• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

In zwei Welten zu Hause

17.01.2015

Sandkrug „Ich bin ein glücklicher Mensch“, sagt Mahvash Gharib Docheghaei, und wer sie dabei lächeln sieht, zweifelt keine Sekunde daran. Zum Glücklichsein braucht jeder Mensch aber auch eine Heimat. Sie hat im Prinzip mehrere: Ihre erste Heimat liegt im Westiran, dort ist sie geboren und aufgewachsen. Mit zwei Brüdern und zwei Schwestern, ihre Mutter Muslimin und ihr Vater Anhänger einer alten Religion namens Alihagh (zu Deutsch: Wahrheit).

Ihre zweite ist längst Deutschland geworden, genauer gesagt Sandkrug und Oldenburg.. „Ich habe hier so viele Freunde gewonnen“, sagt Mahvash Gharib Docheghaei und öffnet dabei ihre Arme. Es war 1986, als sie als junge Frau und Asylsuchende nach Oldenburg kam. In ihrer Heimat hatte sie aktiv für Demokratie und gegen den alten Schah protestiert. „Wir waren damals sehr mutig“, sagt sie. Am eigenen Leib hat die Kurdin erfahren, wie schwer der Neuanfang in einer fremden Kultur ist. Die Sprache und Sitten, alles musste sie neu lernen. Alles wollte sie auch lernen. „Ich bin ein neugieriges Mädchen“, so beschreibt sie sich selbst. Sie wollte wissen, welche Feste die Deutschen feiern, ihre Sprache, Musik und Kultur verstehen. Sie ging auf die Menschen zu, engagierte sich rasch im Arbeitskreis Asyl.

Heute feiert sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Rechtsanwalt und Ratsherrn Hajo Töllner, und ihrer Tochter Mithra genauso die christlichen Feiertage Ostern oder Weihnachten wie das persische Neujahrsfest Nouruz (neuer Tag) am 21. März. Dann, wenn im Iran alle Familien sieben Gewürze, Speisen und eine Münze als Symbol des Lebens und als Wunsch für eine gute Zukunft, auf einer großen Decke zusammentragen.

„Du musst Gas geben und kannst nicht erwarten, dass die Menschen von allein an deine Tür klopfen“, beschreibt sie ihre Lebenseinstellung. Ihre Wissbegierde und Unbefangenheit versucht sie an Menschen, die jetzt als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, weiterzugeben. In Sandkrug, immer freitagnachmittags ab 15.30 Uhr im Albert-Schweitzer-Haus, außerdem in einem Gemeindehaus im Oldenburger Stadtteil Dietrichsfeld. Die Sprache liegt ihr besonders am Herzen. Die gleichen Worte zu verwenden, sei Völkerverständigung pur. „Ich träume sogar auf Deutsch.“

Werner Fademrecht
Hatten
Redaktion Wardenburg
Tel:
04407 9988 2731

Weitere Nachrichten:

Sandkruger Posaunenchor

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.