdirektor des Landkreises Grafschaft Hoya, Dr. Erhard Siebert-Meyer, ihm von dem Tauschvorschlag erzählte. Bismarck habe damit eine Bereinigung der Besitzverhältnisse in der preußischen Rheinprovinz erreichen wollen. Der Großherzog habe das Angebot jedoch abgelehnt und geantwortet: „Ich nehme kein Beutegut und beteilige mich nicht an Leichenfledderei.“

Als in den 90er Jahren in Wildeshausen ein großes Verbandsfest des „Oldenburger Kameradenbundes“ war, traf Bokelmann als Landrat dort mit Anton Günther Herzog von Oldenburg (1923 – 2014) zusammen und fragte ihn nach dem Wahrheitsgehalt des „Bismarckschen Tauschvorschlags“. Die Antwort sei gewesen: „Das ist richtig, das hat mein Urgroßvater gesagt.“

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