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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Im Einsatz für ein gutes Miteinander

11.11.2019

Hude Das ehrenamtliche Netzwerk Asyl in Hude blickt mittlerweile auf vier Jahre intensiver und beharrlicher Arbeit zurück. Es seien viele Erfolge erzielt worden, und mancher Geflüchtete habe sich in der Gemeinde integriert. Aber gleichzeitig gebe es noch sehr viel zu tun, damit alle Geflüchteten ihren Platz in der Gemeinde einnehmen und ihren Beitrag zu einem guten Miteinander leisten können, stellen die Ehrenamtlichen fest.

Man habe es sich einfacher vorgestellt, gibt Jörg Kreusel zu, der von Anfang an im Netzwerk dabei ist: „Es ist eine sehr langwierige Aufgabe. Manchmal muss man auch einsehen, dass ein beschrittener Weg nicht der richtige ist und noch mal von vorne anfangen.“

Neuer Ansprechpartner

Kreusel ist jetzt Ansprechpartner des Netzwerks Asyl. Diese Aufgabe hat er von Wulf Wolke übernommen, der sein Amt aus persönlichen Gründen an ihn weitergegeben hat.

Für Sigrid Aschenbeck vom Team Syrien im Netzwerk ist immer wieder die große Frage, wie man Integration besser hinkriegen kann. Sie hat festgestellt, dass es sehr schwierig ist, dauerhafte Kontakte zwischen den Flüchtlingen und den Deutschen aufzubauen. Das scheitere leider sehr oft – aus welchen Gründen auch immer. „Wir haben schon oft darüber nachgedacht, woran es liegt“, so Aschenbeck: „Was ist Integration? Was wollen wir? Was wollen die Flüchtlinge?“ – Zwischen Kindern würden die Hemmschwellen schon mal abgebaut, bei den Erwachsenen aber sei das sehr schwer.

Als mit der Flüchtlingswelle 2014/15 die Zahl der Geflüchteten in Hude sehr schnell anstieg, waren viele Huder Bürgerinnen und Bürger bereit, den Neuankömmlingen bei ihren Problemen zu helfen. In den ersten Jahren sei es überwiegend darum gegangen, den Geflüchteten bei den ersten Schritten in das neue Leben zu helfen. Ehrenamtliche Unterstützung gab es bei der Ortserkundung, beim Einkaufen, bei Arztbesuchen oder beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen, aber auch durch privaten Sprachunterricht oder durch Sach- und Möbelspenden sowie bei der Suche und Vermittlung von Praktika und Minijobs, erzählen die Aktiven des Netzwerks.

Das Leitungsteam

Das forderte von allen Beteiligten viel Kraft. Einige seien auch nicht mehr dabei. Nach vier Jahren intensiver Arbeit habe man jetzt einige Veränderungen vollzogen. So seien die bisherigen Arbeitsbereiche gestrafft worden. Geblieben sind die Länderteams Eritrea/Sudan (Lisa Huwe/Kerstin Woyke), Afghanistan (Britta Anton) und Syrien (Sigrid Aschenbeck). Um die Familienzusammenführung kümmern sich Kerstin Woyke und Lisa Huwe. Jörg Kreusel leitet das Team Integration/Arbeitskreis Huder Kirchen.

Hinzu gekommen ist nach Angaben der Netzwerker die Hilfe bei Umzügen, bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle und bei rechtlichen Fragestellungen. Dabei könne das Netzwerk durch mittlerweile gute Kontakte zum Jobcenter, zur IHK, zur Handwerks- und zur Landwirtschaftskammer oder auch zu Anwälten helfen.

In Zukunft will das ehrenamtliche Netzwerk auch einen weiteren Schwerpunkt auf die Öffentlichkeitsarbeit legen, damit die Huder Bevölkerung über wichtige Ereignisse und Entwicklungen in der Flüchtlingsarbeit informiert werde und man vielleicht darüber auch wieder mehr miteinander ins Gespräch komme, heißt es.

Enger Austausch

Die Integration in ein fremdes Land sei für alle Seiten eine herausfordernde Aufgabe. Sie gelinge dann am besten, wenn sich alle beteiligten Akteure aktiv einbrächten. Die Mitglieder des Netzwerks Asyl streben deshalb einen sehr engen Austausch mit Kinderkrippen und Kindergärten, Schulen, Kirchen und der Kommune an. Insbesondere die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung sei für den Erfolg einer guten Integration eine unabdingbare Voraussetzung. Von der Gemeinde wünsche man sich ein gutes Miteinander, so Jörg Kreusel.

„Wir müssen gemeinsam das Gemeinschaftsgefühl stärken und Integration leben“, meint Kreusel. Hier wünsche man sich mehr Vernetzung und Zusammenarbeit, auch mit der Gemeinde – vielleicht auch über das hinaus, was die Verwaltung von Amts wegen leisten müsse, sagt Kreusel.

Angebote und Ideen

Die Aktiven des Netzwerks lassen sich nicht entmutigen, auch wenn bürokratische Hemmnisse manchmal schon frustrierend sein können. Die Netzwerker sind dankbar für neue Ideen und Angebote, mit denen sich Bürgerinnen und Bürger einbringen wollen, um die Integration zu fördern und Möglichkeiten für mehr Kontakte zwischen Flüchtlingen und Einheimischen zu schaffen. Neue Strategien seien verstärkt gefragt, heißt es.

Jörg Kreusel, Telefon   0174/4389342 (kreusel@gmx.net), ist Ansprechpartner für alle Menschen, die sich in die Integrationsarbeit einbringen möchten. Das müsse nicht gleich auf Dauer sein. Man würde sich auch freuen über Ideen für zeitlich begrenzte Projekte.

Die vom Netzwerk betreuten Menschen kommen in erster Linie aus Syrien, Afghanistan und Eritrea. Arbeit und Wohnung vor Ort in Hude zu finden, sei oft schwierig, so Lisa Huwe. Deshalb habe es auch Wegzüge gegeben.
 Wie kommt man in Kontakt? – Das ist die Frage. Am Montag, 16. Dezember, sind zum Beispiel alle herzlich willkommen zu einem offenen Treff auf dem Huder Weihnachtsmarkt ab 19 Uhr. Netzwerker und Flüchtlinge sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger können sich hier in lockerer Runde kennenlernen, so die Idee. Weitere Aktionen sollen folgen. Die Flüchtlingsarbeit soll wieder mehr in den Blickpunkt gerückt werden.

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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