• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Heimatgeschichtliches auf 5000 Seiten

20.02.2009

HARPSTEDT Immer wieder hat Dr. Harald Grimsehl selbst die Niederschriften seines Vaters zur Hand genommen und beim Blättern „Erinnerungen aufgefrischt“. Nun aber soll das heimatkundliche Gesamtwerk des 1963 verstorbenen Heimatforschers und ehemaligen Schulrektors Robert Grimsehl auch anderen zugänglich sein: Die heimatgeschichtlichen Aufzeichnungen des Harpstedters – verfasst zwischen 1935 und 1960 – haben einen neuen Platz im Archiv der Samtgemeinde Harpstedt gefunden. „Es gehört hierher nach Harpstedt“, sagte Dr. Harald Grimsehl am Donnerstag bei der Übergabe des umfangreichen Schriftwerks im Amtshof an Archivpfleger Dr. Jürgen Ellwanger und Fleckenbürgermeister Werner Richter.

Freude über Bücherspende

Beide zeigten sich erfreut über die vielbändige Erweiterung des Archivbestands und würdigten das Wirken des Verfassers. „Wir blicken auf 5000 Seiten Werke Ihres Vaters“, sagte Ellwanger an den 83-jährigen Sohn und ehemaligen Chefarzt in Delmenhorst gewandt: Das Samtgemeindearchiv sei nun in der Lage, das Gesamtwerk „für die Zukunft zu erhalten“. Die heimatgeschichtlichen Arbeiten umfassen eine „Neue Chronik des ehemaligen Amtes Harpstedt“ in 19 Bänden, sechs Bände über die „Kulturelle Aufbauarbeit in Harpstedt nach dem Zweiten Weltkrieg“ sowie weitere 14 Bände zu speziellen Themen wie etwa Heimatspiele, Inventarien des Schlosses Harpstedt, Gelegenheitsdichtungen, Brände im Alten Amt Harpstedt, Luftkrieg oder „Aktenberichte aus Amt und Flecken Harpstedt“.

„Ich bin froh, dass das Werk heimkehrt“, freute sich Bürgermeister Richter über Grimsehls „Lebenswerk in schriftlicher Form“. Der Heimatforscher habe eine „unglaubliche Lebensleistung“ erbracht, bescheinigte Richter.

Robert Grimsehl wurde 1890 in Otternhagen (Neustadt am Rübenberge) geboren. Schon früh zog es ihn zum Lehrerberuf, mit gerade 21 Jahren legte er sein Examen ab. 1911 trat er eine Lehrerstelle im Flecken Harpstedt an, wo er bis 1955 viele Schülergenerationen unterrichtete – ab 1946 als Hauptlehrer und später, ab Januar 1951 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Schuldienst, auch als Rektor. Daneben widmete er sich der Musik und dem Gesang, gab Klavierunterricht und leitete Chöre.

Herz für Heimatforschung

Vor allem aber hing Robert Grimsehls ganzes Herz an der Heimatforschung. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg begann er, eine Chronik des Fleckens zu verfassen; zu Kriegszeiten machte er täglich minutiöse Aufzeichnungen, die das Geschehen für die Nachwelt dokumentierten. Auch sein eigenes Leben war von den schwierigen Zeiten des Nationalsozialismus und den Wirren des Krieges geprägt: Zweimal wurde Grimsehl in dieser Zeit im Schuldienst strafversetzt, wie sein Sohn am Donnerstag erinnerte.

Anerkennung fanden Robert Grimsehls Verdienste um die Heimatkunde und Heimatforschung durch die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz. Am Harpstedter Amtshof wurde zudem 1991 eine Gedenktafel zu Ehren Grimsehls aufgestellt und eine Eiche gepflanzt.

Astrid Kretzer
Wardenburg
Redaktion Wardenburg
Tel:
04407 9988 2730

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.