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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Politik

König lässt Herz in Wildeshausen

18.05.2013

Wildeshausen Sein Kumpel Frank Görke wollte nie wieder mit ihm sprechen, als er am Pfingstdienstag vor einem Jahr den Papagoy von der Stange schoss. Doch inzwischen sind Erik Beyer und er wieder beste Freunde. Und auch all jene Zweifler, die Bedenken hatten, ob ein König aus den USA seinen Pflichten ordnungsgemäß nachkommen könne, hat der Herzchirurg aus Tennessee Lügen gestraft. Egal, ob es der Wacheball im Dezember, die Versammlung der Königskompanie im Januar, die Generalversammlung im Februar oder das Schaffermahl im März war, der US-Amerikaner war stets zur Stelle.

„Ich liebe es König zu sein und würde es immer wieder tun“, betont Beyer, der sein Herz nach eigenen Angaben auch nach dem Königsjahr in Wildeshausen lässt. Seit Donnerstag der vergangenen Woche residiert er in Gut Altona. Ehefrau Tracy, Sohn George, Mutter Gertrud, die als junge Frau vier Jahre in Wildeshausen lebte, und die Nanny reisten am Freitag nach.

Seinen Freunden in Amerika musste er im vergangenen Jahr oft und lange erklären, was es denn jetzt mit der Wildeshauser Schützengilde genau auf sich hat. „So etwas gibt es dort nicht“, schmunzelt Beyer. Dass er den Papagoy gleich im ersten Anlauf traf, erstaunt übrigens nicht, wenn man weiß, dass der Hobbyschütze zu Hause sieben Gewehre im Schrank hat.

Beyers Liebe zu Wildeshausen wurzelt tief. Schon als kleiner Junge war er jedes Jahr hier, hat bei Großtante Gertrud auf dem Katenbäker Berg mit Frank Görke und anderen Jungs gespielt, ist mit dem Rad den Berg hinunter gesaust und hat in der Hunte geschwommen.

„Die Stadt hat die richtige Größe, ist weder zu klein noch zu groß, schön gepflegt und friedlich“, schwärmt er. Komplett nach Wildeshausen ziehen wird er dennoch nicht. „Ärzte verdienen hier nur ein Viertel von dem, was wir in Amerika bekommen. Das kann ich mir nicht leisten“, schmunzelt der 44-Jährige. Aber zwei jährliche Besuche in Wildeshausen – einen davon jeweils zu Pfingsten – hat er fest eingeplant.

„Vielleicht habe ich durch die Tatsache, dass ich nicht zu jedem Offiziersgeburtstag kommen konnte, den Weg für künftige Könige wieder etwas leichter gemacht“, mutmaßt Beyer. Zudem fände er etwas mehr finanzielle Unterstützung für die nächsten Könige toll, auch wenn man sich – in typisch deutscher Manier – schon bemühe, auf dem Teppich zu bleiben. Auf jeden Fall würde der Amerikaner sich freuen, wenn es in diesem Jahr wieder mehr Bewerber „um dieses tolle Amt“ gäbe.

Ganz viel Engagement hat der scheidende König auf die Gestaltung seiner Plakette verwendet. Über den Namen „Erik und Tracy Beyer“ prangen der deutsche und der amerikanische Adler, während über dem Namen seines Sohnes George ein Fisch mit Wellen eingraviert ist. „Damit erinnere ich an Georges Taufe am letzten Pfingstfest, wegen der wir eigentlich da waren“, erläutert er. Verewigt sind deshalb – neben seinen Freunden von der Gilde Stefan Mahlstede und Bernd Niester – auch die Taufpaten Frank und Jimmy. Letzterer hat sich übrigens von Beyers Begeisterung anstecken lassen und möchte nächstes Jahr ebenfalls in die Gilde eintreten. „König muss er allerdings nicht unbedingt werden, denn dann wäre ich ja nicht mehr einzigartig“, meint der US-Amerikaner augenzwinkernd.
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Uta-Maria Kramer
Wildeshausen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2703

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