• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Zum Geburtstag: Frauen wollen mehr

17.11.2018

Hude Auf den Kampf von engagierten Frauen für die Gleichstellung der Geschlechter, der erst über Generationen hinweg zum Erfolg führte, wurde am Donnerstagabend im Saal des Huder Feuerwehrhauses zurückgeschaut. Aber es gab auch einen Blick in Gegenwart und Zukunft. Das Jubiläum „100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland“ war Anlass für alle zwölf Huder Ratsfrauen, gemeinsam und über alle Parteigrenzen hinweg, eine Festveranstaltung zu organisieren. Die Resonanz war überwältigend. Knapp 100 Zuhörerinnen und auch einige Zuhörer füllten den Saal des Feuerwehrhauses.

Die Huder Musikerin Uta Rose übernahm den musikalischen Part zur Eröffnung. Sie hatte lange überlegt und schließlich einen Song von Gitte Haenning ausgesucht: „Ich will alles, ich will mehr...“ Ein Lied das trefflich passt. Die Frauen wollen zwar nicht alles, aber sie wollen die paritätische Mitgestaltung in Politik, Leben und Gesellschaft. Und die ist noch lange nicht erreicht. Der Frauenanteil in den Parlamenten sei derzeit sogar wieder leicht rückläufig, stellte Mechthild Schramme-Haack vom Vorstand des Landesfrauenrates fest.

Schramme-Haack engagiert sich seit Jahrzehnten haupt- und ehrenamtlich in verschiedenen Gremien in der Frauen- und Gleichstellungspolitik. Sie blickte in einem Impulsreferat auf die vergangenen 100 Jahre zurück und auf Frauen, die als Vorkämpferinnen Meilensteine im Kampf für mehr Gerechtigkeit setzten.

Von einer „hälftigen“ Besetzung der Parlamente sei man auch heute, 100 Jahre nach Einführung des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen, weit entfernt. „Die unvollendete Demokratie“ nenne es der Deutsche Frauenrat, so Schramme-Haack.

In vielen Bereichen gebe es auch sonst Defizite. Frauen verdienten weniger als Männer, leisteten unbezahlte Arbeit im Haushalt, kämen bei den Renten sehr viel schlechter weg, nannte sie Beispiele und sprach von „fortwährender Diskriminierung“.

Wenn es mit der Freiwilligkeit nicht funktioniere, müsse es wirkungsvollere Gesetze geben, wie zum Beispiel in Frankreich. Schramme-Haack forderte dazu auf, genau hinzuschauen und sich nicht damit abzufinden, „was heute Gerechtigkeit ist“.

Man wolle nicht weitere 100 Jahre warten müssen, bis alle Ziele erreicht seien, sagte die Huder FDP-Ratsfrau Marlies Pape, die im Anschluss an das Referat und die Diskussion mit den Zuhörerinnen und Zuhörern, die von Grünen-Ratsfrau Kirsten Neuhaus moderiert wurde, ein Schlusswort sprach. „Mischen Sie mit, mischen Sie sich ein“, forderte sie die Frauen auf.

Auch einige Männer waren gekommen. Bürgermeister Holger Lebedinzew hatte es sich nicht nehmen lassen, ein Grußwort zu sprechen, auch wenn er nicht an der ganzen Veranstaltung teilnehmen konnte. „Wir sind noch lange nicht da, wo wir eigentlich hinmüssten“, stellte dass Gemeindeoberhaupt fest angesichts der aktuellen Diskussionen über die Parität. Zumindest in der Huder Verwaltung sei die Fachbereichsleitung paritätisch besetzt. Es gebe drei Fachbereichsleiterinnen und drei Fachbereichsleiter (inklusive Bürgermeister).

Insgesamt war es eine gelungene, tolle Veranstaltung, wie Teilnehmerinnen und Teilnehmer hinterher anerkennend feststellten.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.