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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Im neuen Jahr lässt        die Gilde Frauen ran

02.01.2016

Januar

Das neue Jahr beginnt im Kreishaus mit einer riesigen Überraschung. Der nach Helmut Schmidt bekannteste Raucher im Norden, Landrat Carsten Harings, steht nicht mehr in der Raucherecke vor dem Behördenbau. Gerüchte über einen kurzfristig verlängerten Urlaub des Landrates erweisen sich als Finte, da Harings den Vorsitz bei einer Sitzung hält. Nach mehreren Presseanfragen sieht sich der Landrat schließlich zu einer offiziellen Mitteilung genötigt. „Ich habe eine Wette gegen meine Frau verloren und deshalb zum Jahreswechsel mit dem Rauchen aufgehört.“

Nach gerade mal zweieinhalb Wochen Betrieb streiken Anfang Januar die erst nach einer langen Pannenserie in Gang gesetzten Aufzüge auf dem Huder Bahnhof. Experten der Bahn müssen eine Fehlkonstruktion einräumen. Nun soll ein neuer Planungsauftrag vergeben werden.

Februar

Nachdem Hude die Stadtrechte beantragt hat, gibt es auch in anderen Gemeinden Befindlichkeiten. „Was die können, das können wir schon lange“, sagt Hattens Bürgermeister Christian Pundt im Rat. Einstimmig wird beschlossen, ebenfalls einen Antrag auf Stadtrechte zu stellen. Nur beim Thema, wo die künftige Stadtmitte sein könnte, gibt es Streit.

März

Ungewöhnlicher Vorschlag aus Wardenburg: Bürgermeisterin Martina Noske will nur noch eine halbe Stelle arbeiten. „Ich möchte gern mehr Zeit mit der Familie verbringen“, begründet sie ihre Idee gegenüber Landrat Carsten Harings. Sie habe auch schon jemanden, mit dem sie sich die Stelle teilen könnte – Hattens Ex-Bürgermeisterin Elke Szepanski. Die ist 2014 in Ruhestand gegangen, arbeitet aber stundenweise zur Aushilfe im Rathaus. Die Idee der Teilzeit-Bürgermeisterin kann sie sich aber gut vorstellen. Doch der Landrat lehnt ab. „Als Hauptverwaltungsbeamter kann man doppelt arbeiten, aber nicht halb“.

April

Nachdem auch noch Wardenburg, Harpstedt, Ganderkesee und Großenkneten Stadt werden wollen, platzt im Kreistag Wolfgang Sasse der Kragen. „Es gibt nur eine Stadt im Landkreis. Und das ist Wildeshausen“, wettert der CDU-Politiker.

Im Großenkneter Rathaus wird seit Monaten gegrübelt, wie das Verhältnis zur Metropolpark-Hansalinie-GmbH als Eigentümer des Ex-Fliegerhorstes noch besser gestaltet werden könnte. Die 10 000 Euro als Wirtschaftsförderung für ein Logistikgutachten in 2015 seien ein Einstieg gewesen, aber womöglich doch noch nicht genug, so der Tenor. Bürgermeister Thorsten Schmidtke beruft daher eine interfraktionelle Arbeitsgruppe ein, die sich hinter verschlossenen Türen Gedanken machen soll, wie der Metropolpark noch besser unterstützt werden könnte. Eine Extraspur für deren Manager im Ahlhorner Kreisel oder Werbeplakate an allen Ortseingängen mit dem Aufdruck „Metropolpark – ja, danke“ werden aber verworfen. Die Gruppe denkt weiter nach.

Mai

Eklat zum Wildeshauser Gildefest: Wenige Tage vor Beginn des Festes rollen Abrissbagger am Marktplatz an. Sie sollen die alten Geschäftshäuser abräumen, damit dort für mehrere Millionen Euro ein Investor einen neuen Geschäftskomplex bauen kann. Doch kaum haben die Bagger die erste Hauswand eingedrückt, marschiert bereits die Gilde-Wache an. Sie verhaftet kurzerhand die Bauarbeiter. Und Gilderichter Heini Boning entscheidet auf Arrest bis zum Ende des Festes. „Aber nicht bei Wasser und Brot, sondern Bier und Hering. Wir sind schließlich nicht in Guantanamo“, so der Richter.

