• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

Kandidatin tankt in grüner Oase auf

11.09.2013

Ahlhorn In ihrem urigen Garten ist sie in ihrem Element. Das merkt man schon beim Fototermin, der gleich dazu genutzt wird, einige leicht eingetrocknete Blumen zu gießen. „Hier entspanne ich und tanke auf, leider aber viel zu selten“, meint Astrid Grotelüschen mit Blick auf die grüne Oase, die ihrer Meinung nach derzeit etwas mehr Pflege gebrauchen könnte. Ihre vier Männer – Ehemann Garlich und die drei nahezu erwachsenen Söhne – sind da keine große Hilfe: „Die mähen nur den Rasen“, so die Hobbygärtnerin augenzwinkernd.

Biographisches

Geboren wurde Astrid Grotelüschen am 9. Dezember 1964 in Köln. Nach dem Abitur 1984 in Brühl studierte sie in Bonn Haushalts- und Ernährungswissenschaften.

Im Sommer 1990 stieg sie in den damaligen Familienbetrieb ihrer Schwiegereltern, Deutschlands zweitgrößte Mastputenbrüterei in Ahlhorn, ein und übernahm 2001 gemeinsam mit ihrem Ehemann Garlich die Geschäftsführung.

Die Katholikin trat 2000 in die CDU ein. 2001 wurde sie in den Rat der Gemeinde Großenkneten gewählt, 2006 auch in den Kreistag. Beiden Gremien gehört sie auch heute noch an.

Jetzt sind gleichwohl erst mal die Menschen in ihrem Wahlkreis dran. Für sie möchte sie nach eigenen Angaben „da sein, zuhören, Themen aufnehmen“. Die schwierige Ärzteversorgung auf dem Land ist so ein Thema, das direkt bis nach Ahlhorn durchschlägt. Aber auch die Probleme in der Pflege, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf inklusive Kinderbetreuung sowie die Bildung in all ihren Facetten beschäftigen die langjährige Elternvertreterin, die selbst immer über ein gutes Netzwerk aus Familie und Tagesmutter verfügte.

Doch auch die landwirtschaftlichen Themen lassen Grotelüschen nicht los, auch wenn die sie einst ins Straucheln gebracht hatten. 2009 noch als Gewinnerin ihres Bundestagswahlkreises gefeiert und 2010 als Niedersächsische Landwirtschaftsministerin vereidigt, musste sie schon wenige Monate später wieder zurücktreten. Hintergrund war ihre unter anderem von der Opposition und von Tierschutzverbänden kritisierte Nähe zu Firmen der fleischverarbeitenden Lebensmittelindustrie.

Doch Grotelüschen hat nach eigenem Bekunden ihre Lektion gelernt und sich als „rheinische Frohnatur“ nicht unterkriegen lassen. Natürlich, so die 48-Jährige, sei bei der „Vermaisung“ der Landschaft die Toleranzgrenze überschritten, zumal die hiesige Region neben dem Energie- auch noch den Futtermais habe. Immerhin gebe es jetzt, wenn auch sehr spät, eine Differenzierung der Förderung, so dass kaum noch neue Biogasanlagen beantragt würden. In der Forschung dürfe man in diesem Bereich nicht nachlassen, um die Qualität der Energienutzung zu verbessern.

Beim derzeit viel diskutierten Thema Mindestlohn setzt die Ahlhornerin ganz klar auf die Tarifparteien. „Warum soll die Politik das besser festsetzen können?“, fragt sie und hebt zudem die freiwilligen Tarife hervor, die viele Branchen gemacht hätten, die nicht organisiert seien. Werksverträge seien generell ein gutes Instrument, „aber die Subsubsubunternehmen müssen wir verhindern; der Auftraggeber muss verantwortlich sein“, betont sie.

Auch zur viel diskutierten Ansiedlung der Wildeshauser Schlachterei Kreienkamp in Ahlhorn hat sie eine ganz klare Meinung: „Wir warten jetzt die Bürgerbefragung ab, die für uns bindend ist.“ Erstaunlich sei allerdings, dass das nicht für alle Parteien gelte.

Den Spaß an der Politik hat sie auch in turbulenten Zeiten nie verloren. „Von den Menschen im Wahlkreis kommt ganz viel zurück“, freut sie sich über die Resonanz und ergänzt: „Ich helfe wirklich jedem, der mich bittet.“ Egal, ob im Verein etwas nicht funktioniere oder ein Fördertopf gesucht werde, sie stehe gerne zur Seite. Das soll auch so bleiben, wenn der Sprung nach Berlin gelingt.


Spezial unter   www.nwzonline.de/bundestagswahl 
Uta-Maria Kramer
Wildeshausen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2703

Weitere Nachrichten:

Kreienkamp | CDU

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.