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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Forschung: Innovative Heimatgeschichte

31.10.2016

Harpstedt „Begehrt und umstritten“. So lautet der Titel der Buchneuerscheinung aus der Feder von Dr. Herbert Bock. Er ist Heimatforscher und Historiker, der sich intensiv der Kirchspiele Harpstedt und Colnrade gewidmet hat. Nach dem Wechsel in den Ruhestand studierte Bock Geschichte mit Schwerpunkt Spätmittelalter und Frühe Neuzeit sowie Geographie und Politikwissenschaft an der Universität Vechta. Seine Promotion schloss er 2015 erfolgreich ab.

Erst mit der Unterzeile „Der mittlere Hunteraum vom 13. bis zum 17. Jahrhundert“ wird klar, in welch zeitlichen Epochen sich die Arbeit bewegt und die spannende sowie wechselhafte Geschichte der Kirchspiele Harpstedt und Colnrade sowie der ansässigen Bauerngeschlechter im Mittelalter und der Frühen Neuzeit beleuchtet.

Geschichtsverein übernimmt

Beiratsvorsitzende Prof. Karin Holm stellte eingangs das Forschungsprojekt vor, in dessen Umfeld insgesamt fünf Veröffentlichungen, darunter von Historiker Prof. Bernd Ulrich Hucker, Mareike Hustedt und von ihr selbst, erscheinen werden. Sie sprach vom Abschluss des Projektes. Inzwischen ist der Geschichtsverein Harpstedt mit dem ehemaligen Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes als Vorsitzenden ins Leben gerufen worden, der künftig die Historie Harpstedts und mehr aufarbeiten wird.

Am Freitagabend fand in der Wasserburg in Harpstedt die Vorstellung der Neuerscheinung statt. Die Samtgemeinde Harpstedt, der Beirat des Forschungsprojektes „Bäuerliche Siedlung- und Geschlechterhistorie der heutigen Samtgemeinde Harpstedt“ und der Solivagus-Verlag luden zur Präsentation mit Lesung ein.

Auf 431 Seiten, eingebunden in ein handliches Buchformat mit Rundrücken, schildert Bock die Ergebnisse seiner vierjährigen Fleißarbeit. Es geht ihm um die geographische Lage der bäuerlichen Siedlungen mit ihren Voraussetzungen und Abhängigkeiten. Im Zuge der Arbeit zeigte sich, dass viele Gemeinden teils wesentlich älter sind als bisher angenommen. Bock schildert den Einfluss von historischen Großereignissen wie Reformation und des Dreißigjährigen Krieges im Gebiet der Kirchspiele. Dabei tat er zum Teil unveröffentlichte Quellen auf. Daraus leitete Bock die Alltagsgeschichte Wirkkräfte ab. Besitzverhältnisse, Gerichtswesen, Steuern, Abgaben und sonstige Dienste lassen Einblicke in die Lebensumstände zu. Abgerundet wird das Werk durch eine Exkursion über die Harpstedter Chronik Redecker von 1758 und die Streitigkeiten mit der Stadt Wildeshausen im 16./ 17. Jahrhundert.

Als innovative und epochenübergreifende Veröffentlichung bezeichnete der Leiter des Solivagus-Verlages, Dr. Stefan Eick, die vorliegende Veröffentlichung. „Sie ist überaus spannend und abwechslungsreich zugleich. Es kam uns darauf an, ein schönes und hochwertiges Buch zu machen. Ein neuer Ansatz in der Landesgeschichtsforschung“, stellte Dr. Eick heraus. Epochen gemischt zu betrachten, galt bislang als verpönt. Auch würde Herbert Bock klimatische Veränderungen mit in seine Arbeit einfließen lassen. Aus heutiger Sicht ein wichtiges Merkmal. Schon damals gab es katastrophale Auswirkungen auf die Region und die Menschen, die dort lebten. „Unter dem Strich zeigt die Arbeit, dass der mittlere Hunteraum alles andere als ein Hort des Friedens und der Abgeschiedenheit war, denn er war begehrt und umstritten“, so der Verleger.

Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse bedankte sich bei allen Beteiligten, so bei der Avavon und der EWE-Stiftung, die das Buch erst durch ihre Förderung ermöglicht haben. Dank galt unter anderem auch Cord-Hilmer Isern aus Spradau, dessen weit zurückreichende Archivsammlung viele neue Einblicke gewährte. Davon überzeugten sich zahlreiche Geschichtsinteressierte in der anschließenden Lesung.

Das Buch ist im örtlichen Buchhandel (ISBN 978-3-943025-31-6) zu erhalten. Es kostet 29 Euro, umfasst 431 Seiten und ist in einer Auflage von 700 Exemplaren im Solivagus-Verlag Kiel erschienen.

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