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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

„Besser gar nicht als falsch regieren“

21.11.2017
Frage: Herr Dürr, am Sonntagabend saßen Sie recht entspannt beim Gantermahl der Ganderkeseer FDP. Wussten Sie im Vorfeld, dass Ihr Parteivorsitzender Christian Lindner CDU und Grünen eine Absage erteilen würde?
Dürr: Nein, das war so erst in der Nacht absehbar. Wenn man merkt, dass ein Politikwechsel von den anderen Partnern nicht gewollt wird, muss man eben feststellen, dass eine gemeinsame Arbeit über vier Jahre nicht möglich ist. Ich bedauere das, aber es geht hier um die Glaubwürdigkeit.
Frage: Waren Sie an den Sondierungsgespräche beteiligt?
Dürr: Ich habe die Themen Landwirtschaft und Einwanderung mit verhandelt und war noch am Donnerstag bis tief in die Nacht bei den Gesprächen in der Parlamentarischen Gesellschaft dabei.
Frage: Wie war Ihr Eindruck?
Dürr: Wir hatten immer wieder die Hoffnung, einen Punkt erreicht zu haben, wo alle sich einig sind. Aber dann wurde Wesentliches wieder zurückgenommen. Wenn bei grundlegenden Themen wie zum Beispiel der Entlastung der arbeitenden Mitte keine Einigkeit zu erzielen ist, schließt das die Zusammenarbeit aus.
Frage: Für Beobachter von außen schien es aber so, dass die Grünen durchaus versucht haben, den anderen Parteien entgegenzukommen...
Dürr: Das sehe ich nicht so. Wenn man sich nicht mal über ein Freihandelsabkommen wie Ceta einigen kann, das mit einer linksliberalen Regierung in Kanada abgestimmt wurde, ist das für mich kein Entgegenkommen. Und bei der Einwanderung hatten wir das klare Ziel, Humanität und Ordnung mitein­ander zu verbinden. Da sind wir mit den Grünen, aber auch mit der CDU, nicht auf einen Nenner gekommen.
Frage: Wie ist jetzt die Stimmung in Ihrer Fraktion?
Dürr: Nach wie vor gut. Wir hätten gern eine gemeinsame Regierung gebildet, aber es ist besser, in eine Regierung nicht einzutreten, als falsch zu regieren. Das hätten die Wähler nicht verstanden.
Frage: Und wenn es zu Neuwahlen kommt?
Dürr: Davor habe ich keine Sorge, weil die FDP standhaft geblieben ist. Ich denke, dass die Wähler das honorieren. Neuwahlen sind nicht unser Wunsch, aber ein Weg.
Hergen Schelling
Agentur Schelling (Leitung)
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2741

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