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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Auslandseinsatz: Mittags Mission in Afghanistan

17.02.2018

Kabul /Wildeshausen /Delmenhorst Sicherheit geht über alles: Um ins Containerdorf in Masar-e Scharif zu gelangen, müssen mehrere Mauern und Posten passiert werden. Schwer bewaffnete Gurkhas, nepalesische Soldaten im Dienst der britischen Armee und der indischen Streitkräfte, kontrollieren jeden Gast. Spürhunde suchen Sprengstoff. Auch für Fahrten durchs Land gelten hohe Sicherheitsstandards. „Ich habe mich nicht eine Sekunde unsicher gefühlt“, sagt die hiesige Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag.

Die SPD-Politikerin aus Delmenhorst war vier Tage lang in Afghanistan unterwegs, um dort die deutschen Polizeikräfte zu besuchen. Das „German Police Project Team“ (GPPT) unterstützt den Polizeiaufbau vor Ort. Begleitet wurde Mittag vom CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer und Dr. Helmut Teichmann, Abteilungsleiter für Angelegenheiten der Bundespolizei im Bundesministeriums des Innern. Insgesamt 50 deutsche Polizisten sind am Hindukusch im Einsatz, davon allein 35 in der afghanischen Hauptstadt Kabul.

Rechtsstaatlichkeit

Seit vielen Jahren gibt es Auslandsmissionen der Polizei, erläutert Mittag. In Afghanistan gelte es, rechtsstaatliche Strukturen aufzubauen und das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei, die unter dem alten Regime als korrupt galt, zu stärken. So erklären die deutschen Beamten ihren afghanischen Kollegen moderne Ermittlungstechniken und die Grundzüge rechtsstaatlicher Verfahren. Um auch den Zugang zu weiblichen Opfern zu erleichtern, werden bei der „neuen“ afghanischen Polizei auch Frauen ausgebildet. Um das große Drogenproblem im Land in den Griff zu kriegen, soll es künftig auch mehr Drogenspürhunde geben. Eine Alternative zu dem mühsamen Verfahren des Neuaufbaus der Polizei gebe es nicht. „Wir müssen das hinkriegen“, erklärte der afghanische Innenminister Wais Barmak beim Besuch der deutschen Delegation. Er bat um eine Fortsetzung der deutschen Mission. Rechtsstaatlichkeit sei letztlich auch Voraussetzung für Investitionen im Land.

Mittag nahm in Kabul an der Amtsübergabe an den GPPT-Leiter Lars Gerdes teil. Gemeinsam mit Teichmann legte sie am Ehrenmal für die Opfer des Afghanistan-Einsatzes einen Kranz nieder. Vor allem aber nahm sich die SPD-Abgeordnete im Camp in Mazar-e Scharif, wo 15 deutsche Polizistinnen und Polizisten untergebracht sind, viel Zeit für Gespräche. Ihnen gebühre mehr Anerkennung, sagte Mittag. Wenn sich Polizisten freiwillig für Auslandseinsätze verpflichten, dürften daraus keine Nachteile im dienstlichen Lebenslauf entstehen. Um den Einsatz längerfristig abzusichern, müsse im Bundeshaushalt mehr Geld bereitgestellt werden.

„Einzelfall prüfen“

In Mazar-e Scharif war Mittag zudem im „Camp Marmal“, dem größten Feldlager der Bundeswehr außerhalb Deutschlands. Dort sind derzeit auch knapp 100 Soldaten des Logistikbataillons 161 aus Delmenhorst unter der Führung von Major Christian Jordan-Kleinschmid stationiert.

Als nach wie vor hoch umstritten gilt die Abschiebung von Flüchtlingen nach Afghanistan. „Es gilt weiterhin, dass jeder Einzelfall geprüft werden muss“, sagt Mittag im NWZ-Gespräch. Die Sicherheitslage in dem Land sei höchst unterschiedlich. Aus den Gesprächen mit den Verantwortlichen in Afghanistan sei aber deutlich geworden, dass diese sich eine Rückkehr ihrer Landsleute wünschen.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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