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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Sozialdemokraten wollen Turm als Litfaßsäule erhalten

19.10.2018

Hude Die Gemeinde habe auch Vorbildfunktion, wenn es um den sorgsamen Umgang mit alter Bausubstanz gehe, warb Ulrike Janz-Janzen (SPD) im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt dafür, den alten Feuerwehr-Schlauchturm in Hude nicht abzureißen. Das möchte die Verwaltung, weil er ihrer Ansicht nach überflüssig ist.

Irgendwie steht der seit vielen Jahren nicht mehr genutzte Turm laut Verwaltung nur im Weg beim geplanten Neubau für Polizei und Rettungsdienst und den erforderlichen Zufahrten im Parc d’Arnage am Rathaus. Und er nimmt einem Verwaltungsbüro, das aufgrund der Platznot im Rathaus im Nebengebäude eingerichtet wurde, das Licht. „Wir haben schon eine Ruine in Hude, wir brauchen keine zweite“, sagte Bürgermeister Holger Lebedinzew, der ganz klar den Abriss favorisiert.

Heiko Aschenbeck (SPD) sprach hingegen von „städtebaulich prägender Bau­substanz“, die zu erhalten sei. Das sei auch im Zuge früherer Planungen auf dem Areal am Rathaus versprochen worden.

Die Sozialdemokraten wollten den Turm erhalten und zauberten auch schon mal eine erste Idee aus dem Hut: Der Turm könne mit einer Werbefläche, zum Beispiel einem Kalender mit den Jahresveranstaltungen in der Gemeinde, versehen werden. „Kommunikationsturm“, nannte es Ulrike Janz-Janzen.

Das kommentierte Wilfried Siems (CDU) wiederum mit „Schildbürgerstreich“. Siems verwies zudem auf die Unterhaltungskosten. Seiner Ansicht nach sei das Dach nicht mehr in Ordnung. Und der Turm sei nach seiner Meinung auch kein ortsbildprägendes Gebäude. Zu der Idee, den Turm als Werbesäule zu nutzen, sagte Dirk Vorlauf von der CDU, so eine Litfaßsäule sei „Walt Disney“. Der Turm sei fast 20 Jahre nicht mehr gebraucht worden.

„Leider hat’s mich nicht vom Hocker gehauen“, sagte Ursula Budde (Freie Wähler) zu der ersten Ideenskizze der SPD. Das sollte nur ein Beispiel sein, dass man alte Dinge auch neu gestalten könne, meinte wiederum Ulrike Janz-Janzen (SPD). „Es soll eine Anregung sein, über die Nutzung nachzudenken“, so ihr Ratskollege Heiko Aschenbeck.

Die Architekten, die den Neubau für Rettungswache und Polizei planten, hätten immer betont, dass der Turm erhalten bleibe, meinte Karin Rohde von den Grünen. Er sei zum Beispiel ideal für eine Begrünung mit Efeu und Wildem Wein, sozusagen als „Umweltturm“. Der Turm sei ein Stück Geschichte des Ortes. Da schon vieles nicht mehr vorhanden sei, wie zum Beispiel der alte Bahnhof, könne man zum Beispiel über „Gucklöcher der Geschichte“ in dem Turm nachdenken, um an die alten Huder Ortsansichten zu erinnern. „Ein Ort ohne Geschichte, ist ein Ort ohne Gesicht“, sagte Ulrike Janz-Janzen.

„Wir haben so viele alte Sachen verloren“, meinte Jörg Kreusel, der für den Behindertenrat im Fachausschuss sitzt. Er appellierte dringend an Rat und Politik, sich früher Gedanken darüber zu machen, „was wir erhalten wollen“. Laut Kreusel sollte man auch die Bürger fragen: „Was prägt für Euch diesen Ort?“

Der Antrag der Grünen, das Thema zu vertagen und sich noch mal Gedanken zu machen, fand keine Mehrheit. Mit sieben zu sechs Stimmen wurde der Abriss dann mit knapper Mehrheit vom Fachausschuss empfohlen. Das letzte Wort hat der Verwaltungsausschuss am 25. Oktober. Wenn es denn zum Abriss kommt, liegen die geschätzten Kosten dafür laut Fachbereichsleiterin Martina Schneider unter 10 000 Euro.

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