Wenige Tage später der nächste Paukenschlag. Gilde-Schatzmeister Siegbert Schmidt kündigt das Ende einer Jahrhunderte alten Tradition an. Ab sofort sind auch Frauen zugelassen. Damit es aber keine Verwechslungen gibt, müssen sie rote Kleider tragen. „Das ist die Komplementärfarbe zum Gilde-Grün“, erklärt der Offizier.

Martina Noske legt nach: Die Zusammenarbeit mit Hattens Ex-Bürgermeisterin Elke Szepanski gefällt der Wardenburger Bürgermeisterin so gut, dass sie dieses Modell weiter ausdehnen möchte. Schließlich haben Dötlingens Ex-Bürgermeister Heino Pauka und Ex-Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes noch Kapazitäten. Noske weiß, was die beiden auf Honorarbasis anpacken könnten. Sie sollen den Betriebssport im Rathaus auf Vordermann bringen und für das Programm „Aktiv im Alter“ sorgen. Schließlich ist Pauka aktuell Vorsitzender des Bürgerfelder TB in Oldenburg und Cordes der zweite Mann beim Harpstedter TB.

Juni

Noch immer gibt es keinen ersten Spatenstich an der Wildeshauser Pagenmarsch. Dafür hat der Controller neue Berechnungen vorgelegt. Demnach steigen die Kosten für das neue Feuerwehrhaus um eine weitere Million auf insgesamt sieben. Bauausschussvorsitzender Hartmut Frerichs (SPD) will das Desaster mit einem kühnen Vorschlag beenden. „Lasst doch die Feuerwehr in die Fun-Factory umziehen. Die ist groß, steht leer und mit der Nebelmaschine kann man jeden Tag Rauchgasübungen machen“. Dezent wird Frerichs darauf hingewiesen, dass die Disco doch längst wieder unter neuem Namen betrieben wird.

Nachdem bereits 2751 Frauen Mitgliedsanträge bei der Gilde abgeben haben, wird die Aufnahme weiblicher Mitglieder wieder gestoppt. Offiziell lässt Oberst Ernst Frost verlauten, dass da die „Kommunikation wohl etwas missverständlich gewesen sei. Frauen seien sehr wohl erwünscht. Aber nur als informelle Gilde-Unterstützerinnen. „Jubeln beim Ausmarsch hat sich doch bestens bewährt“, so der Oberst.

Wenige Monate vor der Kommunalwahl formiert sich in Dünsen eine Bürgerinitiative. Sie will in letzter Minute das bereits beschlossene Aus für die Grundschule verhindern. Die Mitglieder im Samtgemeinderat sind geschockt und fürchten um ihre Mandate. Auf der nächsten Ratssitzung wird der Antrag für den Erhalt der Schule mit großer Mehrheit angenommen.

Juli

Der Wahlkampf für die Kommunalwahl läuft äußerst schleppend an. Doch wenige Tage vor Schließung der Bewerberlisten gibt es einen Paukenschlag. Eine neue Partei wird im Kreishaus vorstellig – die Liste Eger. Vorsitzender ist Ex-Landrat Frank Eger. „Wenn ich schon nicht mehr Landrat sein darf, dann will ich als Kreistagsvorsitzender wenigstens sagen, wo lang es geht“.

August

Da noch immer die Sporthallen mit Flüchtlingen belegt sind und ein Ende auch nicht absehbar ist, holt VfL-Präsident Wolfgang Sasse einen Notfallplan aus der Tasche. Nach dem Oktoberfest am Krandel, das im September stattfindet, bleibt das Zelt stehen. Nach dem Einbau eines geeigneten Bodens sollen Hallensportarten dort stattfinden.

