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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Integration als Familienprojekt

20.01.2015

Hude „Die Menschen in Hude sind ganz einfach fröhlich“, das gefällt Afrim Zugoli am besten an der Klostergemeinde. „Man muss nur rausgehen und Kontakt mit den Leuten aufnehmen“, sagt der 44-Jährige. Er lebt mit seiner Frau Alexandra seit 20 Jahren in Hude. Doch gebürtig stammt Afrim Zugoli aus dem Kosovo.

1993 kam er nach Deutschland, zunächst nach Hannover. „Ich bin damals aus politischen Gründen aus dem Kosovo geflohen. Der Hass war dort zu groß“, erinnert sich der 44-Jährige. „Aber das ist lange her, seit die Kosovaren die Unabhängigkeit haben, ist das kein Problem mehr“, fügt er schnell hinzu. Regelmäßig ist er mit seiner Frau und den Söhnen Luan und Rifat in seinem Geburtsland, denn seine Mutter und vier seiner Geschwister wohnen noch dort. Eine Schwester wohnt in Westerstede.

Seine Söhne wachsen zweisprachig auf. Deutsch und Albanisch sind ihre Muttersprachen. „Für die Kinder ist das selbstverständlich. Sie feiern den Tag der Deutschen Einheit genauso wie die Unabhängigkeit des Kosovo“, sagt Alexandra Zugoli.

Ihr Mann sei ziemlich offen, sagt sie. In Huder Vereinen sei er sehr aktiv. Schon im Kosovo habe er sich für gemeinnützige Vereine engagiert, das tut er nun auch in Hude. Im Verein Kinderaugen hat er vor zwei Jahren einen Transport mit Hilfsgütern für behinderte Kinder in den Kosovo begleitet. Auch bei Hilfstransporten nach Litauen war er dabei.

In der Klostergemeinde hat er es sich zur Aufgabe gemacht, ausländische Neubürger mit der Bevölkerung zusammenzubringen. „Viele Familien wissen gar nicht, dass es bei Sportvereinen zum Beispiel Schnupperstunden gibt“, sagt Alexandra Zugoli.

Zweimal hat der 44-Jährige die „Begegnung der Kulturen“ in Hude organisiert, bei denen sich Menschen aus verschiedenen Nationen getroffen haben. „Ich kann mich noch an meine erste Zeit in Deutschland erinnern, ich hatte damals auch Probleme und hätte mir gewünscht, dass es sowas gibt“, sagt Zugoli. Im November vergangenen Jahres hat er dann den Verein „Bashkimi“ gegründet. „Bashkimi bedeutet ,zusammen’“, erzählt er. Bisher habe der Verein 19 Mitglieder aus verschiedenen Nationen.

Zunächst ginge es darum, regelmäßig zusammen zu kommen, denn der Verein befinde sich noch im Aufbau, sagt Alexandra Zugoli. Und schon die Vereinsarbeit führe zusammen, sagt sie weiter. „Durch den Verein sind schon fünf Arbeitsplätze vermittelt worden. Darauf bin ich sehr stolz“, berichtet Afrim Zugoli.

Auch bei kleinen Schwierigkeiten im Alltag hilft Zugoli gerne weiter, „wenn zum Beispiel jemand zum Arzt muss, oder nicht weiß, wo die Schule ist“, sagt er. Das soziale Engagement übertrage sich auch auf die Söhne, sagt Alexandra Zugoli. „In der Klasse meines Sohnes ist ein albanischer Junge, da hat sich mein Sohn sofort als Dollmetscher angeboten“, berichtet sie stolz.

Merle Ullrich
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2202

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