Pech in Wardenburg. Bei einer Pressekonferenz sollten die beiden neuen Honorarkräfte Heino Pauka und Uwe Cordes gemeinsam vorgestellt werden. Doch ausgerechnet an diesem Sommertag steigt das Thermometer schon vor 12 Uhr mittags über 33 Grad. Das heißt: Hitzefrei im Wardenburger Rathaus. „Da können wir leider kein Pressegespräch am Nachmittag machen“, sagt Noske kurzfristig den Termin ab. Zum Glück werden Pauka und Cordes noch rechtzeitig im Freibad erreicht und fahren nicht vergebens nach Wardenburg. Die eingeladenen Journalisten werden per Aushang an der Rathaus-Tür zeitnah informiert.

September

Die Aufzüge am Huder Bahnhof bleiben weiter außer Betrieb. Allerdings zeigt sich das Unternehmen nun kulant. Im Rahmen eines Modellversuchs werden Kofferträger beschäftigt, die den Reisenden das Gepäck die Treppen rauf und runter schleppen. Für gehbehinderte Fahrgäste bietet die Bahn an, nach Oldenburg oder Delmenhorst mit dem Taxi zu fahren – auf Kosten der Bahn.

Oktober

Noch immer hat der Abriss der Häuser am Wildeshauser Markt nicht begonnen. Obwohl das Gildefest schon Monate vorbei ist, sitzen die Bauarbeiter immer noch in der Wachstube. Da täglich jemand Bier und Heringe bringt, haben sie es mit der Entlassung nicht so eilig, verrät Polier Fritz Brummscheider.

Die Bahn streicht in Hude ihren Taxi- und Kofferträgerservice wieder. Im ersten Monat sind Kosten von 230 000 Euro angefallen. „Dafür können wir bestimmt einen Hersteller finden, der eine praktikable Fahrstuhllösung konstruieren kann“, so ein Bahn-Sprecher.

Durchbruch bei der „Klima-Gruppe“ im Großenkneter Rathaus: So heißt inzwischen der interfraktionelle Kreis, der sich um ein besseres Klima zur Metropolpark Hansalinie (MPH) kümmern soll. Die Gesellschaft gehört zur Bunte-Gruppe aus Papenburg. Daher soll die Vechtaer Straße jetzt in „Emsländer Allee“ umbenannt werden, der Kreisel zum „Logistik-Rondell“ und die Halle am Lemsen zur „MPH-Arena“. Der größte Clou: Die Gemeinde ändert ihr Logo. Statt „Mit Energie für Sie“ heißt es künftig „Bunte(r) für Sie“.

November

Jetzt sollte es endlich passieren in Wardenburg: Bei einer Pressekonferenz am 11.11. wollte Bürgermeister Martina Noske ihre beiden neuen Honorarkräfte Heino Pauka und Uwe Cordes der Öffentlichkeit vorstellen. Doch diesmal sind die beiden Ex-Kollegen kurzfristig verhindert. Pauka hat sich überraschend zusammen mit seiner Gattin in der Ü 50 für die Niedersächsischen Meisterschaften qualifiziert. „Dass er dann noch eine zusätzliche Trainingseinheit einlegen will, ist verständlich“, äußert sich Noske. Schließlich galt schon zu Paukas Zeiten im Neerstedter Rathaus: Mittwochabends keine Termine, da ist Tanz-Training. Allein wollte Cordes aber auch nicht die Pressekonferenz schultern.

Dezember

Kaum hat sich der neue Rat, der weitgehend der alte ist, in der Samtgemeinde Harpstedt konstituiert, da steht auch schon wieder ein brisantes Thema auf der Tagesordnung – der Schulstandort Dünsen. In geheimer Abstimmung findet sich eine große Mehrheit gegen die Grundschule. „Die nächste Wahl ist in fünf Jahren. Bis dahin haben sich die Wogen geglättet“, meint ein Ratsherr.

Lange Gesichter bei der „Klima-Gruppe“ im Großenkneter Rathaus: Die erstmals persönlich erschienenen Manager der Metropolpark Hansalinie teilen mit, dass die bisherigen Vorschläge nicht als Grundlage für einen Stärkung der vertrauensvollen Zusammenarbeit akzeptiert werden könnten. Die Bunte-Manager machen daher einen Gegenvorschlag, der die interfraktionelle Klima-Gruppe überzeugt. Auch 2016 gibt es wieder 10 000 Euro als Wirtschaftsförderung, da das Logistikgutachten ohnehin mehr gekostet hat.

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